| Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.
Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ... Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten) |
How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida |
Otti Berger
Otti Berger (geb. 4. Oktober 1898 in Zmajevac / Baranja, Ungarn; gest. 1944/45 im KZ Auschwitz) war eine Textilkünstlerin und Weberin.
Leben
Von 1912 bis 1926 besuchte Otti Berger die Kunstakademie in Zagreb. Ab Januar 1927 immatrikulierte sie sich zum Studium am Bauhaus Dessau. Im Wintersemester 1927 wurde sie Mitglied der Webereiwerkstatt. Nach einem Außensemester im Sommer 1929 an der Webschule Johanne Brunsson in Stockholm nahm sie ab November 1929 eine halbe Stelle als Mitarbeiterin der Weberei am Bauhaus wahr. Während des Sommers 1930 vertrat sie die Leiterin Gunta Stölzl. Im Oktober 1930 absolvierte Berger die Weber-Gesellenprüfung bei der Handwerkskammer in Glauchau/ Sachsen, woraufhin sie im November desselben Jahres das Bauhaus-Diplom erhielt.
Von November 1930 bis Mai 1931 arbeitete Otti Berger als künstlerische Mitarbeiterin bei der Gardinenweberei Fischer und Hoffmann in Zwickau. Ab Mai 1931 bis Oktober 1931 war sie bei Websky, Hartmann & Yiesen, Tischdecken und Leinenweberei in Wüstewaltersdorf tätig. Im Oktober 1931 wurde ihr die Leitung der Weberei am Bauhaus Dessau übertragen, wo sie vorerst bis Februar 1932 unterrichtete; die Stelle wurde bis zum 31. März 1932 verlängert. Nachdem Lilly Reich die Leitung der Weberei übernommen hatte, erhielt Berger einen Vertrag als stellvertretende Leiterin.
Im November 1932 eröffnete Berger einen eigenen Textil-Atelier „laboratorium und versuchswerkstatt. stoffe für bekleidung, möbel, vorhang-, wandbekleidung und bodenbelag“ in Berlin. Ab 1933 arbeitete sie mit Wohnbedarf Zürich und der Weberei De Ploeg, Bergeijk/Niederlande zusammen, die Stoffe nach ihren Entwürfen produzierten. 1935 beantragte Berger die Aufnahme in die Reichskammer der bildenden Künste und wurde aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln abgelehnt. Ab Mai 1936 erhielt sie Berufsverbot als Kunsthandwerkerin. Nach mehreren kurzen Aufenthalten in London ab September 1937, wo sie keine Arbeit fand, kehrte Otti Berger in ihre Heimat und zu ihrer Familie zurück. Ein Auswanderungsversuch in die USA – László Moholy-Nagy hatte sie 1938 eingeladen, an seinem New Bauhaus in Chicago zu unterrichten – scheiterte. 1944 wurde Otti Berger mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert und starb dort.
Literatur
- Antonija Mlikota, Biografie von Otti Berger, auf bauhaus-online.de (abgerufen am 29. Nov. 2012)
- Barabra von Lucadou, Otti Berger – Stoffe für die Zukunft. in: Wechselwirkungen Ungarische Avantgarde in der Weimarer Republik. Marburg 1986, S. 301-3
- Kunst im Exil in Großbritannien, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Ausstellungskatalog, Berlin 1986, S. 117
- Magdalena Droste & Manfred Ludewig (Hg.), Das Bauhaus webt. Die Textilwerkstatt des Bauhauses, Berlin 1998
- Ulrike Müller, Bauhaus-Frauen. Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design, München 2009, S. 62-67
- „aushang in der weberei“ vom 26. November 1931, unterzeichnet von Mies van der Rohe, Bauhaus-Archiv Berlin
Weblinks
- http://bauhaus-online.de/atlas/personen/otti-berger
- http://www.bauhaus.de/bauhaus1919/biographien/otti_berger.html
- http://www.exilarchiv.de/Joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=187&Itemid=1
- http://dev.textilpedia.org/wiki/Otti_Berger
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Berger, Otti |
| KURZBESCHREIBUNG | Textilkünstlerin und Weberin |
| GEBURTSDATUM | 4. Oktober 1898 |
| GEBURTSORT | Zmajevac, Baranja, Ungarn |
| STERBEDATUM | 1944 oder 1945 |
| STERBEORT | KZ Auschwitz |
| Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Otti Berger aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |