Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Reinhard Breymayer

Aus Jewiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Reinhard Breymayer (* 4. Januar 1944 in Urach, Württemberg) ist ein deutscher Philologe, Pietismusforscher und Experte für die Geschichte der Rhetorik.

Kindheit, Ausbildung und Studium

Reinhard Breymayer wuchs 1944 – 1946 in Unterweissach bei Backnang und 1946 – 1966 in Hülben bei Urach (Württemberg) auf. Er war Schüler zweier altsprachlicher Gymnasien, der Evangelisch-Theologischen Seminare Maulbronn und Blaubeuren, und legte in Blaubeuren 1963 die Reifeprüfung ab. Er studierte an den Universitäten in Tübingen, Köln, Bonn und Bochum. Von 1964 bis 1967 war er Stipendiat des Evangelischen Stifts Tübingen als Inhaber einer Philologen-Freistelle. 1971 erwarb er an der Universität Bonn den Grad des Magister Artium in den Fächern Germanistik, Allgemeine Sprachwissenschaft und Allgemeine Rhetorik.

Beruf, Forschung und Lehrtätigkeit

Nach dem Studium war er seit 1971 an den Universitäten Bonn, Heidelberg und Stuttgart, den Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Schwäbisch Gmünd sowie für das Landeskirchliche Archiv Stuttgart und die Historische Kommission zur Erforschung des Pietismus in Berlin als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.

1976 erhielt er einen Ruf als Assistent bei dem Germanisten Professor Dr. Dr. h. c. (mult.) Hugo Moser (Bonn) 1976. Er verzichtete auf diese Stelle zugunsten seiner weiteren, von Professor D. Martin Schmidt, D. D. (Heidelberg), als unentbehrlich angesehenen Mitarbeit bei der Berlin/New Yorker Oetinger-Edition, die laut der Fachkritik zu einem überdurchschnittlichen Ergebnis führte.

Seit 1989 ist er Lehrbeauftragter für Allgemeine Rhetorik an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und seit 1996 Deutschlandkorrespondent der Stiftung ADAMAS – Stiftung Götz Hübner für interkulturelle Studien am griechisch-deutschen und polnisch-deutschen Beispiel in Schorndorf.

Von 1971 bis 1976 wirkte er bei der Herausgabe der Zeitschrift Linguistica Biblica (Bonn) mit. 1982 – 2000 war er Mitglied des Redaktionskomitees der Zeitschrift ARIES (Paris / Sorbonne). Seit 1992 ist er Herausgeber der Suevica. Beiträge zur schwäbischen Literatur- und Geistesgeschichte (Stuttgart) in der Reihe Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik. Die Suevica berücksichtigen vor allem die Schwäbische Romantik.

Breymayer ist Verfasser von über 200 Veröffentlichungen vor allem zum Pietismus, zur Rhetorik und zur deutschen Philologie. Genannt seien die von ihm mitherausgegebenen Bände 1 und 3 der historisch-kritischen Edition der Werke des Theosophen Friedrich Christoph Oetinger (Berlin, New York 1977 und 1999). Er hat auch zahlreiche Beiträge zu Ehren renommierter Institutionen und Personen veröffentlicht, z. B. des Evangelischen Stifts Tübingen 1986, des Sorbonne-Professors Antoine Faivre 2001 bzw. des in Toronto tätigen Professors Hartmut Fröschle 2005.

Breymayer hat erstmals die Frage nach dem Verbleib der Privatbibliotheken solch führender Pietisten wie Philipp Jacob Spener, August Hermann Francke und Gottfried Arnold gestellt und auf Grund neu gefundener Auktionskataloge zu diesen Privatbibliotheken teilweise beantworten können.

Ehrungen und Auszeichnungen

Schriften

Werkverzeichnisse

  • [Reinhard Breymayer (Bearbeiter):] Philipp-Matthäus-Hahn-Preis der Stadt Kornwestheim 1989. Erste Verleihung an Reinhard.Breymayer. Bibliographie Reinhard Breymayer für die Jahre 1969 – 1980. ([Umschlagtitel:] Breymayer-Bibliographie.) Herausgegeben von Wolfgang Urban. Tübingen: Noûs-Verlag Thomas Leon Heck 1991. – XIV, [I], 100 S. – Enthält 140 Titel.

