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Marcel Reich-Ranicki

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Marcel Reich-Ranicki, 2009
Marcel Reich-Ranicki, 2009

Marcel Reich-Ranicki [maʁˈsɛl ˌʁaɪ̯ç ʁaˈnɪʦki] (gebürtig Marceli Reich; geb. 2. Juni 1920 in Włocławek, Polen; gest. 18. September 2013 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Publizist. Er galt als der einflussreichste deutschsprachige Literaturkritiker seiner Zeit.

Leben

Włocławek

Marcel Reich wurde als drittes Kind des Fabrikbesitzers David Reich und dessen Frau Helene, geb. Auerbach, geboren. Er wuchs in einer assimilierten jüdischen deutsch-polnischen Mittelstandsfamilie auf. Seine älteren Geschwister waren Alexander Herbert (1911–1943) und Gerda (1907–2006). Die Mutter war Deutsche und kam sich in der polnischen Provinz verloren vor. Ihre große Sehnsucht war eine Rückkehr nach Berlin. Reich-Ranicki beschreibt sie als sehr liebevoll und zugleich „weltfremd“. Der Vater besaß eine kleine Fabrik für Baumaterialien. Als musischer Mensch war er aber im Kaufmannsberuf unglücklich und „vollkommen ungeeignet“. 1928 musste der Vater den Bankrott anmelden. Marcel Reich durfte als einziger seiner Geschwister die deutsche Schule von Włocławek (Leslau) besuchen.

Berlin

Um ihm seine berufliche Zukunft nach dem geschäftlichen Ruin seines Vaters offenhalten zu können, schickten ihn die Eltern zu wohlhabenden Verwandten nach Berlin, darunter einem Patentanwalt und einem Zahnarzt. Ab 1929 lebte Reich-Ranicki zunächst in Berlin-Charlottenburg, dann im Bayerischen Viertel in Berlin-Schöneberg. Dort besuchte er das Werner-Siemens-Realgymnasium, nach dessen Auflösung 1935 das Fichte-Gymnasium[1][2] in Berlin-Wilmersdorf.

Während seine Schulkameraden an Schulausflügen, Sportfesten und nationalsozialistischen Schulversammlungen teilnahmen, war er davon ausgeschlossen. Stattdessen vertiefte er sich in die Lektüre der deutschen Klassiker und besuchte Theater, Konzerte und Opern. Besonders die Aufführungen Wilhelm Furtwänglers und Gustaf Gründgens waren ihm Trost und Halt in einer zunehmend restriktiver werdenden Umwelt. Als ihm bekannt wurde, dass sich Thomas Mann von der NS-Herrschaft öffentlich distanziert hatte, wurde dieser nicht nur in literarischer, sondern auch in moralischer Hinsicht sein Vorbild. Trotz vieler nationalsozialistisch orientierter Lehrer galt am Fichte-Gymnasium noch einige Zeit das Gebot der Gleichbehandlung der jüdischen Schüler, so konnte er 1938 noch sein Abitur machen. Sein Antrag auf Immatrikulation an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin wurde am 23. April 1938 wegen seiner jüdischen Abstammung abgelehnt.

Warschau, Ghetto, Untergrund

Ende Oktober 1938 wurde er nach kurzer Abschiebehaft in der „Polenaktion“ zusammen mit etwa 17.000 polnischen und staatenlosen jüdischen Frauen, Männern und Kindern nach Polen ausgewiesen. Er fuhr mit der Bahn nach Warschau, wo er niemanden kannte. Er musste die polnische Sprache neu erlernen und blieb ein Jahr arbeitslos. Am 1. September 1939 begann der Polenfeldzug, welcher abrupt seine Arbeitssuche beendete. Seine spätere Frau Teofila (Tosia) Langnas (* 12. März 1920; † 29. April 2011) lernte er durch eine Tragödie kennen: Ihre Eltern wurden durch die deutsche Besatzungsmacht aus Łódź vertrieben und enteignet; aus Scham und Verzweiflung erhängte sich am 21. Januar 1940 in Warschau ihr Vater Paweł Langnas.[3] Reich-Ranickis Mutter, die im selben Haus wohnte, erfuhr von dem Unglück und schickte ihren Sohn dorthin, damit er sich um die Tochter kümmere.

Im November 1940 wurde auch Reich-Ranicki zur Umsiedlung ins Warschauer Ghetto gezwungen. Er arbeitete bei dem von den Nazis eingesetzten Ältestenrat („Judenrat“) als Übersetzer und schrieb unter dem Autoren-Pseudonym Wiktor Hart Konzertrezensionen in der zweimal wöchentlich erscheinenden Ghettozeitung Gazeta Żydowska (deutsch: Jüdische Zeitung). Gleichzeitig war er Mitarbeiter im Ghetto-Untergrundarchiv des Emanuel Ringelblum. In dieser Zeit von Agonie und allgegenwärtigem Sterben machte er sich Überlebensmaßnahmen zu einer lebenslang beibehaltenen Gewohnheit. In Gaststätten pflegt er seitdem immer in Blickrichtung auf den Eingang zu sitzen, eine zweite Rasur am Nachmittag verringerte die Gefahr eines negativen Auffallens.

