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Stier (Wappentier)

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Version vom 14. Juni 2016, 17:15 Uhr von Michael Kühntopf (Diskussion | Beiträge)
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In Silber ein goldbewehrter roter Stier

Der Stier, Ochse, Büffel oder die Kuh ist ein zu den Wappenfiguren gehörendes Wappentier. Wappen mit Stierkopf werden auch Stierkopfschild genannt.

Der Stierkopf

Der Kopf des Stieres kann alleine im Wappen vorkommen. Wird der Kopf mit anhängendem abgerissenem Halsfell dargestellt, muss das abgerissene Halsfell blasoniert werden. Das heraldische Element Kopf ist auf Mecklenburger und schlesischen Wappen häufig zu finden. Auch der Schweizer Kanton Uri führt den Stierkopf (genannt Uristier) im Wappen.

Stier und Kuh

Er wird schreitend, steigend oder aufgerichtet dargestellt. Er soll ein „zottiger und wilder, jagdbarer Büffelstier“ sein.

Auch das weibliche Rind wird in der Heraldik oft dargestellt. Die Kuh hat im Wappen den Schwanz normalerweise zwischen den Beinen; das Wappen Andorras weicht von dieser Darstellung ab. Stiere, Ochsen und Büffel haben meist einen gehobenen oder zurückgeschlagenen Schwanz; zurückgeschlagen bedeutet dabei, dass er über den Rücken des Tieres in Richtung Kopf zeigt. Auerochse (Ur) und Stier werden oft nicht unterschieden – insgesamt ist der Blason (also die Bedeutung des Wappens) ausschlaggebend, nicht die konkrete Darstellung.

Der rote Ochse ist das Wappentier der Niederlausitz / Dolna Łužyca. Da der Stier sowohl hier als auch im Wappen von Mecklenburg vorkommt, ist zu vermuten, dass es sich um einen slawischen Sinnzusammenhang handelt. (Das Herrschergeschlecht Mecklenburgs leitete sich stets her von den elbslawischen Obodriten, die Niederlausitz / Dolna Łužyca ist bis heute slawisch (wendisch/sorbisch) geprägt.) Verschiedene Ortsnamen in der Region leiten sich ebenfalls vom (Auer-)Ochsen ab, das entsprechende sorbische Wort "tuŕ" ist etwa in Tauer / Turjej oder Turnow enthalten. Die Legende hinter dem Roten Ochsen als niederlausitizer Wappentier ist folgende: eines Tages wollte der Teufel mit seinem roten Ochsen (andernorts ist von einem polnischen Ochsen die Rede) pflügen. Der Ochse war nicht sehr willig, der Teufel jähzornig, so dass dieser anfing, den Ochsen zu beschimpfen und zu prügeln. Da riss das Tier sich los und rannte querfeldein, hin und her. Da er den Pflug noch hinter sich herzog, entstanden viele tiefe Furchen, kreuz und quer. Diese füllten sich mit Wasser und es entstand der schöne Spreewald / Błota. Zur Erinnerung daran ist nun der Ochse das Wappentier der Region. Einige Städte und Landkreise der Niederlausitz tragen den Ochsen ebenfalls im Wappen.

Flügelstier

Eine Besonderheit ist der Flügelstier. Hier sind dem Stier in Schulterhöhe Flügel angesetzt. Er ist das Attribut des Evangelisten Lukas.[1]

In der achämenidischen Periode (559–330 v. Chr.) der persischen Kunst haben bei der Ausschmückung der Wände und Treppen in Kalkstein die assyrischen Königspaläste als Vorbilder gedient. Reliefdarstellungen des Königs mit seinen Begleitern, sowie Tribut darbringender Völker oder der Kämpfe mit Fabelwesen, ferner die Flügelstiere mit Menschenköpfen am Torweg des Xerxes I. und Mosaiken aus emaillierten Backsteinen in Susa beweisen das.[2]

Literatur

Weblinks

 Commons: Stier in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Stierköpfe in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. siehe etwa: Über die Predella im Altar der Schlosskapelle. Blutenburg (Schloss und Kapelle), mit den vier Evangelisten.
  2. Autorenkollektiv: Brockhaus' Konversationslexikon. 12. Band, F. A. Brockhaus, Leipzig/Berlin/Wien, 1894–1896, S. 1040.
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Stier (Wappentier) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.