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Nakam

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Nakam (he: Rache; eigentlich Dam Yehudi Nakam, auf deutsch etwa Das jüdische Blut wird gerächt werden) war eine jüdische Organisation, die sich seit 1945 das Ziel gesetzt hatte, unter Abba Kovner Rache für den Holocaust zu üben.

„Wir müssen der Welt zeigen, dass niemand so viel Blut vergießen kann, ohne dafür entsprechend zu zahlen. Deshalb muss die Rache dieselbe Dimension wie der Nazi-Massenmord haben.“

Die Nakam war bedeutend radikaler als die Jüdische Brigade. Anders als diese richtete die Nakam ihre Racheakte nicht hauptsächlich gegen Kriegsverbrecher, sondern gegen das gesamte deutsche Volk. Die Nakam-Männer gingen von einer Kollektivschuld aller Deutschen am Holocaust aus und planten daher Rache zu üben, indem sie für die 6 Millionen toten Juden, 6 Millionen Deutsche umbringen. Durch zwei Pläne sollte dieses Ziel erreicht werden: Plan A sah die Vergiftung der Trinkwasserspeicher von Hamburg und Nürnberg vor und Plan B die Vergiftung von Broten des Internierungslagers Langwasser. Plan A fand allerdings nie statt. Kovner reiste Ende Juli 1945 zur Besorgung des Gifts für Plan A nach Palästina, wurde bei der Rückreise jedoch verhaftet. Die Hagana hatte ihn auffliegen lassen, um die Gründung eines jüdischen Staates durch einen von Juden begangenen Massenmord nicht zu gefährden.[1] Nach Kovners Verhaftung versuchten seine Männer Plan B zu verwirklichen. Am 14. April 1946 ereignete sich der von der Nakam ausgeführte Anschlag auf das Internierungslager Langwasser bei Nürnberg. Dabei wurden die Brote für 12.000 bis 15.000 Internierte (zumeist SS-Angehörige) mit Arsen vergiftet. Nach heutigen Erkenntnissen wurde dadurch niemand getötet, allerdings litten mehr als 2200 Gefangene an Vergiftungserscheinungen, Hunderten musste der Magen ausgepumpt werden, und einige verloren kurzzeitig ihre Sehkraft [2]. Die Hagana hatte zwar das Arsen zur Verfügung gestellt, jedoch auch dafür gesorgt, dass die Dosis nicht tödlich wirkte.[3]

Die Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht Nürnberg stellte im Mai 2000 das Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes gegen zwei Nakam-Aktivisten ein, die sich namentlich zu der Tat bekannt hatten. Als Begründung dafür führte die Staatsanwaltschaft „Verjährung aufgrund außergewöhnlicher Umstände“ an.

Der Film Inglourious Basterds von 2009 greift teilweise auf die Geschichte der Nakam, sowie der der Jüdischen Brigade zurück.[4]

Verweise

Literatur
  • Jim G. Tobias, Peter Zinke: Nakam - Jüdische Rache an NS-Tätern, Konkret Literaturverlag 2000, ISBN 3-89458-194-8
Weblinks

Einzelnachweise

Andere Wikis

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