Weitere Werkverzeichnisse, dazu biographische Angaben, siehe unter Literatur und unter Weblinks.

Einzelne Werke (Auswahl)

  • Vladimir Jakovlevič Propp (1895 – 1970) – Leben, Wirken und Bedeutsamkeit. In: Linguistica Biblica. Interdisziplinäre Zeitschrift für Theologie und Linguistik, Heft 15/16 (1972), S. 36 – 77 (S. 67 – 77 Bibliographie).
  • Friedrich Christoph Oetinger: Die Lehrtafel der Prinzessin Antonia von Württemberg. Herausgegeben von Reinhard Breymayer und Friedrich Häußermann. de Gruyter, Berlin, New York 1977 (Texte zur Geschichte des Pietismus, Abteilung VII. Friedrich Christoph Oetinger, Band 1, Teile 1.2), ISBN 3-11-004130-8.
    • Reprint Hardcover, November 2010: ISBN 978-3-11-004130-0; Reprint Mai 2011: ISBN 978-3-11-004130-9;
    • Reprint eBook (PDF), 2010. Erscheinungsdatum: Mai 2011: e-ISBN 978-3-11-083496-3;
    • Reprint/eBook, 2010. Erscheinungstermin: Mai 2011: ISBN 978-3-11-219057-9.
      • Vorlage ist das Werk von Friedrich Christoph Oetinger: Offentliches [Öffentliches] Denckmahl Der Lehr-Tafel einer weyl[and]. Würtembergischen Princeßin Antonia [...]. Tübingen 1763, in dem Oetinger nachdrücklich auf die von der Prinzessin Antonia von Württemberg (1613-1679) in die Dreifaltigkeitskirche in Teinach (heute Bad Teinach-Zavelstein) gestiftete kabbalistische Lehrtafel hinweist. – Der Konzeption des prachtvollen Gemäldes liegt eine Christianisierung der Kabbala zugrunde.
  • Friedrich Christoph Oetinger: Biblisches und Emblematisches Wörterbuch. Herausgegeben von Gerhard Schäfer in Verbindung mit Otto [Wilhelm] Betz [senior, Tübingen], Reinhard Breymayer, Eberhard [Martin] Gutekunst, Ursula Hardmeier [, geb. Paschke], Roland Pietsch, Guntram Spindler. de Gruyter, Berlin, New York 1999 (Texte zur Geschichte des Pietismus, Abteilung VII. Friedrich Christoph Oetinger, Band 3, Teile 1.2), ISBN 3-11-004903-1.
  • Ein unbekannter Gegner Gotthold Ephraim Lessings: Der ehemalige Frankfurter Konzertdirektor Johann Daniel Müller aus Wissenbach/Nassau (1716 bis nach 1785), Alchemist im Umkreis [Johann Wolfgang] Goethes, Kabbalist, separatistischer Chilast, Freund der Illuminaten von Avignon ("Elias / Elias Artista"). In: Pietismus – Herrnhutertum – Erweckungsbewegung. Festschrift für Erich Beyreuther. Hg. von Dietrich Meyer. Köln [Pulheim-Brauweiler] / Bonn 1982 (Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte, Bd. 70), S. 109 – 145 [dazu S. 108: "Silhouette von [Johann] Daniel Müller"].
  • Neuentdeckte Dokumente zu Hölderlins Leben und Umkreis. In: Hölderlin-Jahrbuch 21 (1978 – 1979). Tübingen (1979), S. 246 – 283.
  • Ein radikaler Pietist im Umkreis des jungen Goethe. Der Frankfurter Konzertdirektor Johann Daniel Müller alias Elias / Elias Artista (1716 bis nach 1785). In: Pietismus und Neuzeit. Ein Jahrbuch zur Geschichte des neueren Protestantismus, Bd. 9 (1983). Göttingen (1984), S. 180-237.
  • Der endlich gefundene Autor einer Vorlage von Schillers „Taucher“: Christian Gottlieb Göz (1746-1803), Pfarrer in Plieningen und Hohenheim, Freund von Philipp Matthäus Hahn? In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, 83/84 (1983/1984). Stuttgart [1985], S. 54 – 96; S. 83 – 96: Literaturübersicht.
  • Der „Vater des deutschen Pietismus“ und seine Bücher: Zur Privatbibliothek Philipp Jakob Speners. In: Bibliothecae selectae da Cusano a Leopardi, a cura di Eugenio Canone. Olschki, Florenz 1993 (Lessico Intellettuale Europeo, 58), S. 299 – 331.
  • Der wiederentdeckte Katalog zur Bibliothek Gottfried Arnolds. In: Dietrich Blaufuß, Friedrich Niewöhner (Hrsg.): Gottfried Arnold (1666 – 1714). Harrassowitz, Wiesbaden 1995 (Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel / Wolfenbütteler Forschungen, Bd. 61), S. 55 – 143.
  • Zum Schicksal der Privatbibliothek August Hermann Franckes. Über den wiedergefundenen Auktionskatalog der Privatbibliothek seines Sohnes Gotthilf August Francke. 3. Auflage. Heck, Tübingen 2002, ISBN 3-924249-42-3.
  • Pietismus. In: Gert Ueding (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Band 6. Niemeyer, Tübingen / Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, Sp. 1191 – 1214.
  • Eine unbekannte Koranerklärung in der Bibliothek von Goethes Vater: „Elias mit dem Alcoran Mahomeds“. Über das wiedergefundene Werk des Radikalpietisten Johann Daniel Müller aus Wissenbach (Nassau). Heck, Tübingen 2004, ISBN 3-924249-43-1.
  • Oetinger, Friedrich Christoph. In: Wouter J. Hanegraaff (Hrsg.): Dictionary of Gnosis and Western Esotericism. Band 2. Brill, Leiden / Boston 2005, S. 889 – 894.
  • (Hrsg.): In dem milden und glücklichen Schwaben und in der Neuen Welt. Beiträge zur Goethezeit. Heinz, Stuttgart 2004 [2005] (= Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik, Nr. 423), ISBN 3-88099-428-5.
  • Friedrich Hölderlin, Patensohn eines Freimaurers! In: Tau. Zeitschrift der Forschungsloge Quatuor Coronati, Bayreuth [, Jg. 31.] 2005, S. 91 – 98; ferner Reinhard Breymayer: Freimaurer vor den Toren des Tübinger Stifts: Masonischer Einfluss auf Hölderlin? In: Tubingensia: Impulse zur Stadt- und Universitätsgeschichte. Festschrift für Wilfried Setzler zum 65. Geburtstag. Hg. von Sönke Lorenz und Volker [Karl] Schäfer in Verbindung mit dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2008 (Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, 10), S. 355 – 395. – ISBN 978-3-7995-5510-4.
  • (Hrsg.): Luctuosa desideria. Wiedergefundene Gedenkschriften auf den Leipziger pietistischen Studenten Martin Born (1666 – 1689). Mit Gedichten von Joachim Feller, August Hermann Francke und anderen, Teil 1. Luctuosa desideria und Vetterliche und Freund-verbundene Letzte Pflicht. Text. Noûs-Verlag Thomas Leon Heck, Tübingen 2008. ISBN 978-3-924249-42-7. – Auf S. 24 – 25 findet sich das weltberühmte Sonett Fellers auf Martin Born im Faksimile des in Fraktur gesetzen Textes der jahrhundertelang verschollenen Erstausgabe, S. 12 – 13 in Antiqua-Umschrift.
  • Ders. / Red[aktion]: Feller, Joachim, auch: Cholander, Franciscus Dermasius. In: [Walther] Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes. 2., vollständig überarb. Aufl., Bd. 3. Berlin, New York: Walter de Gruyter & Co. (2008), S. 404 – 405. ISBN 978-3-11-018962-9.
  • Prälat Oetingers Neffe Eberhard Christoph v. Oetinger, in Stuttgart Freimaurer und Superior der Illuminaten, in Wetzlar Richter am Reichskammergericht – war dessen mit Goethe verwandte Gattin, Charlotte, geb. v. Barckhaus, ein Vorbild für Werthers "Fräulein von B.."? 2., verbesserte Auflage. Heck, Tübingen 2010. – 215, [I] S., ISBN 978-3-924249-49-6.
  • Zwischen Prinzessin Antonia von Württemberg und Kleists Käthchen von Heilbronn. Neues zum Magnet- und Spannungsfeld des Prälaten Friedrich Christoph Oetinger. Heck, Dußlingen 2010. – 229 S., ISBN 978-3-924249-51-9.
  • Friedrich Christoph Steinhofer – ein pietistischer Theologe zwischen Oetinger, Zinzendorf und Goethe. Mit der Lösung eines quellenkritischen Problems bei Karl Barth. In: Dicbtung – Gelehrsamkeit – Disputationskultur. Festschrift für Hanspeter Marti zum 65. Geburtstag. Hrsg. von Reimund B. Sdzuj, Robert Seidel und Bernd Zegowitz. Böhlau Verlag, Wien, Köln, Weimar 2012, S. (196) – 230, ISBN 978-3-412-20876-9.
  • Goethe, Oetinger und kein Ende. Charlotte Edle von Oetinger, geborene von Barckhaus-Wiesenhütten, als Wertherische "Fräulein von B..". Heck, Dußlingen 2012. – ISBN 3-924249-54-7.
  • Friedrich Christoph Steinhofer. Ein pietistischer Theologe zwischen Oetinger, Zinzendorf und Goethe. Mit der Lösung eines quellenkritischen Problems bei Karl Barth und einem Exkurs über die Bedeutung von Tugendlehre und Biblischen Summarien für die Lehrtafel in Steinhofers Amtsort Teinach. Heck, Dußlingen 2012. – ISBN 978-3-924-249-53-3. [Wesentlich erweiterte Fassung der Abhandlung über Steinhofer.]
  • (Hrsg.): Johann Friedrich Jüdler, Friedrich Christoph Oetinger, Erhard Weigel: Realvorteile zum Informieren. Johann Friedrich Jüdlers ehmaligen Schulmeisters zu Stetten im Ramstal [Remstal] Realvorteile zum Informieren für die Anfänger in deutschen und lateinischen Schulen nach den Absichten der Realschule zu Berlin. Aus dem Mund und Gespräch des Herrn Spezialsuperintendenten [Friedrich Christoph] Oetingers geschöpft und dem Druck übergeben (1758). (Historisch-kritische Edition und Faksimile-Neudruck der Ausgabe Heilbronn [am Neckar] : Johann Friedrich Majer, 1758.) – Heck, Dußlingen 2014, ISBN 978-3-924249-56-4.
  • Die Werke Friedrich Christoph Oetingers. Chronologisch-systematische Bibliographie 1707 – 2014, bearbeitet von Martin Weyer-Menkhoff und Reinhard Breymayer. de Gruyter, (Berlin; München; Boston [, Massachusetts, USA]) [März] 2015 (Bibliographie zur Geschichte des Pietismus, Band 3. Im Auftrag der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus [Hannover, bei der Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland] hrsg. von Hans Schneider, Hans Otte, Hans-Jürgen Schrader). – VIII, 445 S.

Zu den Exkursen vgl. Reinhard Breymayer [Hauptverfasser]: Bibliographisch-biographische Exkurse. In: Die Werke Friedrich Christoph Oetingers (2015), S. 378 – 421. [29 Exkurse.]

Literatur

  • Autoren in Baden-Württemberg. Ein aktuelles Nachschlagewerk. (Redigiert unter Mitarbeit von Imre Török und Birgit Grübl.) Silberburg-Verlag, Stuttgart 1991, S. 89 – 91: Breymayer, Reinhard. 378–421. – Zur aktualisierten Fassung siehe bei den Weblinks die Website [3] Autorinnen und Autoren in Baden-Württemberg.
  • Georg H. Schlatter Binswanger: Breymayer, Reinhard. In:
    • Konrad Feilchenfeldt (Hrsg.): Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert. Biographisches-Bibliographisches Handbuch, Band 4. Saur, Zürich, München 2003, Spalte 223. [1].
  • Andreas Klimt (Red.): Kürschners Deutscher Sachbuch-Kalender, Jg. 2, Band 1, 2003/2004. Saur, München, Leipzig 2004, S. 95 – 96: Breymayer, Reinhard.

Weblinks

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Reinhard Breymayer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.