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Netz gegen Nazis

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Version vom 4. April 2018, 22:26 Uhr von Techniker (Diskussion | Beiträge) ("Netz gegen Nazis" ist Geschichte und durch "Belltower.News" ersetzt)
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Netz gegen Nazis war ein Internetportal der Amadeu Antonio Stiftung. Am 3. April 2017 wurde als zum Watchblog Belltower.News (Untertitel: Netz für digitale Zivilgesellschaft) umgewandelt.

Träger und Organisation

Unterstützt wird das Portal von der Zeit, dem Deutschen Fußball-Bund, dem Deutschen Olympischen Sportbund, dem Deutschen Feuerwehrverband und der Deutschen Fußball Liga.

Als Medienpartner traten anfangs das Zweite Deutsche Fernsehen und die zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehörenden VZ-Netzwerke studiVZ, schülerVZ und meinVZ auf. Zeitweise erreichte das Portal 500.000 Seitenaufrufe pro Tag. Im Jahre 2008 betrug die Zahl der Besuche rund 30.000 pro Tag.[1] 2015 haben durchschnittlich monatlich 177.770 Besucher die Seite aufgerufen (2014: 142.800, 2013: 128.000, 2012: 108.000, 2011: 90.500, 2010: 85.000; 2009: 70.000).[2]

Am 1. Januar 2009 übergab Die Zeit die Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung, unterstützt Netz-gegen-Nazis aber auch weiterhin.[3] Die Unterstützung durch das Zweite Deutsche Fernsehen als TV-Partner endete am 30. Juni 2009.[4] An dessen Stelle wird nunmehr das Projekt Mut gegen rechte Gewalt als Medien-Partner geführt, das jedoch ebenfalls von der Amadeu Antonio Stiftung unterhalten wird.

Ziel und Inhalte

Initiiert wurde das Portal vom Chefredakteur der Zeit, Giovanni di Lorenzo, und dem Verleger Stefan von Holtzbrinck Ende 2007. Vorbild war das noch heute in der Zeit-Online-Redaktion angegliederte Weblog Störungsmelder. Intention des Projektes ist laut di Lorenzo ein bundesweites Forum, in dem „Betroffene einander Rat geben können, was zu tun ist, wenn rechtsextremistisches Gedankengut in ihren Alltag eindringt“. Laien- und Experteninformationen sollen Themen des Rechtsextremismus sowie mögliche Gegenaktivitäten „verständlich verfügbar“ machen. Hauptanliegen sei, „Argumentationshilfen und Handlungsoptionen“ für Menschen zu liefern, die in Schulen, Sportverbänden oder anderen Vereinen „mit rechtsextremer Propaganda oder Gewalt zu tun haben“. Der Redakteur Toralf Staud beschrieb das Projekt als „Enzyklopädie und moderiertes Forum“. Insgesamt besteht die Redaktion aus einer festen Mitarbeiterin sowie zahlreichen freien Autoren.[5]

Die Aktion wurde zudem mit kurzen Videospots Prominenter, wie der Fußballnationalspieler Michael Ballack, Philipp Lahm oder Christoph Metzelder, in mehreren Stadien unterstützt.[6]

Reaktionen

Die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Maria Böhmer begrüßte das Projekt und hob die Rolle von Medien und Sport hervor, die „aufgrund ihrer großen Breitenwirkung“ eine besondere Verantwortung tragen. Die Aktion wird „dazu beitragen, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zurückzudrängen und potenzielle Opfer besser in die Lage versetzen, sich zu wehren“.[7] 2010 wurde das Netz gegen Nazis mit dem Civis – Europas Medienpreis für Integration ausgezeichnet.[8]

Kritik

Der Autor Burkhard Schröder, der zum Netz gegen Nazis zwei Artikel beigetragen hat, sah 2008 das Projekt kritisch: „Das alles wirkt wie Moraltheologie. Die Haltung der Seite erinnert an den regierungsamtlichen Kampf gegen rechts seit 2000, der auch nur dazu geführt hat, dass die NPD in mehreren Landtagen sitzt“. Weiter warnte er, dass die Oberflächlichkeit, die teilweise auf der Plattform herrsche, entgegen dem gewollten Zweck zum Gegenteil beitrage und somit Macht und Einflussbereich von Neonazis stärke. Problematisch sei vor allem, dass hintergründige und konkrete Themen wie Antisemitismus oder die Asylgesetzgebung gar nicht oder nur flüchtig behandelt werden.[9]

Die Welt veröffentlichte am 21. Mai 2008 einen Artikel von Thomas Lindemann, in dem der Autor den Erfolg des Projektes in Frage stellte. Insbesondere kritisierte er, dass Inhalte zu oberflächlich und mitunter sogar kontraproduktiv seien.[10]

Weblinks

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Netz gegen Nazis aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.