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Liste der Stolpersteine in Mittweida

Aus Jewiki
Version vom 30. Dezember 2021, 17:13 Uhr von Michael Kühntopf (Diskussion | Beiträge)
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Die Liste der Stolpersteine in Mittweida enthält sämtliche Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projektes von Gunter Demnig in Mittweida im Landkreis Mittelsachsen verlegt wurden.

Hintergrund

Mit diesen Gedenksteinen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Mittweida lebten und wirkten. Die ersten 14 Stolpersteine an 5 Adressen wurden im Mai 2008 eingesetzt.[1] Im Jahr 2014 wurden zwei weitere Steine in die Straßenpflaster eingesetzt.[2] Mit den im September 2016 verlegten 4 Steinen erhöhte sich die Zahl der Stolpersteine in Mittweida auf insgesamt 20 an zehn Standorten.[3]

Liste der Stolpersteine in Mittweida

Zusammengefasste Adressen zeigen an, dass mehrere Stolpersteine an einem Ort verlegt wurden. Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach der Adresse. Die Spalte Person, Inschrift wird nach dem Namen der Person alphabetisch sortiert.

Bild Adresse Verlegedatum Person, Inschrift Kurzvita / Anmerkungen
Stolperstein für Maria Lanella, Bahnhofstrasse 45, Mittweida.JPG Bahnhofstraße 45
(Lage)50.9849312.965357
Stolpersteine für Maria Lanella und Poraska Fedasiuk, Bahnhofstrasse 45, Mittweida.JPG
21. Sep. 2016 Maria Lanella
Jg. 1918
Italien
Zwangsarbeit Okt. 1944
Flossenbürg
Aussenlager Mittweida
ermordet 2.11.1944
Maria Lanella wurde am 18.01.1918 in Cugliate in der italienischen Provinz Varese als Tochter von Luigi und Josefina Lanella geboren. Im Arolsen Archives ist für Maria Lanella eine Überstellung in das KZ Mauthausen bei Linz für den 13.04.1944 verzeichnet. Am 9.10.1944 ist sie aus dem KZ Auschwitz in die neu eingerichtete Außenstelle Mittweida des Konzentrationslagers Flossenbürg verlegt wurden. Das Lager in der Feldstraße (Baracken auf einem umzäunten Gelände) diente als Unterkunft für ca. 500 Frauen, welche für die aus Berlin nach Mittweida verlagerten C. Lorenz AG arbeiten (Zwangsarbeit) mussten.[4] Maria Lanella ist am 2.11.1944 um 17 Uhr an Typhus verstorben. Ihre Häftlingsnummer war 55442.
Stolperstein für Poraska Fedasiuk, Bahnhofstrasse 45, Mittweida.JPG Poraska Fedasiuk
Jg. 1910
Polen
Zwangsarbeit Okt. 1944
Flossenbürg
Aussenlager Mittweida
ermordet 7.4.1945
Poraska Fedasiuk auch Paraska Fedasjuk ist am 13.06.1910 in Rakowczyk (Polen) heute Rakivchyk (Раківчик) in der Ukraine geboren. Am 9.10.1944 ist sie aus dem KZ Auschwitz in die neu eingerichtete Außenstelle Mittweida des Konzentrationslagers Flossenbürg verlegt wurden. Sie ist am 7.4.1945 um 16 Uhr im Lager an der Feldstraße gestorben. Ihre Häftlingsnummer war 55310.
Stolperstein für Wilhelm Jacobsohn, Bahnhofstrasse 50, Mittweida.JPG Bahnhofstraße 50
(Lage)50.9855712.980724
Stolpersteine für Familie Jacobsohn, Bahnhofstrasse 50, Mittweida.JPG
16. Mai 2008 Hier wohnte
Wilhelm Jacobsohn
Jg. 1880
deportiert 1942
Auschwitz
ermordet
Stolperstein für Elsbeth Jacobsohn, Bahnhofstrasse 50, Mittweida.JPG Hier wohnte
Elsbeth Jacobsohn
geb. Baron
Jg. 1878
deportiert 1942
Auschwitz
ermordet
Stolperstein für Ernst Jacobsohn, Bahnhofstrasse 50, Mittweida.JPG Hier wohnte
Ernst Jacobsohn
Jg. 1907
verhaftet
KZ Sachsenburg
Flucht 1937 Holland
ausgeliefert / verhaftet
ermordet 14.2.1942
Sachsenhausen
Stolperstein für Walter Schlegel, Chemnitzer Strasse 29, Mittweida.JPG Chemnitzer Straße 29
(Lage)50.98129312.981641
21. Sep. 2016 Hier wohnte
Walter Schlegel
Jg. 1906
verhaftet Juni 1938
Aktion
‘Arbeitsscheu Reich‘
Sachsenhausen
ermordet 12.1.1940
Stolperstein für Richard Rothschild, Johann-Sebastian-Bach-Strasse 11, Mittweida.JPG Johann-Sebastian-Bach-Straße 11
(Lage)50.98337912.974062
5. Aug. 2014 Hier wohnte
Richard Rothschild
Jg. 1899
‘Schutzhaft‘ 1938
Dachau
deportiert 1943
ermordet in
Auschwitz
Stolperstein für Max Kosterlitz, Leisniger Strasse 8, Mittweida.JPG Leisniger Straße 8
(Lage)50.98691912.97234
Stolpersteine für Familie Kosterlitz, Leisniger Strasse 8, Mittweida.JPG
16. Mai 2008 Hier wohnte
Max Kosterlitz
Jg. 1872
verzogen 1939 nach
Leipzig
verhungert 1.2.1945
Stolperstein für Lina Kosterlitz, Leisniger Strasse 8, Mittweida.JPG Hier wohnte
Lina Kosterlitz
geb. Kneist
Jg. 1873
verzogen 1939 nach
Leipzig
verhungert 27.12.1944
Stolperstein für Adalbert Kosterlitz, Leisniger Strasse 8, Mittweida.JPG Hier wohnte
Adalbert
Kosterlitz

Jg. 1907
deportiert 1942
Ghetto Belzyce
ermordet
Stolperstein für Irma Kosterlitz, Leisniger Strasse 8, Mittweida.JPG Hier wohnte
Irma Kosterlitz
geb. Bannass
Jg. 1908
deportiert 1942
Ghetto Belzyce
ermordet
Stolperstein für Alfred Röhricht, Kirchberg 1, Mittweida.JPG Kirchberg 1
(Lage)50.98374512.980431
5. Aug. 2014 Hier wohnte
Alfred Röhricht
Jg. 1904
im Widerstand / KPD
‘Schutzhaft‘ 1933
Sachsenburg
Fluchtversuch 15.1.1936
Flucht in den Tod
19.1.1936
Der Rotfrontkämpfer Ernst Alfred Röhricht wurde am 25. Dezember 1904 in Liegnitz (Schlesien) geboren. Wegen Verrats militärischer Geheimnisse saß er von 1927 bis 1932 im Zuchthaus Waldheim. Anschließend zog er nach Mittweida und wohnte ab August 1932 zur Untermiete auf dem Kirchberg 1. Am 3. März 1933 wurde er in Mittweida verhaftet und in den folgenden Tagen ins „Hansa-Haus“ in Chemnitz verlegt. In dieser Folterstätte wurde Röhricht von Mitgliedern der Sturmabteilung (SA) wochenlang mit Stahlruten, Ochsenziemern, Gummiknüppeln und Nilpferdpeitschen auf das schwerste misshandelt. Ein Knochen der linken Mittelhand wurde ihm dabei zerschlagen. Trotz der Verletzung wurde Röhricht anschließend in das KZ Colditz gebracht. Im Januar 1934 wurde er in das KZ Sachsenburg verlegt. Als der sozialdemokratische Redakteur Dr. Max Sachs am 5. Oktober 1935 im Lager zu Tode gefoltert wurde, schlug Röhricht einen der Peiniger mit seinen beiden Gipsarmen zusammen. Am 7. Januar 1936 sollten Röhricht im Chemnitzer Krankenhaus im Küchwald beide Arme amputiert werden. Dank der Unterstützung einer Mittweidaer Kommunistin und eines Wachmannes konnte er jedoch sieben Tage später nach Mittweida fliehen und wurde u. a. in einem Werkzeugschuppen am Rande eines Steinbruchs in Neudörfchen verstecken. Im Fieberwahn verließ Röhricht sein sicheres Versteck am Morgen des 19. Januar 1936 und wurde er auf der Flucht von Mitgliedern des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in die Zschopau getrieben und ist in der Nähe des Elektrizitätswerkes Mittweida ertrunken.[5]
Stolperstein für Herbert Bach, Markt 30-31, Mittweida.JPG Markt 30–31
(Lage)50.9855712.980724
Stolpersteine für Familie Bach, Markt 30-31, Mittweida.JPG
16. Mai 2008 Hier lebte
Herbert Bach
Jg. 1904
verhaftet 1937
Amtsgericht
Fenstersturz
tot 9.11.1937
Stolperstein für Frieda Bach, Markt 30-31, Mittweida.JPG Hier lebte
Frieda Bach
geb. Steiner
Jg. 1879
deportiert 1942
Ghetto Belzyce
ermordet
Stolperstein für Roland Mondschein, Rochlitzer Strasse 1, Mittweida.JPG Rochlitzer Straße 1
(Lage)50.98570412.97994
21. Sep. 2016 Hier inhaftiert
Roland Mondschein
Jg. 1926
verhaftet 1941
als asozial stigmatisiert
1943 Gefängnis Mittweida
1944 Zuchthaus Zwickau
tot 4.5.1944
Schillerstraße 8 (historisch: Wilhelmstraße)
(Lage)50.98425712.972235
16. Mai 2008 Josef Kosterlitz
Jenny Fanny Kosterlitz
geb. Helft
Für Josef und Janny Kosterlitz wurden auch in Waldheim Stolpersteine verlegt.
Schulstraße 7
(Lage)50.98454412.974243
16. Mai 2008 Hier lebte
Gustel Lesser
geb. Steinfeld
Jg. 1878
deportiert 1942
Ghetto Belzyce
ermordet
Hier lebte
Bernhard
Mandelstein

Jg. 1883
deportiert 1942
Ghetto Belzyce
ermordet
Hier lebte
Else Mandelstein
geb. Kugelmann
Jg. 1889
deportiert 1942
Ghetto Belzyce
ermordet
Für Else und Bernhard Mandelstein wurden auch in Grebenstein Stolpersteine verlegt.

Literatur

  • Jürgen Nitsche: Juden in Mittweida – Eine Spurensuche. Schriftenreihe des Stadtarchivs und Stadtmuseums zur Geschichte der Stadt Mittweida, Band 6. Mittweida 2018, ISBN 978-3-00-058501-2

Weblinks

 Commons: Stolpersteine in Mittweida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Liste der Stolpersteine in Mittweida aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.