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Liste der Stolpersteine in Mittweida
Die Liste der Stolpersteine in Mittweida enthält sämtliche Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projektes von Gunter Demnig in Mittweida im Landkreis Mittelsachsen verlegt wurden.
Hintergrund
Mit diesen Gedenksteinen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Mittweida lebten und wirkten. Die ersten 14 Stolpersteine an 5 Adressen wurden im Mai 2008 eingesetzt.[1] Im Jahr 2014 wurden zwei weitere Steine in die Straßenpflaster eingesetzt.[2] Mit den im September 2016 verlegten 4 Steinen erhöhte sich die Zahl der Stolpersteine in Mittweida auf insgesamt 20 an zehn Standorten.[3]
Liste der Stolpersteine in Mittweida
Zusammengefasste Adressen zeigen an, dass mehrere Stolpersteine an einem Ort verlegt wurden. Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach der Adresse. Die Spalte Person, Inschrift wird nach dem Namen der Person alphabetisch sortiert.
| Bild | Adresse | Verlegedatum | Person, Inschrift | Kurzvita / Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|
| Bahnhofstraße 45 (Lage)50.9849312.965357 |
21. Sep. 2016 | Maria Lanella Jg. 1918 Italien Zwangsarbeit Okt. 1944 Flossenbürg Aussenlager Mittweida ermordet 2.11.1944 |
Maria Lanella wurde am 18.01.1918 in Cugliate in der italienischen Provinz Varese als Tochter von Luigi und Josefina Lanella geboren. Im Arolsen Archives ist für Maria Lanella eine Überstellung in das KZ Mauthausen bei Linz für den 13.04.1944 verzeichnet. Am 9.10.1944 ist sie aus dem KZ Auschwitz in die neu eingerichtete Außenstelle Mittweida des Konzentrationslagers Flossenbürg verlegt wurden. Das Lager in der Feldstraße (Baracken auf einem umzäunten Gelände) diente als Unterkunft für ca. 500 Frauen, welche für die aus Berlin nach Mittweida verlagerten C. Lorenz AG arbeiten (Zwangsarbeit) mussten.[4] Maria Lanella ist am 2.11.1944 um 17 Uhr an Typhus verstorben. Ihre Häftlingsnummer war 55442. | |
| Poraska Fedasiuk Jg. 1910 Polen Zwangsarbeit Okt. 1944 Flossenbürg Aussenlager Mittweida ermordet 7.4.1945 |
Poraska Fedasiuk auch Paraska Fedasjuk ist am 13.06.1910 in Rakowczyk (Polen) heute Rakivchyk (Раківчик) in der Ukraine geboren. Am 9.10.1944 ist sie aus dem KZ Auschwitz in die neu eingerichtete Außenstelle Mittweida des Konzentrationslagers Flossenbürg verlegt wurden. Sie ist am 7.4.1945 um 16 Uhr im Lager an der Feldstraße gestorben. Ihre Häftlingsnummer war 55310. | |||
| Bahnhofstraße 50 (Lage)50.9855712.980724 |
16. Mai 2008 | Hier wohnte Wilhelm Jacobsohn Jg. 1880 deportiert 1942 Auschwitz ermordet |
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| Hier wohnte Elsbeth Jacobsohn geb. Baron Jg. 1878 deportiert 1942 Auschwitz ermordet |
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| Hier wohnte Ernst Jacobsohn Jg. 1907 verhaftet KZ Sachsenburg Flucht 1937 Holland ausgeliefert / verhaftet ermordet 14.2.1942 Sachsenhausen |
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| Chemnitzer Straße 29 (Lage)50.98129312.981641 |
21. Sep. 2016 | Hier wohnte Walter Schlegel Jg. 1906 verhaftet Juni 1938 Aktion ‘Arbeitsscheu Reich‘ Sachsenhausen ermordet 12.1.1940 |
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| Johann-Sebastian-Bach-Straße 11 (Lage)50.98337912.974062 |
5. Aug. 2014 | Hier wohnte Richard Rothschild Jg. 1899 ‘Schutzhaft‘ 1938 Dachau deportiert 1943 ermordet in Auschwitz |
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| Leisniger Straße 8 (Lage)50.98691912.97234 |
16. Mai 2008 | Hier wohnte Max Kosterlitz Jg. 1872 verzogen 1939 nach Leipzig verhungert 1.2.1945 |
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| Hier wohnte Lina Kosterlitz geb. Kneist Jg. 1873 verzogen 1939 nach Leipzig verhungert 27.12.1944 |
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| Hier wohnte Adalbert Kosterlitz Jg. 1907 deportiert 1942 Ghetto Belzyce ermordet |
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| Hier wohnte Irma Kosterlitz geb. Bannass Jg. 1908 deportiert 1942 Ghetto Belzyce ermordet |
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| Kirchberg 1 (Lage)50.98374512.980431 |
5. Aug. 2014 | Hier wohnte Alfred Röhricht Jg. 1904 im Widerstand / KPD ‘Schutzhaft‘ 1933 Sachsenburg Fluchtversuch 15.1.1936 Flucht in den Tod 19.1.1936 |
Der Rotfrontkämpfer Ernst Alfred Röhricht wurde am 25. Dezember 1904 in Liegnitz (Schlesien) geboren. Wegen Verrats militärischer Geheimnisse saß er von 1927 bis 1932 im Zuchthaus Waldheim. Anschließend zog er nach Mittweida und wohnte ab August 1932 zur Untermiete auf dem Kirchberg 1. Am 3. März 1933 wurde er in Mittweida verhaftet und in den folgenden Tagen ins „Hansa-Haus“ in Chemnitz verlegt. In dieser Folterstätte wurde Röhricht von Mitgliedern der Sturmabteilung (SA) wochenlang mit Stahlruten, Ochsenziemern, Gummiknüppeln und Nilpferdpeitschen auf das schwerste misshandelt. Ein Knochen der linken Mittelhand wurde ihm dabei zerschlagen. Trotz der Verletzung wurde Röhricht anschließend in das KZ Colditz gebracht. Im Januar 1934 wurde er in das KZ Sachsenburg verlegt. Als der sozialdemokratische Redakteur Dr. Max Sachs am 5. Oktober 1935 im Lager zu Tode gefoltert wurde, schlug Röhricht einen der Peiniger mit seinen beiden Gipsarmen zusammen. Am 7. Januar 1936 sollten Röhricht im Chemnitzer Krankenhaus im Küchwald beide Arme amputiert werden. Dank der Unterstützung einer Mittweidaer Kommunistin und eines Wachmannes konnte er jedoch sieben Tage später nach Mittweida fliehen und wurde u. a. in einem Werkzeugschuppen am Rande eines Steinbruchs in Neudörfchen verstecken. Im Fieberwahn verließ Röhricht sein sicheres Versteck am Morgen des 19. Januar 1936 und wurde er auf der Flucht von Mitgliedern des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in die Zschopau getrieben und ist in der Nähe des Elektrizitätswerkes Mittweida ertrunken.[5] | |
| Markt 30–31 (Lage)50.9855712.980724 |
16. Mai 2008 | Hier lebte Herbert Bach Jg. 1904 verhaftet 1937 Amtsgericht Fenstersturz tot 9.11.1937 |
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| Hier lebte Frieda Bach geb. Steiner Jg. 1879 deportiert 1942 Ghetto Belzyce ermordet |
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| Rochlitzer Straße 1 (Lage)50.98570412.97994 |
21. Sep. 2016 | Hier inhaftiert Roland Mondschein Jg. 1926 verhaftet 1941 als asozial stigmatisiert 1943 Gefängnis Mittweida 1944 Zuchthaus Zwickau tot 4.5.1944 |
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| Schillerstraße 8 (historisch: Wilhelmstraße) (Lage)50.98425712.972235 |
16. Mai 2008 | Josef Kosterlitz | ||
| Jenny Fanny Kosterlitz geb. Helft |
Für Josef und Janny Kosterlitz wurden auch in Waldheim Stolpersteine verlegt. | |||
| Schulstraße 7 (Lage)50.98454412.974243 |
16. Mai 2008 | Hier lebte Gustel Lesser geb. Steinfeld Jg. 1878 deportiert 1942 Ghetto Belzyce ermordet |
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| Hier lebte Bernhard Mandelstein Jg. 1883 deportiert 1942 Ghetto Belzyce ermordet |
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| Hier lebte Else Mandelstein geb. Kugelmann Jg. 1889 deportiert 1942 Ghetto Belzyce ermordet |
Für Else und Bernhard Mandelstein wurden auch in Grebenstein Stolpersteine verlegt. |
Literatur
- Jürgen Nitsche: Juden in Mittweida – Eine Spurensuche. Schriftenreihe des Stadtarchivs und Stadtmuseums zur Geschichte der Stadt Mittweida, Band 6. Mittweida 2018, ISBN 978-3-00-058501-2
Weblinks
- Website des Künstlers Gunter Demnig
- Gebundenes Gedenken an die Juden in Mittweida. mdr sachsen, 27. Januar 2018; abgerufen am 22. März 2018
- Stolpersteine in Mittweida (PDF; 132 kB)
Einzelnachweise
- ↑ SZ-Online: "Stolpersteine" in Mittweida (17. Mai 2018) (abgerufen am 22. März 2018)
- ↑ Blick Mittelsachsen: Steine erinnern an Schicksale - Künstler verlegt neue Messing-Platten für Opfer des NS-Regimes (Link nicht mehr abrufbar) (6. August 2014) (abgerufen am 22. März 2018)
- ↑ Stolpersteinverlegung 2016. (PDF) Pressemitteilung der Stadtverwaltung Mittweida, 17. August 2016; abgerufen am 22. März 2018
- ↑ Außenlager Mittweida auf der Seite der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
- ↑ Ernst Alfred Röhricht auf der Seite der Stiftung Sächsische Gedenkstätten
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