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Sakef gadol

Aus Jewiki
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Betonungszeichen oder Akzent Unicodeblock Hebräisch
Zeichen
֕
Unicode U+0595
Zakef gadol (aschkenasisch)
זָקֵף גָּד֕וֹל
Zakef gadol (sephardisch)
זָקֵף גָּד֕וֹל
Zakef gadol (italienisch)
זָקֵף גָּד֕וֹל
Sokef gadol (jemenitisch)
זָקֵף גָּד֕וֹל

Sakef gadol[1][2] ֕(hebräisch זָקֵף גָּד֕וֹל) ist eine Trope[3][4][5] (von jiddisch טראָפּ trop) in der jüdischen Liturgie und zählt zu den biblischen Betonungszeichen[6] Teamim, die in der Tora und anderen Büchern vorkommen.[7][8] Der Begriff Trope wird in diesem Kontext gerne mit den entsprechenden Akzenten gleichgesetzt, da sie u.a. musikalische Motive repräsentieren.[9]

Name

Das hebräische Wort Zakef (זָקֵף) heißt übersetzt aufrecht, gadol (גָּד֕וֹל) heißt übersetzt groß. In der aschkenasischen, sephardischen und italienischen Tradition wird das Betonungszeichen Zakef gadol (hebräisch זָקֵף גָּד֕וֹל) genannt.

Symbol

Das Symbol besteht aus zwei Kompenenten: Eine vertikale Linie auf der linken Seite und zwei Punkte übereinander auf der rechten Seite.

Verwendung

Neben Zakef gadol gibt es auch die Trope Zakef katan oder Katon. Den Tropen Zakef gadol oder Zakef katan folgt entweder ein weitere Trope Zakef oder die gesamte Etnachta-Tropengruppe, die wiederum mit der Trope Mercha beginnt.[10]

Die Trope Zakef gadol fungiert in der Regel als Trennzeichen zwischen zwei Teilen eines Verses.[11] Wörter, die die Trope Zakef gadol tragen, sind in der Regel kurz mit keiner vorausgehenden Konjunktion.[12]

Die Trope Zakef gadol wird in Fällen eingesetzt, wo in der Regel die Trope Zakef katan erwartet worden wäre. Da dort aber nur ein einziges Wort steht, wird anstelle der Trope Zakef katan die Trope Zakef gadol eingesetzt.[13]

Kombinationen

Zakef gadol auf einem Wort

Zakef gadol wird auf den ersten Buchstaben der betonten Silbe gesetzt. Ein solches Wort ist kurz und hat keine konjunktiven Vorgänger. Jacobson illustriert dies u. a. am Beispiel Genesis 33,9 BHS (אָחִ֕י), Genesis 27,36 BHS (וַיֹּאמַ֕ר), Genesis 41,38 BHS (אִ֕ישׁ), Genesis 36,12 BHS (אֵ֕לֶּה), Genesis 27,2 BHS (וַיֹּ֕אמֶר).[14]

Zakef gadol mit Mercha und Tifcha

Tifcha Mercha Zakef Gadol
֖ ֥ ֕

Dem Zakef gadol folgen Mercha oder Tifcha. Jacobson illustriert dies u. a. am Beispiel Genesis 40,3 BHS (מְקֹ֕ום אֲשֶׁ֥ר יֹוסֵ֖ף), Genesis 41,10 BHS (אֹתִ֕י וְאֵ֖ת), Genesis 31,35 BHS (וַיְחַפֵּ֕שׂ וְלֹ֥א מָצָ֖א), Genesis 42,12 BHS (לֹ֕א כִּֽי־עֶרְוַ֥ת הָאָ֖רֶץ), Numeri 14,8 BHS (הַזֹּ֔את וּנְתָנָ֖הּ).[15]

