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Schalom Nagar

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[[ |thumb|400px|Schalom Nagar]] [[ |thumb|400px|Schalom Nagar]] Schalom Nagar (geb. 1938 im Jemen) war der Henker Eichmanns und wurde später Rabbiner.

Das Los hatte ihn zu Eichmanns Henker bestimmt. Nagar bewachte Eichmann in der Zelle und begleitete ihn sogar auf die Toilette. Als am 31. Mai 1962 kurz vor Mitternacht das Todesurteil gegen Adolf Eichmann durch Erhängen vollstreckt wurde, drückte Schalom Nagar den Knopf, der die Falltür auslöste. Jahrelang verfolgten ihn daraufhin Albträume.

Vom 11. April bis 15. Dezember 1961 stand der ehemalige SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann in Jerusalem vor Gericht. Er ist mitverantwortlich für die Ermordung von etwa sechs Millionen Menschen. Dass Nagar kein europäischer Jude war, prädestinierte ihn zum Bewacher Eichmanns. Denn die Behörden befürchteten Selbstjustiz. Dies sollte peinlichst vermieden werden, ebenso ein Suizid Eichmanns, deshalb die allerstrengste Bewachung.

Nagar: "Zu bereuen gibt es da nichts. Eichmann war ein millionenfacher Mörder, und jemand musste ihn hinrichten. Es war meine Aufgabe, was mich aber nicht gerade stolz macht."

Schalom Nagar war noch keine 25 Jahre alt, als er mit einem elektrischen Auslöser die Falltür unter dem Galgen von SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann herunterklappen ließ. Israels bislang einzige Hinrichtung.

Von den Albträumen, die Nagar danach über Jahre verfolgten, sprach er erst später. Drei Tage Sonderurlaub gab es anschließend. Psychologische Hilfe zu keiner Zeit. " Als nach dem Todesurteil im Dezember 1961 Freiwillige für die Hinrichtung gesucht wurden, war "der kleine Jemenite" Schalom Nagar der einzige von 22 Männern der Sonderbewachung für Eichmann, der Einheit A1, der sich nicht meldete. "Lasst das doch jemanden machen, der selbst im Lager war oder Verwandte verloren hat." Der Posten als Henker wurde dann durch Losentscheidung vergeben, und es traf ihn. Ausgerechnet Nagar. Der Wärter, der über lange Monate hin die Aufsicht im Inneren der Zelle Eichmanns hatte. Der wortwörtlich Eichmann am nächsten stand. "Nach dem Los gab es keine Ausreden mehr, auch für mich. Jemand musste das erledigen."