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Max Beermann

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Max Beermann

Max Beermann (18731935), Rabbiner, er war ein deutschlandweit geschätzter jüdischer Gelehrter, Philosoph, Literaturkenner und Menschenfreund, der das kulturelle Leben in Heilbronn etwa von 1915 bis 1935 stark mitgestaltet hat. Zudem trat er den Nazis mutig entgegen.

Leben

Wiedergegeben nach dem Artikel von Günter Spengler, erschienen in der Gemeindezeitung der IRGW, Sept.-Nov. 2021, S. 48 bis 49:

Die Stadt Heilbronn ehrt fast vergessenen Rabbiner

Der Uhlandplatz in Heilbronn wurde in Max-Beermann-Platz umbenannt. Oberbürgermeister Harry Mergel, Pfarrer Günter Spengler, Vorsitzender des Freundeskreis Synagoge Heilbronn e.V. und Avital Toren, Gemeindevorsteherin der IRWG Heilbronn enthüllten das neue Schild auf dem Max-Beermann-Platz. Doch wer war Max Beermann?

Ob Bezirksrabbiner Dr. Max Beermann sich über diesen Platz freuen würde? Ich stelle mir einen Besuch in seiner Wohnung in der oberen Schillerstraße vor: Die Wände seines Arbeitszimmers sind voller Bücher: Rabbinische Fachbücher natürlich, aber ebenso viel deutschsprachige Literatur: Immanuel Kant, Friedrich Nietzsche, Wolfgang von Goethe und natürlich Ludwig Uhland, der begabteste Lyriker des Schwäbischen Dichterkreises. In seinem Arbeitszimmer finden sich auch Uhlands freiheitliche politische Schriften mit vielen Anstreichungen. Max Beermann würde sich sehr freuen, jetzt auch im Stadtbild so eng mit Uhland verbunden zu sein: Auf seinen Platz mündet Uhlands Straße.

Andererseits mochte Max Beermann gar nicht im Zentrum stehen. Er war eine Seele von Mensch, liebenswürdig und fürsorglich. Er liebte Heilbronn und seine Bürger; deshalb lebte und arbeitete er hier von 1915 bis 1935 – zwanzig Jahre. Er war ein gebürtiger Berliner; studierte in Berlin, erwarb den Doktor der Philosophie in Gießen und sein Rabbinerdiplom in Berlin. Er war ein Theologe mit „Leib und Seele“: rabbinische Lehrentscheidungen und Austausch mit Christen, Diskussionen mit Lehrern und Schülern in den Heilbronner Schulen und im Lehrerseminar, Predigten in der Synagoge und Vorträge in der Harmonie – und dann die vielen, vielen Zeitungsartikel im ganzen Deutschen Reich.

Max Beermann war viel in den Heilbronner Straßen unterwegs: Er besuchte Juden und Nichtjuden, denen die Lage in den gar nicht „Goldenen 20er Jahren“ zusetzte: Er war

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