Am 22. Juli 1942 erschien SS-Sturmbannführer Hermann Höfle im Hauptgebäude des „Judenrats“, um die „Umsiedlung“ des Ghettos anzuordnen, die am selben Tag beginnen sollte. Zur Niederschrift der Bekanntgabe wurde Reich-Ranicki herangezogen. Von der Deportation – der Verbringung der Ghettobewohner ins Vernichtungslager Treblinka, wie sich herausstellen sollte – vorerst ausgenommen waren u. a. Beschäftigte des „Judenrats“ und ihre Ehefrauen. Zum Schutze seiner Lebensgefährtin Teofila Langnas arrangierte Reich-Ranicki daher die Eheschließung mit ihr ebenfalls am selben Tag durch einen im selben Haus beschäftigten Theologen.[4]

Der Deportation im Januar 1943 konnte das Ehepaar entkommen, indem es auf dem Weg zum Versammlungsplatz floh. Sie lebten fortan versteckt. In dieser Zeit unterstützte Reich-Ranicki zusammen mit seiner Frau die Jüdische Kampforganisation (polnisch Żydowska Organizacja Bojowa, kurz ŻOB) bei der Beschaffung einer größeren Geldsumme aus der Kasse des „Judenrates“. Als Anerkennung bekamen sie einen kleinen Teil des Geldes, der ihnen die Flucht aus dem Ghetto durch Bestechung der Grenzposten ermöglichen sollte,[5] und die dann am 3. Februar 1943 gelang. Sie fanden nach kurzen Zwischenverstecken für sechzehn Monate einen Unterschlupf bei der Familie des arbeitslosen Schriftsetzers Bolek Gawin und dessen Ehefrau Genia, wo sie bis September 1944 nach der deutschen Niederschlagung des Warschauer Aufstands und der Besetzung des rechten Weichselufers durch die Rote Armee ausharrten. Nur durch seine dramatische Nacherzählung von bedeutenden Romanen der deutschen und europäischen Literatur konnte er sich des unbeständigen, stets gefährdeten Mitleids seiner Helfer immer wieder aufs Neue versichern. Je besser er erzählte, desto höher waren auch seine Überlebenschancen. Das Um-sein-Leben-Erzählen wurde[6] und hat er auch selbst[7] als Scheherazade-Motiv bezeichnet. Den beiden Kindern der Familie Gawin halfen sie bei den Schularbeiten und den Eltern bei deren illegaler Herstellung von Zigaretten. Nach der Befreiung Polens bat der Schriftsetzer die beiden Überlebenden, nirgends zu erwähnen, dass sie mit seiner Hilfe die Besetzung Polens durch die Nazi-Truppen überlebt hatten, weil sich ihr Lebensretter wegen des in Polen verbreiteten Antisemitismus davor fürchtete, mit seiner Rettung von Juden ins Gerede zu kommen. Nach dem Krieg bedankten sich die Reich-Ranickis auch mit einer finanziellen Vergütung bei den Gawins. Bis heute überweist das Ehepaar der Tochter Gawins hin und wieder etwas Geld.[8] Das Paar konnte auch eine Mappe mit Zeichnungen von Tosia Reich-Ranicki herausschmuggeln, die erst 1999 veröffentlicht wurden. Die Motive stammten aus dem Alltag des Ghettos und zeigten unter anderem bis auf die Knochen abgemagerte Kinder und prügelnde Nationalsozialisten.[9]

Schicksal der Eltern und Geschwister

Reich-Ranickis Eltern, David Reich und Helene Reich, wurden in den Gaskammern von Treblinka ermordet. Sein Bruder Alexander Herbert Reich wurde am 4. November 1943 im Kriegsgefangenen- und Arbeitslager Poniatowa bei Lublin erschossen. Seiner Schwester Gerda war es mit ihrem Mann Gerhard Böhm bereits 1939 gelungen, nach London zu fliehen, wo sie 2006 im Alter von 99 Jahren starb.

Nachkriegszeit

Ende 1944 begann Reich-Ranicki aus Dankbarkeit für seine Befreiung bei der polnischen kommunistischen Geheimpolizei UB (Urząd Bezpieczeństwa) zu arbeiten, zunächst im noch deutschen Schlesien, wo er die Zensur organisierte[10], und danach als Einsatzleiter, im Range eines Hauptmanns, für den polnischen Auslandsnachrichtendienst (MBP) der gegen Großbritannien gerichteten Spionage. 1948 wurde er Vize-Konsul und nahm den Namen „Marceli Ranicki“ an, da sein Familienname „Reich“ zu sehr an die Deutschen erinnerte. Er wurde als Resident an die polnische Botschaft in London entsandt, wo er vor allem für Informationsbeschaffung zuständig war. In London hatte zu der Zeit auch die demokratisch gewählte polnische Exilregierung, mit nur noch geringer internationaler Anerkennung, ihren Sitz.

Gleichwohl galt Reich-Ranicki bei seinen Kollegen als „Intelligenzler“, mitunter auch als arrogant, und stieß auf entsprechend viele Vorbehalte. Schließlich hatte Reich-Ranicki in London eigenmächtig einem Verwandten ein Visum ausgestellt, ohne seine Vorgesetzten um Erlaubnis zu fragen. Sein Sohn Andrzej Alexander wurde am 30. Dezember 1948 geboren. Ende 1949 wurde er aus London abberufen und kehrte nach Warschau zurück. Trotz seiner Verdienste in der Geheimpolizei – er erhielt unter anderem zwei hohe zivile Orden 1946 und 1948 die „Medaille des Sieges und der Freiheit“[11] – endete seine Karriere abrupt. Der Geheimdienst und das Außenministerium entließen ihn Anfang 1950. Wegen „ideologischer Entfremdung“ schloss ihn die kommunistische Polnische Vereinigte Arbeiterpartei aus. Einige Wochen verbrachte er in Einzelhaft im Gefängnis, auch im Rahmen der ostblockweiten stalinistischen Aktion gegen „wurzellose Kosmopoliten“ und „zionistische Spionage“ – die unter Jakub Berman in Polen nur sehr eingeschränkt durchgeführt wurde.[12] Seinen späteren Anträgen auf Wiedereintritt in den polnischen Geheimdienst und Rehabilitation innerhalb der kommunistischen Partei wurde 1957 stattgegeben, entsprechend der Akteneinsicht eines Journalisten der deutschen Tageszeitung Die Welt in die Personalakten des Ministeriums für öffentliche Sicherheit (MBP). Reich-Ranicki äußerte jedoch dazu, den Brief nie erhalten zu haben.[13]

Aus dem Gefängnis entlassen, wandte er sich der Literatur zu und wurde Lektor für deutsche Literatur in einem großen Warschauer Verlag. Schon ab Ende 1951 begann er, als freier Schriftsteller zu arbeiten. Doch Anfang 1953 erteilten ihm die polnischen Behörden ein Publikationsverbot, das bis Ende 1954 in Kraft blieb. Er wurde 1955 ein Mitarbeiter des polnischen staatlichen Rundfunks, bei dem auch seine Frau arbeitete, und publizierte in Zeitungen, auch beim Zentralorgan der Kommunistischen Partei Trybuna Ludu.

Der Journalist Tilman Jens, ein Sohn des bis dahin mit Reich-Ranicki jahrzehntelang befreundeten Philologen Walter Jens, beschuldigte Reich-Ranicki am 29. Mai 1994 in der WDR-Sendung Kulturweltspiegel, dass er während seiner Tätigkeit für den polnischen kommunistischen Geheimdienst regimekritische Exilpolen unter falschen Vorwänden „in ihre Heimat zurückgelockt“ habe.[14] Einige dieser Emigranten seien daraufhin vom polnischen Regime zum Tode verurteilt worden.[15] In seinen Repliken, die er in seiner Biografie abschließend ausführte, widersprach Reich-Ranicki selbst den „völlig erlogenen“ Unterstellungen der Beihilfe zum Mord. Sein weitgehendes Schweigen über seine geheimdienstliche Tätigkeit sei auf eine Schweigeverpflichtung zurückzuführen, bei deren Bruch ihm „schärfste“ Konsequenzen angedroht worden waren. Vielmehr hielt er seine „Arbeit für den Geheimdienst für belanglos und überflüssig“,[15] doch habe er dies wegen der privilegierten und interessanten Lebensverhältnisse in Kauf genommen. Auch der Historiker Andrzej Paczkowski widersprach Jens; es gebe keine Belege dafür, „dass Reich während seiner Londoner Zeit daran mitgewirkt hat, Exilpolen in eine Falle zu locken“.[14] 2004 versöhnte sich Reich-Ranicki wieder mit Walter Jens, nur kurze Zeit vor dessen Demenzerkrankung.

Bundesrepublik Deutschland

Während einer Studienfahrt am 21. Juli 1958 in die Bundesrepublik Deutschland blieb Reich-Ranicki in Frankfurt am Main. Seine Frau war zuvor mit dem Sohn Andrzej in den Urlaub nach London gefahren, um eine Ausreise der gesamten Familie in bürokratischer Hinsicht zu erleichtern.[16] Ab August 1958 arbeitete er als Literaturkritiker im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Der Feuilletonchef der FAZ, Hans Schwab-Felisch, schlug ihm vor, seinen heutigen Doppelnamen zu verwenden, was dieser ohne zu zögern auch tat.[17] Mitglieder der Gruppe 47, Siegfried Lenz und Wolfgang Koeppen, halfen ihm unter anderem, indem sie ihn ihre Bücher rezensieren ließen. Der Leiter der Literaturredaktion der FAZ, Friedrich Sieburg, setzte bald jedoch Reich-Ranickis Ausscheiden aus der Redaktion durch. Ende 1959 zog er mit seiner Frau nach Hamburg-Niendorf. Den bei seiner Schwester Gerda gelassenen Sohn Andrzej beziehungsweise Andrew holte er von London nach Hamburg, wo er in die Internationale Schule gehen konnte. Von 1960 bis 1973 war er Literaturkritiker der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit. Er hatte dort schon sehr früh das Recht auf die Auswahl seiner Bücher, die er besprechen wollte, doch wurde er andererseits niemals zur Teilnahme an den Redaktionskonferenzen eingeladen.

Durch die Bekanntschaft mit dem Hamburger NDR-Redakteur Joachim Fest (ab 1973 auch Mitherausgeber der FAZ) erhielt Reich-Ranicki 1973 die Leitung der Literaturredaktion der FAZ. Ab 1986 belastete der von Fest eingeleitete Historikerstreit immer mehr ihr Verhältnis. Bis zum offiziellen Arbeitsende 1988 hatte er die Freiheit, alle Autoren, gleich welcher politischer Couleur, im Feuilleton der FAZ zu drucken. Dabei entwickelte er insbesondere ein Engagement für seine favorisierten Autoren, die er mit nie nachlassender Aufmerksamkeit bedachte. Literarische Verdienste erwarb er sich durch die Redaktion der von ihm begründeten Frankfurter Anthologie, in der bis heute bereits über 1500 Gedichte deutschsprachiger Autorinnen und Autoren mit Interpretationen versammelt sind. Daneben hat er beständig über Jahrzehnte hinweg das Projekt einer Auslese der seiner Meinung nach besten Werke der deutschsprachigen Belletristik vorangetrieben.

Gemeinsam mit anderen Literaturfreunden initiierte er 1977 den Ingeborg-Bachmann-Preis, der rasch zu einem der bedeutendsten deutschsprachigen Literaturwettbewerbe und -preise wurde.

Wirkung und Bekanntheit

Wandbild an einer Buchhandlung

Vom 25. März 1988 bis zum 14. Dezember 2001 leitete Reich-Ranicki die Sendung Das Literarische Quartett im ZDF, mit der er bei einem größeren Publikum einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte. Die Sendung zeichnete sich durch eine lebhafte und kontroverse Diskussionskultur aus. In Fachkreisen war er auch vor dieser Sendung längst als „Literaturpapst“ bekannt und gilt als der einflussreichste deutschsprachige Literaturkritiker der Gegenwart.[18][19][20] Sein Einfluss durch das Literarische Quartett steht im Mittelpunkt des Schlüsselromans Tod eines Kritikers von Martin Walser.

In der Wochenzeitschrift Der Spiegel[21] stellte Reich-Ranicki am 18. Juni 2001 unter dem Titel Kanon lesenswerter deutschsprachiger Werke sein Opus Magnum zu diesem Lebensthema vor. Die Anthologien sind unterteilt in »Romane«, »Essays«, »Dramen«, »Erzählungen« und »Gedichte«, aber auch die Empfehlung, manches nur im Auszug zu lesen.[22]

Reich-Ranicki wurde auch über die Literaturszene hinaus populär. So kennen nach einer Umfrage 98 Prozent der deutschen Bevölkerung seinen Namen.[23]

In der Folge fand auch Reich-Ranickis Leben unter seinem zeitgeschichtlichen Aspekt (Verfolgung und Überleben als Jude, Verhältnis zum polnischen Regime) großes öffentliches Interesse in Film und Fernsehen. Seine Autobiografie wurde verfilmt, und im Deutschen Bundestag hielt er 2012 als Zeitzeuge die Hauptrede zum Holocaustgedenktag.

Marcel-Reich-Ranicki-Lehrstuhl für Deutsche Literatur in Tel Aviv

Auf Antrag der „Freunde der Universität Tel Aviv“ in Deutschland aus dem Jahre 2006 entsteht an der Universität Tel Aviv der Marcel-Reich-Ranicki-Lehrstuhl für Deutsche Literatur: „… in historischer Last ein markantes Zeichen für die wissenschaftlichen Beziehungen. Marcel Reich-Ranicki, der unter der Brutalität und Menschenverachtung der Nazis so unendlich viel erleiden musste, symbolisiert den geistigen Austausch von Wissenschaftlern“.[24] Die Germanistin und Autorin Ruth Klüger sollte mit dem Thema „Jüdische Autorinnen in der deutschsprachigen Literatur“ im Mai 2009 erste Gastprofessorin des neuen Lehrstuhls werden, lehnte aber ab, da organisatorische Fragen ungeklärt blieben.

Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki

Am 5. Juli 2010 wurde in seinem Beisein eine „Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik in Deutschland“ an der Philipps-Universität Marburg eröffnet.[25] Die Einrichtung wurde von Thomas Anz initiiert und archiviert alle Zeitungsartikel, die der Literaturkritiker gesammelt und veröffentlicht hat. Sie besitzt den Vorlass seiner Bibliothek sowie weitere Werke und Materialien, die Reich-Ranicki der Universität überlassen hat. Die Arbeitsstelle bildet einen Teil des Forschungsschwerpunkts Literaturvermittlung in den Medien.[26]

Gastprofessor und -redner

1968 und 1969 lehrte er an amerikanischen Universitäten, 1971 bis 1975 hatte er eine Gastprofessur in Stockholm und Uppsala inne. Seit 1974 ist er Honorarprofessor an der Eberhard Karls Universität Tübingen. 1990 erhielt Reich-Ranicki die Heinrich-Heine-Gastprofessur an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und 1991 die Heinrich-Hertz-Gastprofessur der Universität Karlsruhe.

Am 27. Januar 2012 schilderte Reich-Ranicki als zur Gedenkstunde des Deutschen Bundestags zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus eingeladener Hauptredner, wie er im Warschauer Ghetto den ersten Tag der Deportationen ins Vernichtungslager Treblinka als Übersetzer des „Judenrats“ erlebte.[27] Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen würdigte den Vortrag mit der Auszeichnung „Rede des Jahres“.[28][4]

Privatleben, Familie

Reich-Ranicki lebte zuletzt in Frankfurt-Dornbusch. Seine Frau Teofila starb am 29. April 2011 im Alter von 91 Jahren.[29] Sein Sohn Andrzej (heute: Andrew Alexander Ranicki) ist Professor für Mathematik (Topologie) an der Universität Edinburgh. Der britische Maler Frank Auerbach ist Reich-Ranickis Cousin.

Am 4. März 2013 gab Reich-Ranicki bekannt, an Krebs erkrankt zu sein.[30] Er starb am 18. September desselben Jahres.[31]

Ehrungen und Auszeichnungen

Im Jahr 2006 entschied die Humboldt-Universität zu Berlin, Reich-Ranicki die Ehrendoktorwürde zu verleihen. Die Humboldt-Universität wolle sich damit als Rechtsnachfolgerin der Friedrich-Wilhelms-Universität, welche Reich-Ranicki das Studium aufgrund seiner jüdischen Religionszugehörigkeit verwehrte, im Vorfeld ihres zweihundertjährigen Jubiläums zu ihrer historischen Verantwortung und Schuld bekennen, erklärte der Universitätspräsident. Die Verleihung fand am 16. Februar 2007 statt.[32]

Für sein Lebenswerk und seine Sendung Das Literarische Quartett sollte Reich-Ranicki am 11. Oktober 2008 der Deutsche Fernsehpreis verliehen werden. Unter spontanem Hinweis auf den „Blödsinn, den wir hier heute Abend zu sehen bekommen haben“, lehnte er die Auszeichnung ab.[33] Moderator Thomas Gottschalk bot Reich-Ranicki daraufhin eine einstündige Diskussionsrunde zur Qualität des deutschen Fernsehens zusammen mit den Intendanten von ARD, ZDF und RTL an, die er annahm. Hieraus ging ein Gespräch zwischen Gottschalk und Reich-Ranicki hervor – ohne Beteiligung weiterer Personen; die zuvor von Gottschalk angesprochenen Intendanten verzichteten auf ihre Teilnahme. Das ZDF strahlte die in Wiesbaden aufgezeichnete, halbstündige Sendung aus gegebenem Anlass am 17. Oktober 2008 im späten Abendprogramm aus.

Überblick über alle Auszeichnungen

Schaffen

Schriften (Auswahl)

  • Literarisches Leben in Deutschland. Kommentare und Pamphlete. München, Piper Verlag 1963
  • Deutsche Literatur in West und Ost. Piper, München 1963
  • Wer schreibt provoziert. Pamphlete und Kommentare, dtv, München 1966
  • Literatur der kleinen Schritte. Deutsche Schriftsteller heute. Piper, München 1967
  • Die Ungeliebten. Sieben Emigranten. Günther Neske, Pfullingen 1968
  • In Sachen Böll. Ansichten und Einsichten, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1968
  • Lauter Verrisse. Piper München 1970
  • Lauter Lobreden. DVA 1985 ISBN 978-3-421-06282-6
  • Über Ruhestörer. Juden in der deutschen Literatur. Piper, München 1973 [über Börne, Heine, Ludwig Marcuse, Hermann Kesten, Manès Sperber, Friedrich Torberg, Hilde Spiel, Peter Weiss, Erich Fried, Jurek Becker, Hans Mayer, Jakov Lind, Barbara Honigmann. Gespräch mit Herlinde Koelbl]
  • Nachprüfung. Aufsätze über deutsche Schriftsteller von gestern. Piper, München 1977
  • Entgegnung. Zur deutschen Literatur der siebziger Jahre. DVA, München 1981
  • Thomas Mann und die Seinen. DVA, München 1987. ISBN 3421058644
  • Der doppelte Boden. Ein Gespräch mit Peter von Matt. Ammann, Zürich 1992
  • Die Anwälte der Literatur. DVA, München 1994. ISBN 3423121858
  • Ungeheuer oben. Über Bertolt Brecht. Aufbau-Verlag, Berlin 1996. ISBN 393201748X
  • Der Fall Heine. DVA, München 1997. ISBN 3421051097
    • auch: dtv, München 2000. ISBN 3423127740
    • auch in niederländischer Übersetzung
  • Mein Leben. DVA, München 1999. ISBN 3423130563
  • Sieben Wegbereiter. Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. DVA, München 2002. ISBN 3421055149 [über Arthur Schnitzler, Thomas Mann, Alfred Döblin, Robert Musil, Franz Kafka, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht]
  • Goethe noch einmal. Reden und Anmerkungen. DVA, München 2002. ISBN 3421056900
  • Meine Bilder. Porträts und Aufsätze. DVA, München 2003. ISBN 3421056196
  • Lauter schwierige Patienten. Gespräche mit Peter Voß über Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. List Verlag, München 2003. ISBN 3548603831
  • Unser Grass. DVA, München 2003. ISBN 3421057966
  • Vom Tag gefordert. Reden in deutschen Angelegenheiten. dtv, München 2001. ISBN 3423131454
  • Wir sitzen alle im gleichen Zug, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 2003, ISBN 3-458-19239-5

Als Herausgeber

  • Auch dort erzählt Deutschland. Prosa von „Drüben“, Paul List Verlag, München 1960
  • 16 polnische Erzähler, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1962
  • Erfundene Wahrheit. Deutsche Geschichten seit 1945, Piper, München 1965
  • Gesichtete Zeit. Deutsche Geschichten 1918–1933, Piper, München 1969
  • Verteidigung der Zukunft. Deutsche Geschichten seit 1960, Piper, München 1972
  • Frankfurter Anthologie. Insel Verlag, Frankfurt 1978–2010 [33 Einzelbände]
  • 1000 Deutsche Gedichte und ihre Interpretationen. Insel, Frankfurt a.M. 1995. 10 Bände [Anthologie mit Interpretationstexten]
  • 1400 Deutsche Gedichte und ihre Interpretationen. Chronologisch von Walther von der Vogelweide bis Durs Grünbein. Insel, Frankfurt 2002. [12 Bände; Anthologie mit Interpretationstexten]
  • Meine Gedichte von Walther von der Vogelweide bis heute, Insel, Frankfurt a.M. und Leipzig 2003, ISBN 978-3-458-17151-5
  • Romane von gestern – heute gelesen. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1996. [drei Bände; 1900–1918; 1918–1933; 1933–1945]
  • Meine Geschichten. Von Johann Wolfgang von Goethe bis heute. Insel, Frankfurt a.M. 2003, ISBN 3-458-17166-5 [Anthologie]
  • Der Kanon. Die deutsche Literatur. Romane. 20 Bände und ein Begleitband. Insel, Frankfurt 2002, Schuber, ISBN 3-458-06678-0
  • Der Kanon. Die deutsche Literatur. Erzählungen. 10 Bände und ein Begleitband. Insel, Frankfurt 2003, Schuber, ISBN 3-458-06760-4
  • Der Kanon. Die deutsche Literatur. Dramen. 8 Bände und ein Begleitband. Insel, Frankfurt 2004, Schuber, ISBN 3-458-06780-9
  • Der Kanon. Die deutsche Literatur. Gedichte. 7 Bände und ein Begleitband. Insel, Frankfurt 2005, Schuber, ISBN 3-458-06785-X
  • Der Kanon. Die deutsche Literatur. Essays. 5 Bände und ein Begleitband. Insel, Frankfurt 2006, Schuber, ISBN 3-458-06830-9

Hörbücher

  • Links bündig, rechts flatternd. Robert Gernhardt trifft Marcel Reich-Ranicki. Mitschnitt vom Internationalen Literaturfest Lit.Cologne. Produktion: WDR, Random House Audio, Köln 2008, 1 CD, ISBN 978-3-86604-976-5
  • Marcel Reich-Ranicki liest Thomas Mann und die Seinen. Versuche über die Liebe. Autorenlesung. Produktion: Hessischer Rundfunk / hr2, Der Audio-Verlag, Berlin 2005, 2 CDs, 154 Min., ISBN 3898134555
  • Hörkanon. Die deutsche Literatur. Erzählungen Herausgegeben und kommentiert von Marcel Reich-Ranicki, Random House Audio, Köln 2010, 40 CDs, 2800 Min., ISBN 978-3-8371-0395-3
  • Marcel Reich-Ranicki. Mein Leben. Original-Hörfassung zur TV-Verfilmung nach der gleichnamigen Autobiografie Bellerive Hörverlag, Berlin 2012, 1 CD, 70 Min., ISBN 978-3-941621-03-9

Fernsehreihen

Filmografie

  • Marcel Reich-Ranicki bei Beckmann. Gespräch, Deutschland, 2009, 29 Min., Produktion: ARD, Erstsendung: 6. April 2009
  • Bewegende Zeitgeschichte. Fernseh-Reportage, Deutschland, 2009, 5:09 Min., Produktion: RBB, Erstsendung: 5. April 2009
  • Eine Begegnung mit Marcel Reich-Ranicki. Dokumentation, Deutschland, 2009, 30 Min., Buch und Regie: Mathias Haentjes, Produktion: WDR, Erstsendung: 15. April 2009
  • Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki. Fernsehspiel, Deutschland, 2008/09, 90 Min., Buch: Michael Gutmann, Regie: Dror Zahavi, Produktion: WDR, Katharina Trebitsch, Erstsendung: arte, 10. April 2009; ARD, 15. April 2009, Darsteller M. Reich-Ranicki: Matthias Schweighöfer, Teofila Reich-Ranicki: Katharina Schüttler, IMDb-Eintrag:[42], Filmseite:[43]
  • Ich, Reich-Ranicki. Dokumentation, 105 Min., Buch und Regie: Lutz Hachmeister und Gert Scobel, Erstsendung: ZDF, 13. Oktober 2006 (Inhaltsangabe des ZDF[44]), (Besprechung in Spiegel Online[20][45] und Berliner Zeitung[46])
  • Marcel Reich-Ranicki. Mein Leben. Dokumentation, 43 Min., ein Film von Diana von Wrede, Produktion: arte, Erstsendung: 21. August 2004, Inhaltsangabe von Phoenix
  • Herrrlich! Grrrässlich! Die große Marcel Reich-Ranicki-Nacht, Dokumentation, 180 Min., zusammengestellt von Stephan Reichenberger und Alex Rühle, Produktion ZDF, Erstsendung: 2./3. Juni 2000
  • Der Literaturpapst. Auseinandersetzungen mit dem Kritiker Marcel Reich-Ranicki. Dokumentation, 100 Min., Buch und Regie: Martin Lüdke und Pavel Schnabel, Erstsendung: ARD, 28. April 1987

Literatur

Biografien

Lebensabschnitte

  • Sabine Gebhardt-Herzberg: Das Lied ist geschrieben mit Blut und nicht mit Blei: Mordechaj Anielewicz und der Aufstand im Warschauer Ghetto. Selbstverlag, 250 S., ISBN 3-00-013643-6; enthält ein Kapitel über Reich-Ranickis Flucht aus dem Warschauer Ghetto und die Rolle des sogenannten „Judenrates“, für den er tätig war.
  • Gerhard Gnauck: Wolke und Weide. Marcel Reich-Ranickis polnische Jahre. Klett-Cotta, Stuttgart 2009, 311 S., ISBN 978-3-608-94177-7, Leseprobe, Besprechung[47]
  • Teofila Reich-Ranicki und Hanna Krall: Es war der letzte Augenblick. Leben im Warschauer Ghetto. Aquarelle und Texte. DVA, Stuttgart, München 2000, 120 S., farbig, Gebunden, ISBN 3-421-05415-0

Begegnungen, Fest- und Preisreden

Weblinks

Wikinews Wikinews: Marcel Reich-Ranicki – in den Nachrichten
 Commons: Marcel Reich-Ranicki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Portale

Artikel

Video

Einzelnachweise

  1. berlin.de: Johann-Peter-Hebel-Grundschule
  2. Vgl. Setzen, Sechs! – Schulgeschichten aus Deutschland (1/3). Verlorene Kindheit. Dokumentarfilm von Dora Heinze im Auftrag des SWR. Deutsche Erstausstrahlung am 8. Dezember 2005, SWR: Presseheft (PDF; 6,2 MB), S. 9
  3. Philipp P. Engel: Liebes Glück. Die Frau an seiner Seite: Teofila Reich-Ranicki zum 90. Geburtstag, Jüdische Allgemeine, 14. März 2010
  4. 4,0 4,1 4,2 Rede von Marcel Reich-Ranicki zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
  5. Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben. S. 272 ff.
  6. 6,0 6,1 Harald Jähner: Um sein Leben erzählen. Berliner Zeitung, 2. Juni 2005. (Besprechung von Uwe Wittstocks Biographie über MRR)
  7. Marcel Reich-Ranicki bei Beckmann, 6. April 2009
  8. Gerhard Gnauck: "Nachbarin, was brauchst du so viel Brot?" Die Welt, 9. März 2004
  9. ORF: Teofila Reich-Ranicki im Alter von 91 Jahren gestorben, 29. April 2011
  10. Wie Reich-Ranicki in Polen die Zensur organisierte, Die Welt, 10. März 2009
  11. Marcel Reich-Ranicki. Wofür die Orden? Focus, Nr. 27, 1994
  12. POLIS: Marcel Reich-Ranicki - „papież” w randze kapitana UB
  13. Gerhard Gnauck: "Kennt die Psyche des Agenten." Die polnische Geheimdienst-Karriere Marcel Reich-Ranickis im Spiegel seiner Personalakte, Die Welt, 12. August 2002
  14. 14,0 14,1 Besessen. Warum muss Tilman Jens M.R.R. so hartnäckig verfolgen? In: epd medien, Nr. 67, 28. August 2002.
  15. 15,0 15,1 literaturkritik.de: Marcel Reich-Ranicki. Streit um Reich-Ranickis Tätigkeit für den polnischen Geheimdienst, 17. April 2004
  16. Gerhard Gnauck: "Ich bitte höflich, mir die Genehmigung zu erteilen." Wie die Flucht in den Westen gelang, Die Welt, 21. Juli 2008
  17. Uwe Wittstock: Marcel Reich-Ranickis Rückkehr vor 50 Jahren. In: Die Welt, 21. Juli 2008.
  18. Arno Widmann: Die Geschichte eines Triumphs, Frankfurter Rundschau, 1. Juni 2010
  19. Peter von Matt: Er schreibt für alle – und weiß, wie es geht, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Juni 2010
  20. 20,0 20,1 Volker Hage: Television: Ein Denkmal für den Kritiker, Spiegel Online, 13. Oktober 2006
  21. Volker Hage, J. Saltzwedel: Arche Noah der Bücher, Der Spiegel, 18. Juni 2001, Nr. 25
  22. Volker Hage: Literatur muss Spaß machen, Der Spiegel, 18. Juni 2001, Nr. 25, Interview
  23. hr-online.de: Roter Teppich für den Kritiker, 28. Mai 2010.
  24. Tel Aviv University: TAU Webflash, February 2006, Abroad
  25. uni-marburg.de: Eröffnung der „Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik in Deutschland“, 5. Juli 2010
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  27. Thorsten Schmitz: Und jetzt? MRR erinnert an das Warschauer Ghetto - und berührt das deutsche Parlament. Aber wie wird das Gedenken an den Holocaust lebendig bleiben? In: Süddeutsche Zeitung, 28. Jan. 2012, S. 3.
  28. 28,0 28,1 Rede des Jahres. 2012 – Marcel Reich-Ranicki: Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
  29. Felicitas von Lovenberg: Der Fels in seiner Brandung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. April 2011
  30. "Ich kämpfe gegen den Krebs", Süddeutsche Zeitung, 4. März 2013
  31. Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist tot Süddeutsche Zeitung, 18. September 2013
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  34. Staats-Anzeiger, 6/2003, S. 526
  35. nrw.de: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verleiht den Staatspreis 2005 an den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, 24. Januar 2006
  36. hr-online.de: Der Mann, der die Bücher liebt, 2. Juni 2010
  37. Henri Nannen Preis: Preisträger Lebenswerk: Marcel Reich-Ranicki (PDF; 77 kB)
  38. Ehrenpreis nun endgültig abgelehnt, Rheinische Post, 12. Oktober 2008
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  40. literaturkritik.de: Marcel Reich-Ranicki. Literaturkritik
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  42. IMDb: Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki
  43. DasErste.de: Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben
  44. news aktuell: Ich, Reich-Ranicki: Ausstrahlung der großen ZDF-Dokumentation über das Leben des Starkritikers Reich-Ranicki: "Ich bin überhaupt nicht enttäuscht vom Film über mein Leben", 10. Oktober 2006
  45. Hubert Spiegel: Niemand anderer als er, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Oktober 2006
  46. Arno Widmann: Lauter Laues, Berliner Zeitung, 13. Oktober 2006
  47. Martin Lüdke: Der Denkmalsturz bleibt aus, Frankfurter Rundschau, 9. März 2009
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