Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Moses Isserles

Aus Jewiki
Version vom 5. August 2011, 22:45 Uhr von Michael Kühntopf (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „thumb|Moses Isserles '''Moses ben Israel Isserles''' (geb. um 1525 in Krakau; gest. 1572 ebenda) war ein polnischer [[Rabbine…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Moses Isserles

Moses ben Israel Isserles (geb. um 1525 in Krakau; gest. 1572 ebenda) war ein polnischer Rabbiner des 16. Jahrhunderts. Er wird oft mit dem Akronym Rema (hebr. הרמ”א ha-Rəma; poln. Remu) bezeichnet, den Anfangsbuchstaben von Rabbi Moses Isserles.

Leben

Isserles studierte zunächst bei seinem Vater, einem vermögenden Talmudkenner, und seinem Onkel Moses Heigerlich. Sein Vater sandte ihn nach Lublin an die Jeschiwa von Schalom Schachna, wo er bis 1549 studierte und die Tochter des Jeschiwavorsitzenden heiratete. Sie starb 1552 im Alter von 20 Jahren, und 1553 erbaute Isserles zu ihrem Andenken eine Synagoge im Krakauer Stadtteil Kazimierz, die noch heute als Remu-Synagoge zu besichtigen ist. Neben dem Talmud studierte Isserles auch Philosophie, Astronomie und Geschichte. Schon als junger Mann galt er als herausragender Gelehrter und wurde 1550 zum Mitglied des Krakauer Bet Din ernannt. In der Folge gründete er eine eigene Jeschiwa und unterstützte seine Studenten aus privaten Mitteln. Als Posek verfasste er halachische Entscheidungen, die für das ganze aschkenasische Judentum verbindlich wurden. Isserles war auch Sofer und schrieb eine Torarolle nach den Regeln aus einem alten Manuskript, das Josef Karo für ihn in Safed gekauft und nach Krakau geschickt hatte. Isserles wurde neben seiner Synagoge begraben. Bis zum 2. Weltkrieg pilgerten Tausende von polnischen Juden jedes Jahr an Lag BaOmer, seinem Todestag, zu seiner Grabstätte. Zu seinen Nachfahren gehören Moses und Felix Mendelssohn.

Grabstein des Moses Isserles in Krakau

Werke

Seine Zeitgenossen bezeichneten Isserles als Maimonides des polnischen Judentums. Der Vergleich bezieht sich vor allem auf seine universalistische Lebensauffassung und die Verbindung von talmudischen und weltlichen Studien. Isserles verfasste Werke in den Bereichen Halacha, Kabbala, Homiletik, Philosophie und Naturwissenschaften. Dazu gehören Darche Mosche („Wege des Moses“), ein Kommentar zu Bet Josef von Josef Karo, den Isserles später zusammenfasste und als Anmerkungen zum Schulchan Aruch, dem „gedeckten Tisch“ von Karo, unter dem Titel HaMappah („Die Tischdecke“) herausgab. Erst durch Isserles Anmerkungen zum Schulchan Aruch wurde dieser zum verbindlichen Gesetzbuch der Judenheit - bis heute. Zu Isserles philosophischen Werken gehören ein Kommentar zum Buch Esther namens Mechir Jajin („Der Preis des Weins“, Cremona 1559), sowie ein Kommentar zu einer hebräischen Übersetzung der „Theoricae novae“ des Astronomen Georg von Peuerbach. In einer Response an den polnischen Rabbiner Salomon Luria (1510-1574) erwähnt Isserles seine Liebe zur hebräischen Sprache und gestattet das Lesen der Gedichte von Immanuel ha-Romi, militärischen Chroniken und weiteren weltlichen Büchern am Sabbat, unter der Bedingung, dass sie auf hebräisch geschrieben seien.

Literatur

  • Encyclopedia Judaica, Bd. 9, S. 1081-1085.
  • Max Freudenthal: Aus der Heimat Mendelssohns. Moses Benjamin Wulff und seine Familie, die Nachkommen des Moses Isserles, Berlin 1900. Neu herausgegeben von der Moses Mendelssohn Gesellschaft Dessau e.V., Dessau 2007, 350 S. ISBN 3-00-019835-0

Weblinks

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Moses Isserles aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.