Konkordanzen

Buch Zakef Gadol
Tora 524[7]
   ‏בְּרֵאשִׁית‎ Bereschit 175[7]
    ‏שִׁמוֹת‎ Schemot 99[7]
   ‏וַיִּקְרׇא‎ Wajikra 56[7]
   ‏בְמִדְבַּר‎ Bemidbar 125[7]
   ‏דְבָרִים‎ D'warim 69[7]
נְבִיאִים‎ Newi'im 395[16]
‏כְּתוּבִים‎ K'tuwim 312[16]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Akzente, hebräische - Sakef katon, Sakef gadol. In: Georg Herlitz und Ismar Elbogen Jüdisches Lexikon : ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden , Berlin : Jüdischer Verl., und S. 185-186. (online) und S. 43-44 (Quelle) und (online) OCLC 309930484. Zajin wird dort konsequenterweise als Sajin beschrieben.
  2. Heinrich Berl:Die Wiederherstellbarkeit der althebräischen Vokalmusik. In: Der Jude : eine Monatsschrift, Berlin [u.a.] : Jüdischer Verl., 1923, Heft 9, S. 544 :„sakef gadol“(online)
  3. Jascha Nemtsov: Die neue Jüdische Schule in der Musik. Band 2, Otto Harrossowitz-Verlag, Wiesbaden 2004, S. 72: „Der wichtigste Bestandteil dieser Musiktradition waren die Bibelkantillationen bzw. Tropen, kurze Motive, mit denen die Heilige Schrift auf rezitativische Weise vorgetragen wird“.
  4. Jascha Nemtsov: Jüdische Kunstmusik im 20. Jhdt. Band 3, Otto Harrossowitz-Verlag, Wiesbaden 2006, S. 203:„wenn man die Kirchentonarten hört, merkt man … alten synagogalen Motiven (Tropen)“.
  5. Jascha Nemtsov: Jüdische Musik. Band 8. Enzyklopädisches Findbuch zum Archiv der "Neuen Jüdischen Schule", Otto Harrossowitz-Verlag, Wiesbaden 2008, S. 138:„synagogale Bibelrezitationen auch Kantillation genannt... ihre kurzen Motive (in ostjüdischer Tradition als Tropen bezeichnet) ...Die Tropen bildeten nicht nur die formale Substanz dieser Werke, sie prägten sie gleichzeitig spirituell im Geist der Synagogenmusik“
  6. טַעֲמֵי הַמִּקְרָא cantillation notes, tropes auf morfix.co.il
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 7,4 7,5 7,6 Price, S. 6. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „Price6“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  8. Gunilla Iversen: Tropus. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 8, LexMA-Verlag, München 1997, ISBN 3-89659-908-9, Sp. 1046–1047.
  9. Solomon Rosowsky: The Cantillation of the Bible. The Five Books of Moses. The Reconstructionist Press, New York 1957.: „Cantillation proceeds according to the special graphic signs–tropes or accents–attached to every word in the Bible.“ in Verbindung mit einer Fußnote zu tropes: „In this work we use the term trope (Greek tropos – turn) long accepted in Jewish practice.“
  10. Joshua R. Jacobson:Chanting the Hebrew Bible, S. 148
  11. Marshall Portnoy, Josée Wolff:The Art of Cantillation, Volume 2: A Step-By-Step Guide to Chanting Haftarot …, S. 36.
  12. Joshua R. Jacobson:Chanting the Hebrew Bible, S. 117
  13. William Rainey Harper:Elements of Hebrew by an Inductive Method, S. 25
  14. Sofern nicht anders ausgewiesen, folgt dieser Abschnitt dem Kapitel Zakef gadol in Jacobson (2005), S. 50f.
  15. Sofern nicht anders ausgewiesen, folgt dieser Abschnitt dem Kapitel Zakef gadol in Jacobson (2005), S. 51.
  16. 16,0 16,1 James D. Price:Concordance of the Hebrew accents in the Hebrew Bible: Concordance …, 1. Band, 5