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Max Frenkel
Max Frenkel (1938–2022), Journalist
Leben
- tachles, im September 2022:
Der Journalist Max Frenkel wurde 1938 in Zürich geboren. Er besuchte die Handelsschule und studierte anschliessend Rechtswissenschaften. Frenkel kam relativ spät zum Journalismus. Mit 39 Jahren wurde er Inlandredaktor bei der NZZ. Er machte sich dort nicht nur Freunde, weil er seine Meinung jeweils mit Ecken und Kanten bis hin zur persönlichen Häme kundtat. Ins Bewusstsein einer erweiterten Leserschaft kam Frenkel in den späten 1990er Jahren, während des Konflikts um die nachrichtenlosen Vermögen, meist von Schoah-Opfern, auf Schweizer Banken. Er schuf für die NZZ die Rubrik «Schatten des Zweiten Weltkriegs», die oft seine hämische Meinung wiedergab. Das Beste daran war, dass der junge Historiker Thomas Maissen als Autor angestellt wurde, der später eine grosse Karriere als Historiker machen sollte. Alle Regeln des seriösen Journalismus verliess Max Frenkel damals, als er heimlich die überaus kritischen «Klarstellungen» des SVP-Übervaters Christoph Blocher redigierte. Er prüfte sie, auch wenn Christoph Mörgeli als Ghostwriter daran beteiligt gewesen war, vor allem darauf, ob sie allzu Antisemitisches enthielten. Ohne seine Mitarbeit zu deklarieren, wie es sich gehört hätte, rezensierte Frenkel diese Pamphlete in der NZZ, als hätte er sie nicht frisiert. Am Ende seiner Karriere schrieb Frenkel Kolumnen in der «NZZ am Sonntag», in der Weltwoche und in der Basler Zeitung. Frenkel war nie verheiratet und lebte allein in seinem Haus in Zuchwil. In seinen letzten Jahren litt er an Parkinson und wurde von stets wechselnden polnischen Pflegerinnen betreut. Mit der Familie seines Bruders stand er in sehr losem Kontakt. Max Frenkel ist am 14. September im Alter von 84 Jahren verstorben. Nun wurde er auf dem Friedhof seiner Wohngemeinde beerdigt.