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Stephan Grigat (Politikwissenschaftler)
Stephan Grigat (* 1971) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Publizist. Er ist derzeit Lehrbeauftragter am Institut für Judaistik und am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Daneben ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kampagne Stop the Bomb in Österreich.
Werdegang
Grigat studierte 1993 bis 1997 Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie an der Universität Wien. Im Jahre 2006 promovierte er über die Rezeption des Marxschen Fetischbegriffs [1] am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin bei Wolf-Dieter Narr und Eva Kreisky. Die derzeitigen Schwerpunkte seiner Forschung sind marxistische Theorie, die Geschichte linker Bewegungen, Antisemitismus, Rassismus und der Nahostkonflikt. [2]
Im Zentrum von Grigats Interesse steht das Thema „Antisemitismus“ und sein Verhältnis zur Tradition der Linken wie zum Islam. Grigat hat sich als ein führender Autor auf Seiten der Antideutschen profiliert.[3] Unter anderem war er Referent bei der „Kritischen Islamkonferenz“, die im Jahre 2008 an der Universität Köln durchgeführt wurde.[4]
Grigat arbeitet als freier Autor unter anderem für Jungle World und Konkret und ist Mitglied bei Café Critique [5].
Philosophisch versteht sich Grigat in der Tradition von Marx und der Kritischen Theorie, die er im Gegensatz zum traditionellen Marxismus und zum linken Mainstream sieht. [6] Weitere wichtige Autoren sind für ihn Johannes Agnoli [7], Moishe Postone [8] und Guy Debord[9].
Kritik an der traditionellen Linken
Zentraler Kritikpunkt Grigats an der traditionellen Linken ist der Vorwurf des Antisemitismus, der sich bis zu den Frühsozialisten zurückverfolgen lasse.
Referenzfehler: Für ein <ref>-Tag fehlt ein schließendes </ref>-Tag. Die größte Bedrohung stellt aus seiner Sicht derzeit das iranische Regime dar, für dessen Boykott er sich nachdrücklich einsetzt. Er ist Mitbegründer der Kampagne Stop the Bomb, die vor den atomaren Aufrüstungsplänen des Iran warnt sowie von deutschen und österreichischen Unternehmen fordert, ihre Geschäftsbeziehungen mit dem Staat einzustellen. In besonderer Weise wird von ihm der geplante Milliardendeal der OMV mit dem Iran kritisiert, der aus seiner Sicht „Österreich zum langfristigen strategischen Partner des Mullahregimes in Teheran machen“ würde. [10]
Werke
Monografien
- Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus. Ça Ira, Freiburg 2007, ISBN 3-924627-89-4 [1].
Herausgeberschaften
- Der Iran: Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer. (Hrsg. mit Simone Dinah Hartmann). Innsbruck/Wien/Bozen: Studien-Verlag, 2008, ISBN 978-3-7065-4599-0 [2]
- Feindaufklärung und Reeducation: kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus (Hrsg.). Freiburg i. Br.: Ça Ira, 2006, ISBN 3-924627-93-2 [3]
- Spektakel - Kunst - Gesellschaft: Guy Debord und die Situationistische Internationale. (Hrsg. mit Günther Friesinger und Johannes Grenzfurthner). Berlin: Verbrecher-Verlag, 2006
- Transformation des Postnazismus: der deutsch-österreichische Weg zum demokratischen Faschismus (Hrsg.). Freiburg i. Br.: Ça Ira, 2003, ISBN 3-924627-74-6 [4]
- Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Hrsg. mit Simone Dinah Hartmann). Innsbruck u.a.: Studien-Verlag, 2010, ISBN 978-3-7065-4939-4 [5]
Beiträge
- „Markt und Staat in der Globalisierung. Zur Kritik eines falschen Gegensatzes“ In: Sallmutter, Hans (Hrsg.): Wieviel Globalisierung verträgt unser Land? Zwänge und Alternativen. Wien, 1998.
- „Was bleibt von Georg Lukács’ ‚Geschichte und Klassenbewußtsein‘?“ In: Streifzüge, Nr. 2, 1999.
- „Agnolis Kritik der Politik. Das Elend der Politikwissenschaft und der Staatsfetisch in der marxistischen Theorie.“ In: Joachim Bruhn u.a . (Hrsg.): Kritik der Politik. Johannes Agnoli zum 75. Geburtstag, Freiburg i. Br., 2000
- „Transformation der postnazistischen Demokratie – Postfaschismus als Begriff der Kritik; Zur Einleitung“ In: Stephan Grigat (Hrsg.): Transformation des Postnazismus: der deutsch-österreichische Weg zum demokratischen Faschismus. Freiburg i. Br., 2003
- „Österreichische Normalität. Postfaschismus, Postnazismus und der Aufstieg der freiheitlichen Partei Österreichs unter Jörg Haider“ (mit Florian Markl) In: Stephan Grigat (Hrsg.): Transformation des Postnazismus. Der deutsch-österreichische Weg zum demokratischen Faschismus. Freiburg i. Br., 2003
- „Befreite Gesellschaft und Israel. Zum Verhältnis von Kritischer Theorie und Zionismus“ in Stephan Grigat (Hrsg.): Feindaufklärung und Reeducation: kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus. Freiburg i. Br., 2006, S. 115-129
- Der Mufti und die Kommunisten. Zur Frühgeschichte der israelischen und palästinensischen KP in: Dschungel. Beilage zu jungle world. Nr. 27, 8. Juli 2010, S. 19 - 23 (gekürzte, überarb. Fassung nach: Transversal (Zeitschrift) für jüdische Studien. Themenheft "Antisemitismen" Studienverlag, Innsbruck 2010, Heft 1)
Weblinks
- Literatur von und über Stephan Grigat (Politikwissenschaftler) im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek und auf anderen Websites
- Homepage
- Texte von Grigat bei Café Critique
- Islamischer Antisemitismus und der Hass auf Israel. Vortrag auf der „Kritischen Islamkonferenz“ am 1. Juni 2008 an der Universität Köln (Video, Dauer 1:07 h)
- Die chinesische Karte. Iranische Bündnisoptionen in Asien und Afrika. Vorabdruck aus Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung
Einzelnachweise
- ↑ Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus.
- ↑ Vgl. Seite am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien
- ↑ Stephan Grigat: Was heißt: antideutsch?, nach: Die Presse, 18. Februar 2007
- ↑ http://www.kritische-islamkonferenz.de/index08.htm
- ↑ Vorstellung von Café Critique
- ↑ Vgl. z.B. Stephan Grigat: Befreite Gesellschaft und Israel. Zum Verhältnis von Kritischer Theorie und Israel, in: Stephan Grigat (Hg.): Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus. Freiburg: ça ira-Verlag 2006, S. 115 – 129 (pdf)
- ↑ Stephan Grigat: Agnolis Kritik der Politik. Das Elend der Politikwissenschaft und der Staatsfetisch in der marxistischen Theorie
- ↑ Stephan Grigat: Moishe Postones Interpretation der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie
- ↑ Stephan Grigat: Der Fetisch im Spektakel. Zur Gesellschaftskritik Guy Debords. In: Jungle World, 20/2001
- ↑ Vgl. Stephan Grigat: Österreich als Türöffner für die Mullahs, In: Die Presse, 18. Dezember 2007
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grigat, Stephan |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politikwissenschaftler und Publizist |
| GEBURTSDATUM | 1971 |
| Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Stephan Grigat (Politikwissenschaftler) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |