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Meinung
Eine Meinung (von indogermanisch moino Wechsel, Tausch) ist im engeren Sinn die subjektive Ansicht und Einstellung zu Zuständen, Ereignissen oder anderen Personen (rechtlich: Werturteil), ihre wesentliche Aufgabe ist die Bewertung oder Beurteilung, sie sagt aus, wie jemand/etwas sieht. Eine Meinung entsteht auf der Basis eigener Erfahrungen und eigenen Wissens vor dem Hintergrund der eigenen gesellschaftlichen Umgebung und Deutungsmuster und somit immer ein von gesellschaftlichen Gültigkeiten geprägter individuell gebildeter Standpunkt.
Im weiteren Sinne bezeichnet Meinung die Einstellung des Fürwahrhaltens beliebiger (also nicht nur wertender) Aussagen. in der angelsächsischen analytischen Philosophie wird hierfür die Bezeichnung "belief" verwendet. Schon in der Philosophie der Antike wird dabei der bloßen Meinung (doxa) das Wissen (episteme) als gerechtfertigte und wahre Meinung gegenübergestellt.
Wortfeld und Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Synonym mit „Meinung“ werden mitunter die folgende Begriffe verwendet, die aber teilweise sehr unterschiedlich definiert werden: Behauptung, Standpunkt, Ansicht, Einstellung, Annahme, These, Überzeugung, Auffassung und Werturteil.
Sind zwei oder mehrere Personen unterschiedlicher Meinung spricht man von Meinungsverschiedenheit oder Dissens. Bei einer Konversation unterschiedlicher Gruppen spricht man von Meinungsaustausch. Die gesellschaftlich tendierende Meinung ist die Öffentliche Meinung. In einer pluralistischen Gesellschaft spricht man auch von Meinungsvielfalt. Das Recht auf Meinungsfreiheit ist im Grundgesetz verankert, d.h. jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Unter Demoskopie versteht man die Meinungsforschung, unter Meinungsbildung den Prozess der Entstehung einer Meinung.
Eine Meinung ist demnach ein psychisch erzeugter Standpunkt, der meist im Grade seiner Plausibilität stabil beibehalten wird. Ist der Standpunkt einer Person unsicher, wird sie einen neuen Prozess des Findens beginnen, neue Informationen sammeln und sich eine mehr oder weniger veränderte oder eine neue Meinung bilden. Ein wichtiger Faktor der Meinungsbildung sind außerdem die Massenmedien.
Wissenschaft
Im Bereich der Wissenschaften unterscheidet man unter anderem:
- Die herrschende Meinung (h.M.) als aktueller Stand der Wissenschaft, der allerdings fortlaufend (auch kontrovers) diskutiert wird.
- Die Lehrmeinung - die häufig durch Autoritäten, (Geschlechter-) Hierarchien im Wissenschaftsbetrieb und Wissenschafts-Schulen geprägt wird.
- Das Dogma gilt als die Lehrmeinung in einem Fachgebiet.
- Als grundlegend und daher nicht änderbar, wird sie zum Dogma (siehe auch Postulat, Axiom). Sie kann sich von der herrschenden Meinung unterscheiden, wovon die Wissenschaftsgeschichte zahlreiche Beispiele kennt. So nannte bereits Aristoteles drei Beweise für die Kugelgestalt der Erde, doch vertraten beispielsweise im 6. Jahrhundert bekannte Wissenschaftler wieder oder immer noch die These von einer flachen Erde.
- In den Geisteswissenschaften kann ein Unterschied zwischen herrschender und Lehrmeinung unter Umständen länger bestehen, insbesondere wenn Weltanschauungen betroffen sind. In den Naturwissenschaften tritt dieser Fall seltener auf.
- Die Mindermeinung, die in einem Diskurs oder zu einer konkreten Streitfrage vertretenen Ansichten, die nicht der vorwiegend eingenommenen Position entsprechen.
Eine „abweichende Meinung“ in der Wissenschaft kann auf den Ehrgeiz eines Wissenschaftlers zurückgehen, lediglich Interesse zu erregen oder für Schlagzeilen zu sorgen, doch kann sie (und ihr Disput) auch in diesem Fall ein wichtiger Motor der wissenschaftlichen Weiterentwicklung sein.
Weblinks
- Aufsätze zum Begriff der Meinung (bzw. des Für-Wahr haltens) in der neueren Erkenntnistheorie
Einzelnachweise
| Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Meinung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |