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Liste der Stolpersteine in der Region Nouvelle-Aquitaine
Die Liste der Stolpersteine in der Region Nouvelle-Aquitaine enthält die Stolpersteine in der französischen Region Nouvelle-Aquitaine. Sie erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbst gewählten Wohnsitz des Opfers. Eine Ausnahme stellen die Stolpersteine für getötete Kriegsgefangene dar, sie liegen vor dem jeweiligen Gefallenendenkmal ihres Heimatsortes.
Die ersten Verlegungen in der Region erfolgten in den Gemeinden Cartelègue, Coux und La Brède am 24. August 2015.
Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Opfergruppen
Die Stolpersteine der Region Nouvelle-Aquitaine decken ein breites Spektrum an Opfergruppen ab. Sie berücksichtigen eine fünfköpfige jüdische Familie, ermordet im Rahmen des Holocaust, ein Ehepaar, welches der Résistance angehörte, drei österreichische Spanienkämpfer, die sich ebenfalls dem französischen Widerstand angeschlossen hatten, und vier Kriegsgefangene, die in Deutschland Zwangsarbeit verrichten mussten und dort ums Leben gebracht wurden. Der Südwesten des Landes wurde zunächst von der 7. Armee unter General Friedrich Dollmann besetzt, ab Mai 1942 von der 1. Armee unter General Johannes Blaskowitz. Am 21. September 1942 erschossen die deutschen Besatzer im Camp de Souge siebzig französische Widerstandskämpfer. Unter den Opfern war auch Raymond Rabeaux, für den Gunter Demnig einen Stolperstein in Bègles verlegte.
Bègles
| Bild | Inschrift | Standort | Name, Leben |
|---|---|---|---|
HIER WOHNTE
PAULA RABEAUX GEB. TRAPY 1911 WIDERSTANDSKÄMPFERIN VERHAFTET 1942 INTERNIERT IM FORT DU HÂ DEPORTIERT 1943 AUSCHWITZ ERMORDET 15.3.1943 |
Rue du Maréchal Joffre, 75 |
Paula Rabeaux wurde am 17. März 1911 in Saumur im Département Maine-et-Loire geboren. Sie war die dritte von sechs Geschwistern. 1918 zog die Familie um nach La Rochelle im Département Charente-Maritime. Paula absolviert die Pflichtschule und arbeitet danach zuerst in einer Apotheke, später in einer Schmuckfabrik. 1931 heiratete sie Raymond Rabeaux, einen Klempner, Schwimmer und Kommunisten. 1932 kommt der gemeinsame Sohn Jack zur Welt, 1939 die gemeinsame Tochter, die jedoch bereits im Alter von sieben Monaten verstirbt. Das Ehepaar ist eng befreundet mit anderen kommunistischen Paaren, die ebenfalls gerne Sport betreiben. Nach der Machtübernahme des NS-Regimes in Frankreich, schlossen sich die Eheleute der Résistance an. Raymond Rabeaux bekommt die Verantwortung für die Regionen Nantes und La Rochelle übertragen. Aus Gründen der Sicherheit übersiedelt die Familie nach Bègles, wo weiterhin Flugblätter und Aufklärungsschriften produziert sowie Waffen und Munition für die bewaffneten Kämpfer bereitgestellt werden. Aufgrund einer Denunziation wird Raymond Rabeaux am 30. Juli 1942 verhaftet und zwei Monate später vom NS-Regime hingerichtet, gemeinsam mit 69 weiteren Widerstandskämpfern. Am 6. August 1942 wurde auch Paula Rabeaux von der französischen Gendarmerie verhaftet. Der Sohn Jack befand sich damals bei Paulas Schwester auf Urlaub und konnte in der Folge das NS-Regime überleben. Auch Paula Rabeaux wurde, wie ihr Ehemann, im Fort du Hâ interniert, später im Fort von Romainville. Als die französischen Widerstandskämpferinnen, unter ihnen Paula Rabeaux, am 27. Januar 1943 im Frauenlager des KZ Auschwitz ankamen, sollen sie die Marseillaise gesungen haben. Auf ihrem linken Unterarm wurde die Nummer 31725 eintätowiert, ihre drei Registrierungsfotos vom 3. Februar 1943 sind erhalten. Aufgrund ihrer geschwollenen Zunge konnte sie bald weder essen, noch atmen. Sie wurde in das Krankenrevier überstellte und verstarb am 15. März 1943, laut Sterbeurkunde mit Félicienne Bierge an ihrer Seite.[1] | |
HIER WOHNTE
RAYMOND RABEAUX GEB. 1911 WIDERSTANDSKÄMPFER VERHAFTET 1942 INTERNIERT IM FORT DU HÂ FÜSILIERT 21.9.1942 CAMP DE SOUGE |
Rue du Maréchal Joffre, 75 |
Raymond Rabeaux wurde am 15. September 1911 in Chinon im Département Indre-et-Loire geboren. Er arbeitet bis 1938 als Klempner für die Union Française in La Pallice, betreibt viel Sport und engagiert sich für die Gewerkschaft und die Kommunistische Partei. Er war der erste Schwimmer, der die Strecke zur Île de Ré und zurück bewältigte. Er heiratete 1931 Paula, geborene Trapy. Das Paar hatte zwei Kinder: Sohn Jacky (geboren 1932) und 1939 wird eine Tochter geboren, die jedoch im Alter von sieben Monaten verstarb. Rabeaux wurde Sekretär der PC von La Rochelle und organisierte nach der Machtübernahme des NS-Regimes den Widerstand in der Region. Aufgrund des Verfolgungsdrucks zog er mit seiner Familie nach Bègles, wo er im Haus 75, rue du Maréchal Joffre wohnte. Er wurde zum Propagandaleiter für die Südwest-Region ernannt, kümmerte sich um Flugschriften und Aufklärung der Arbeiter, versorgte aber auch den militärischen Arm der Résistance, die Francs-tireurs et partisans (FTPF), mit Waffen. Am 30. Juli 1942 wurde Raymond Rabeaux verhaftet, im Fort du Hâ interniert, am 21. September 1942 im Camp de Souge erschossen.
Seine Frau Paula, auch sie Widerstandskämpferin, wurde ebenfalls verhaftet. Sie wurde nach Auschwitz deportiert und dort am 13. März 1943 vom NS-Regime ermordet. Sohn Jacky, mit elf Jahren Vollwaise, wurde von der Schwester seiner Frau versorgt und aufgezogen.[2] |
Bordeaux
| Bild | Inschrift | Standort | Name, Leben |
|---|---|---|---|
HIER WOHNTE
ABRAHAM BAUMGART GEB. 1898 IN TOMASZÓW M. INTERNIERT 1940 CAMP DE LA LANDE DEPORTIERT 20.7.1942 AUSCHWITZ ERMORDET 1.12.1942 |
Place Saint Pierre, 4 |
Abraham Baumgart wurde am 17. Juni 1898 in Tomaszów, Polen, geboren. Seine Eltern waren Moses Baumgart und Feiga, geborene Charnes.[3] Er heiratete Chana Kociolek, geborene Jawic, die einen Sohn Sohn in diese Ehe mitbrachte: Léon Henri Kociolek (geboren 1930 in Straßburg). Das Paar hatte zwei gemeinsame Söhne, beide geboren in Straßburg: Bernard (1933) und Roland (1936). Die Familie wurde 1940 in das Camp de la Lande de Monts deportiert, 1942 getrennt. Abraham Baumgart und seine Frau wurden am 20. Juli 1942 mit dem Konvoi No. 8 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo beide ermordet wurden. Yad Vashem gibt als Todestag den 1. Dezember 1942 an.[4][5]
Auch die drei Söhne der Familie wurden nach Auschwitz deportiert, jedoch erst zwei Monate später, am 23. September 1942 mit dem Konvoi No. 36. Auch sie wurden ermordet. Kein Mitglied der Familie Baumgart hat die Shoah überlebt. | |
HIER WOHNTE
BERNARD BAUMGART GEB. 1933 IN STRASSBURG INTERNIERT 1940 CAMP DE LA LANDE DEPORTIERT 23.9.1942 AUSCHWITZ ERMORDET 28.9.1942 |
Place Saint Pierre, 4 |
Bernard Baumgart wurde im Dezember 1933 in Straßburg geboren.[6][7][8][9] Er war der ältere Sohn von Abraham und Chana Baumgart, hatte einen um 3 Jahre älteren Halbbruder und einen um 3 Jahre jüngeren Bruder. Die Familie wohnte am Place Saint-Pierre von Bordeaux. Nach der Verhaftung wurde die Familie ins Camp de la Lande de Monts verschleppt. Am 20. Juli 1942 wurden die Eltern in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Am 23. September 1942 wurden schließlich auch die drei Söhne nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. | |
HIER WOHNTE
CHANA BAUMGART GEB. JAWIC 1901 IN LÓDZ INTERNIERT 1940 CAMP DE LA LANDE DEPORTIERT 20.7.1942 AUSCHWITZ ERMORDET |
Place Saint Pierre, 4 |
Chana Baumgart, geborene Jawic wurde am 25. Mai 1901 in Łódź, Polen, geboren. Sie heiratete Abraham Baumgart (siehe oben) und brachte einen Sohn aus einer früheren Verbindung in die Ehe mit: Léon Henri Kociolek (geboren 1930 in Straßburg, siehe unten). Chana und Abraham Baumgart hatten zwei gemeinsame Söhne, beide ebenfalls in Straßburg geboren: Bernard (1933) und Roland (1936). Die ganze Familie wurde 1940 zuerst in das Camp de la Lande de Monts deportiert, dann 1942 getrennt und schließlich vom Nazi-Regime ausgelöscht. Ehemann und Ehefrau wurden am 20. Juli 1942 mit dem Konvoi 8 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurden. Die drei Söhne wurden ebenfalls nach Auschwitz deportiert, allerdings erst zwei Monate später, am 23. September 1942 mit dem Konvoi 36. Auch sie wurden ermordet.[7][10] | |
HIER WOHNTE
ROLAND BAUMGART GEB. 1936 IN STRASSBURG INTERNIERT 1940 CAMP DE LA LANDE DEPORTIERT 23.9.1942 AUSCHWITZ ERMORDET 28.9.1942 |
Place Saint Pierre, 4 |
Roland Baumgart wurde am 30. September 1936 in Straßburg geboren, als jüngster Sohn von Abraham und Chana Baumgart. Er hatte einen älteren Bruder und einen älteren Halbbruder. Die Familie wohnte am Place Saint-Pierre von Bordeaux. Nach der Verhaftung wurde die gesamte Familie ins Camp de la Lande de Monts verschleppt. Am 20. Juli 1942 wurden die Eltern in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, am 23. September 1942 schließlich auch die drei Söhne. Alle fünf Familienmitglieder wurden dort ermordet.[7] | |
HIER WOHNTE
LÉON HENRI KOCIOLEK GEB. 1930 IN STRASSBURG INTERNIERT 1940 CAMP DE LA LANDE DEPORTIERT 23.9.1942 AUSCHWITZ ERMORDET |
Place Saint Pierre, 4 |
Léon Henri Kociolek wurde am 31. März 1930 in Straßburg geboren. Seine Eltern waren Chana, geborene Jawic (siehe oben) und Berk Kociolek (geb. 1904 in Minsk Mazowiecki). Sein Vater soll Kaufmann gewesen und kurz nach der Geburt des Sohnes gestorben sein. In der Folge heiratete seine Mutter den Schneider Abraham Baumgart, der ebenfalls aus Polen stammte, und hatte mit ihm zwei weitere Söhne: Bernard (geb. 1933) und Roland (geb. 1936). Der Junge wurde von Mutter und Stiefvater versorgt und erzogen. Wann die Familie nach Bordeaux übersiedelte, ist nicht bekannt. Ein Familienfoto aus dem Jahr 1938 wurde noch in Straßburg aufgenommen. Ende 1940 wurden Léon Henri Kociolek, seine Mutter, sein Stiefvater und seine Geschwister verhaftet und interniert. Ende 1940 wurde die ganze Familie verhaftet und ins Camp de la Lande de Monts verschleppt. Am 20. Juli 1942 wurden die Eltern in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und in der Folge dort ermordet. Gemeinsam mit seinen Halbbrüdern wurde auch Léon Henri Kociolek am 23. September 1942 mit dem Konvoi No. 36 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.[11][12][7] | |
HIER WURDE VERHAFTET
ALFRED LONER GEB. 1915 IN ST. JAKOB-BREITEAU WIDERSTANDSKÄMPFER VERHAFTET AM 30.1.1943 DEPORTIERT 1943 MAUTHAUSEN GESTORBEN 1945 NACH DER BEFREIUNG |
Rue des Frères Bonie, 30 |
Alfred Loner wurde am 31. März 1915 in St. Jakob-Breitenau (Steiermark) geboren. Er war Schlosser und ledig. Im November 1936 ging er gemeinsam mit dem Grazer Wilhelm Döring (geboren am 29. Februar 1912) nach Spanien. Die beiden schlossen sich der XI. Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg an. Am 26. Juli 1937 fiel Döring bei Brunete.[13] Loner konnte überleben. 1939 war er in den Lagern Saint-Cyprien und Gurs interniert. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Hilde Cahn, einer Berliner Kommunistin, betätigte er sich in der Résistance. Im Januar 1943 wurde er nahe Bordeaux, ebenso wie Alfred G. Ochshorn und Fritz Weiss, verhaftet. Die drei Widerstandskämpfer wurden in das KZ Mauthausen deportiert. Alfred Loner ist 1945, nach der Befreiung von Mauthausen, auf der Heimreise in die Steiermark laut Angabe des DÖW ums Leben gekommen.[14] Einem Brief von Hilde Cahn an das Zentralkomitee der SED zufolge sei jedoch der Wagen, mit dem Loner gemeinsam mit zwei weiteren Österreichern auf den Weg nach Wien war, von einem Kommando der Roten Armee beschlagnahmt worden. Loner sei schließlich von einer weiteren Patrouille verhaftet worden und verschwand spurlos. Die KPÖ startete eine öffentliche Suche per Radio, diese blieb erfolglos. 1953 gab Cahn an, dass ihr Mann in Mauthausen ermordet worden sei.[15] | |
HIER WURDE VERHAFTET
ALFRED G. OCHSHORN GEB. 1915 IN WIEN WIDERSTANDSKÄMPFER VERHAFTET AM 30.1.1943 DEPORTIERT 1943 MAUTHAUSEN ERMORDET AM 20.10.1943 |
Rue des Frères Bonie, 30 |
Alfred Gottfried Ochshorn wurde am 6. April 1915 in Wien geboren. Er war Student, ledig und Mitglied der KPÖ. Nach der Matura ging er nach Frankreich. Im Januar 1937 schloss er sich der XI. Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg an und wurde Sergeant. Bei Radio Madrid wirkte er als Sprecher. 1939 war er im Camp de Gurs interniert. Er flüchtete nach Brüssel und arbeitete 1942 unter falschem Namen als Dolmetscher bei der deutschen Kriegsmarine in Bordeaux. Am 30. Januar 1943 wurde er gemeinsam mit Fritz Weiss in Bordeaux verhaftet. Ab Mai 1943 war er im Konzentrationslager Mauthausen interniert. Dort wurde er am 20. Oktober 1943 vom SS-Mann Martin Bartesch erschossen.[16]
Am Haus Haidgasse 2 in Wien-Leopoldstadt wurde 1987 eine Steintafel mit Reliefporträt zu seinem Gedenken angebracht. Tafel und Porträt wurden von Denes Dembitz gestaltet.[17] | |
HIER WURDE VERHAFTET
FRITZ WEISS GEB. 1914 IN WIEN WIDERSTANDSKÄMPFER VERHAFTET AM 30.1.1943 DEPORTIERT 1943 MAUTHAUSEN BUCHENWALD MITTELBAU-DORA BEFREIT |
Rue des Frères Bonie, 30 |
Fritz Weiss wurde am 21. September 1914 in Wien geboren. Er war Buchbinder, ledig und Mitglied der KPÖ. Im Dezember 1936 ging er nach Spanien und kämpfte auf der republikanischen Seite im Spanischen Bürgerkrieg. 1939 war er in den Lagern von Saint-Cyprien, Gurs und Argelès-sur-Mer interniert. Es gelang ihm die Flucht. Er ging nach Toulouse und schloss sich der Résistance an. Im Juni 1942 wurde er, unter dem Tarnnamen Theodor Bobec, nach Bordeaux geschickt. Er arbeitete als Dolmetscher bei der Deutschen Luftwaffe, wurde jedoch im Januar 1943 verhaftet. Danach war er im Fort du Hâ und im Fort de Romainville inhaftiert. Er wurde in das KZ Mauthausen deportiert, wo er von August bis Oktober 1943 blieb. Es folgte die Überstellung in das KZ Buchenwald, später in das KZ Mittelbau-Dora. Weiss gab während der Verhöre und der Haft seine wahre Identität nie preis. Nach der Befreiung Deutschlands und Österreichs kehrte er nach Wien zurück. Er war als Tankstellenpächter und Büroangestellter tätig und starb am 24. Oktober 1998 in Wien. [18] |
La Brède
| Bild | Inschrift | Standort | Name, Leben |
|---|---|---|---|
HIER WOHNTE
FERNAND MATHIEU LASPERCHES GEB. 1905 KRIEGSGEFANGENER GESTORBEN AN DEN FOLGEN DER HAFT 30.8.1942 HAMMELBURG |
Place du Devoir de Memoir |
Fernand Mathieu Lasperches wurde am 30. Juli 1905 in La Brède geboren. Er war Soldat im 619. Pionierregiment und starb am 30. August 1942 in deutscher Kriegsgefangenschaft im Lager Hammelburg. Als Todesursache wurde Tuberkulose angegeben.[19] |
Cartelègue
| Bild | Inschrift | Standort | Name, Leben |
|---|---|---|---|
HIER WOHNTE
JEAN LEGER GEB. 1914 KRIEGSGEFANGENER GESTORBEN AN DEN FOLGEN DER HAFT 8.1.1945 SULZDORF |
14 rue des Quatre Lieues |
Jean Leger wurde am 17. Juli 1914 in Cartelègue geboren. Er war Soldat beim 57. Infanterieregiment und starb am 8. Januar 1945 in deutscher Kriegsgefangenschaft in Sulzdorf. Als Todesursache wurde Embolie angegeben.[19] |
Coux
| Bild | Inschrift | Standort | Name, Leben |
|---|---|---|---|
HIER WOHNTE
FERDINAND RAPITEAU GEB. 1905 KRIEGSGEFANGENER ERMORDET AM 19.7.1941 BAMBERG |
2 Cité Bel air |
Ferdinand Rapiteau wurde am 12. Januar 1905 in Saint-Hilaire-de-Talmont in der Vendée geboren. Er war der Sohn von Aimé Rapiteau, seine Mutter war eine geborene Charrieau. Im Jahr 1928 heiratete er Yvonne, geborene Jardry. Das Ehepaar hatte eine Tochter: Fernande, geboren 1938 und verstorben 1983. Ferdinand Rapiteau wurde Soldat de deuxième classe beim 618. Pionierregiment. Er wurde am 22. Juni 1940 in Mortagne in den Vogesen von den Deutschen gefangen genommen, in das Lager XIII C deportiert und mit der Nummer 74 134 registriert. Ab Juli 1940 musste er für die Deutsche Reichsbahn Zwangsarbeit verrichten. Am 19. Juli 1941 starb er nach einem Unfall, laut einer Untersuchung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz vom 12. November 1941 ereignete sich folgendes: „Der Gefangene erlitt nach einem unglücklichen und bedauernswerten Unfall einen tragischen Tod. Auf dem Weg zur Arbeit wurde er von einem kleinen Kind erschossen, welches mit einer Sportpistole ‚Taubenschießen‘ spielte. Die Kugel durchdrang den Rücken in einer Höhe von 1m 20, verletzte die Lunge und trat auf der Vorderseite des Körpers aus. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.“
Am 21. Juli 1941 wurde er im französischen Sektor des Friedhofs der Stadt Bamberg begraben. Im Jahr 1949 wurde seine Leiche nach Frankreich überführt und in Coux bestattet. Sein Name wurde auf dem Denkmal der Gefallenen von Coux eingraviert. Seine Tochter heiratete zweimal, zuerst Pierre Etienne Lambert (bis 1964), danach Marcel Marcelly. Sie hatte mehrere Kinder mit beiden Ehemännern. Am 29. November 2014 wurde vor dem Bamberger Bahnhof ein Stolperstein zum Gedenken an Ferdinand Rapiteau verlegt. An der Zeremonie nahmen zwei seiner Nachkommen teil. In der Folge wurde auch die Verlegung eines Stolpersteines in Coux organisiert.[20] Der Stolperstein wurde mit Hilfe der Willy-Aron-Gesellschaft in Bamberg verlegt.[19] |
Le Grand-Village-Plage
| Bild | Inschrift | Standort | Name, Leben |
|---|---|---|---|
HIER WOHNTE
ADOLPHE BRERET GEB. 1912 KRIEGSGEFANGENER GESTORBEN AN DEN FOLGEN DER HAFT 12.6.1944 OBERNZENN |
Boulevard de la Plage, 3 |
Adolphe Maurice Breret wurde am 20. Mai 1912 in Saint-Trojan-les-Bains geboren. Er war Soldat beim 618. Pionierregiment und kam in Kriegsgefangenschaft. Am 12. Juni 1944 starb er in Obernzenn. Als Todesursache wurde Lungenentzündung angegeben.[19] |
Verlegedaten
Die Stolpersteine in der Region wurden von Gunter Demnig an folgenden Tagen verlegt:[21]
- 24. August 2015: Cartelègue, Coux, La Brède
- 25. August 2015: Le Grand-Village-Plage
- 6. April 2017: Bordeaux
- 7. April 2017: Bègles[7]
Siehe auch
Weblinks
- Stolpersteine.eu, Demnigs Website
Einzelnachweise
- ↑ Mémoire vive: Paula RABEAUX, née Trapy – 31725, mit den drei Fotos von Auschwitz, abgerufen am 20. Februar 2018
- ↑ Association du Souvenir des Fusillés de Souge: RABEAUX Raymond, abgerufen am 17. Februar 2018
- ↑ The Central Database of Shoah Victim's Names: ABRAHAM BAUMGART, abgerufen am 20. Februar 2018
- ↑ Find a grave: Abraham Baumgart, abgerufen am 20. Februar 2018
- ↑ Find a grave: Chana Baumgart, abgerufen am 20. Februar 2018
- ↑ Die Quellen nennen unterschiedliche Tage als Geburtstag: den 3., 9. und 23. Dezember 1933
- ↑ 7,0 7,1 7,2 7,3 7,4 Pierrot Bordas: VICTIME DE LA BARBARIE NAZIE : PAVÉS DE MÉMOIRE, Les Nouvelles de Bordeaux et du Sud-Ouest, 14. April 2017, abgerufen am 20. Februar 2018
- ↑ Anonymes, Justes et Persécutés durant la période Nazie dans les communes de France: Arrestations 1939-1945 Bordeaux: Famille Baumgart, abgerufen am 20. Februar 2018
- ↑ The Central Database of Shoah Victims' Names: BERNARD BAUMGART, abgerufen am 21. Februar 2018
- ↑ The Central Database of Shoah Victim's Names: CHANA BAUMGART, abgerufen am 23. Februar 2018
- ↑ The Central Database of Shoah Victim's Names: Léon Henri Kociolek, abgerufen am 20. Februar 2018
- ↑ Anonymes, Justes et Persécutés durant la période Nazie dans les communes de France: Arrestations 1939-1945 Bordeaux: Famille Kociolek, abgerufen am 20. Februar 2018
- ↑ Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Döring, Wilhelm. ÖsterreicherInnen für Spaniens Freiheit 1936-1939. Abgerufen am 11. Februar 2018.
- ↑ Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Loner, Alfred. ÖsterreicherInnen für Spaniens Freiheit 1936-1939. Abgerufen am 16. Februar 2018.
- ↑ Karin Hartewig: Zurückgekehrt: die Geschichte der jüdischen Kommunisten in der DDR. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2000, ISBN 3-412-02800-2, S. 114–118.
- ↑ Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Ochshorn, Alfred Gottfried. ÖsterreicherInnen für Spaniens Freiheit 1936-1939. Abgerufen am 16. Februar 2018.
- ↑ Ochshorn, Alfred Gottfried. In: dasrotewien.at. Abgerufen am 26. Februar 2018.
- ↑ Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Weiss, Fritz. ÖsterreicherInnen für Spaniens Freiheit 1936-1939. Abgerufen am 16. Februar 2018.
- ↑ 19,0 19,1 19,2 19,3 Stolpersteins en France. In: Prisonniers de guerre. Abgerufen am 16. Februar 2018.
- ↑ « Stolperstein » – Rapiteau. In: Prisonniers de guerre. Abgerufen am 21. Februar 2018.
- ↑ Chronik. In: Stolpersteine.eu. Abgerufen am 26. Februar 2018.
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