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Renaud Camus
Renaud Camus (* 10. August 1946 in Chamalières, Puy-de-Dôme) ist ein französischer Schriftsteller und Philosoph. Seit 1985 ist er Herausgeber eines Journals, und 2002 gründete er eine Partei mit dem Namen Parti de l'In-nocence (in dieser Schreibweise; deutsch etwa Partei der Arglosigkeit).[1] Er ist aktiv in der Politik und wird als einer der Vordenker des rechtsextremen Front national angesehen, obwohl er dies vehement bestreitet. Von einem Gericht in Paris ist er im April 2014 zu 4000 Euro Geldstrafe verurteilt worden, weil er muslimische Einwanderer als Teil einer „Eroberung Frankreichs“ bezeichnet hatte.[2]
Literarisches Werk
Camus’ Buchveröffentlichungen befassen sich vielfach mit seiner eigenen Homosexualität.[3][4] Seine politischen Schriften thematisieren vor allem eine angenommene kulturelle Umwandlung Frankreichs aufgrund von Einwanderung. Er glaubt, dass Frankreich vor einem Identitäts- und Kulturverlust (er spricht von déculturation) stehe. Le grand remplacement[5] (etwa: Der große [Bevölkerungs]-Austausch), der Titel eines seiner Bücher, wurde in Frankreich – ebenso im deutschen Sprachraum[6] – zu einem Schlagwort innerhalb der rechtsextremen identitären Bewegung. Die französischen Regierungen seien demnach dabei, das französische Volk „aufzulösen“. Das sei die Folge der Globalisierung, die alles – Waren, Produktionsstätten und Menschen – für auswechselbar erklärt habe.[7] Lorenz Jäger bezeichnete in der FAZ Camus’ ersten auf Deutsch erschienenen Roman Tricks als „das Buch eines stolzen Homosexuellen“; Revolte gegen den Großen Austausch solle hingegen dazu dienen, „die kausale Abhängigkeit eines schwindenden Gemeinschaftsgefühls und Nachbarschaftsvertrauens von wachsender ethnischer Durchmischung erweisen zu können“.[8]
Renaud Camus lebt auf seinem Château de Plieux im Département Gers.
Werke
- in deutscher Übersetzung
- Tricks. Mit einem Vorwort von Roland Barthes. Gmünder, Berlin 1999, 2 Bde.
- Revolte gegen den Großen Austausch. Verlag Antaios, Schnellroda 2016, ISBN 978-3-944422-23-7.
Weblinks
- Literatur von und über Renaud Camus im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Persönliche Webseite (französisch)
- Michaela Wiegel: Le Pens heimlicher Vordenker In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. September 2015
- Joseph Hanimann: Vom Sinn heimgesucht – Ich-Literatur und Antisemitismus: Renaud Camus ist zurück. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Juli 2002 (Nachdruck)
Einzelnachweise
- ↑ http://www.in-nocence.org/index.php?page=comite
- ↑ http://www.lemonde.fr/societe/article/2014/04/10/l-ecrivain-renaud-camus-condamne-pour-provocation-a-la-haine-contre-les-musulmans_4399551_3224.html
- ↑ Vom Sinn heimgesucht – Ich-Literatur und Antisemitismus: Renaud Camus ist zurück
- ↑ FAZ: Le Pens heimlicher Vordenker
- ↑ Réédition du “Grand Remplacement” de Renaud Camus, augmentée du discours d’Orange (Memento vom 3. Dezember 2012 im Internet Archive)
- ↑ Danijel Majic: Rechte Bewegung in Hessen Rechte: „Stoppt den großen Austausch“. In: Frankfurter Rundschau, 3.7.2015. Abgerufen am 13. Oktober 2016.
- ↑ http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/renaud-camus-thesen-sind-bei-front-national-salonfaehig-13809272.html
- ↑ Lorenz Jäger: Identitätspolitik und lokale Gemeinschaften. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Februar 2016, S. N3.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Camus, Renaud |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Schriftsteller und Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 10. August 1946 |
| GEBURTSORT | Chamalières, Frankreich |
| Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Renaud Camus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |