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Noach
Noach (Noah, Noa, Noe), Sohn Lemechs/Lamechs Noah (Bedeutung: "Trost"/"Ruhe") ist eine Person der Bibel, Gerechter der Urzeit, 10. Patriarch nach Adam (ebenso 10 Generationen vor Abraham), aus der Sintflut errettet (Parallelen im bedeutend älteren sumerisch-babylonischen Gilgamesch-Epos), begründete die Menschheit aufs neue, Bau der Arche, Ölzweig der Taube, Bund des Regenbogens (Keschet), Pflanzung des Weinstocks.
Noachiden = Noahs Söhne: * Sem (Shem) > Semiten, * Ham (Cham) > , Hamiten (dunkelhäutige Afrikaner) * Jafet (Japhet, Yefet) > Jafetiten (heute überholte sprachwissenschaftliche Theorie) und deren Nachkommen = die ganze Menschheit (Erneuerung der gesamten Menschheit; nach talmudischer Zählung 70 Völkerschaften); Gesetze der Noachiden = elementare ethische Grundregeln, die dem jüdischen Gesetz vorangehen und allen Menschen gemeinsam sein sollten:
Noachidische Gebote (6 Verbote, ein Gebot), eine Art Naturrecht, an die jeder Nichtjude bzw. die Kinder Noas, d. h. eben alle Menschen unabhängig von nationalen und religiösen Schranken, sich halten müssen, sieben an der Zahl:
- 1. Verbot des Götzendienstes
- 2. Verbot des Blutvergiessens (= Mord)
- 3. Verbot der Blutschande/Unzucht
- 4. Verbot, ein Organ eines noch lebenden Tieres zu geniessen (allgemeiner: keine Brutalität gegen Tiere)
- 5. Verbot, den heiligen Namen zu beschimpfen/Gotteslästerung
- 6. Verbot zu rauben (Diebstahl)
- 7. der Befehl, Richter zu ernennen/Gebot der Rechtspflege/Verfolgung des Rechtsprinzips;
Nichtjuden müssen nur die noachidischen Gebote halten; die Noachidischen Gebote stellen im rabbinischen Judentum eine Art allgemeines Menschenrecht dar (ursprünglich gedacht als vor der sinaitischen Offenbarung und unabhängig von ihr in Geltung), das von allen Menschen, Juden wie Nichtjuden, einzuhalten ist und durch dessen Beachtung man nach jüdischer Auffassung Anspruch auf menschliche Anerkennung und Behandlung erlangt; befolgt ein Nichtjude die noachidischen Gebote, so wird er - nach mancher Meinung - ger toschaw (Beisasse) genannt, darf in Erez Israel wohnen und hat Anteil an der kommenden Welt; Voraussetzung ist aber, dass er die Gebote als von Gott geoffenbart ansieht; die göttliche Mahnung an die Noachiden: "Euer eigen Blut will ich von euch einfordern", Gen. 9,5, gilt als Wurzel der im Judentum verbotenen Selbsttötung; auch die Selbstverstümmelung ist untersagt: "Der Mensch hat kein Recht, sich selbst zu verletzen", Baba Kamma 91b; vielfach jedoch milde Beurteilung der Selbsttötung, z. B. Saul (II. Sam. 31,4)