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Josef van Ess
Josef van Ess (* 18. April 1934 in Aachen) ist ein deutscher Islamwissenschaftler. Bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1999 lehrte er an der Universität Tübingen.
Leben
Im Jahre 1959 promovierte van Ess in Bonn mit einer Arbeit zur islamischen Mystik. Die Habilitation erfolgte 1964 in Frankfurt mit einer Arbeit zur Erkenntnistheorie in der islamischen Scholastik. Er hatte Gastprofessuren an der University of California Los Angeles (1967) und an der Amerikanischen Universität Beirut (1967/1968) inne. 1968 folgte er Rudi Paret als Ordinarius am Orientalischen Seminar der Universität Tübingen am Lehrstuhl für „Islamkunde und Semitistik“ nach.
Sein Hauptwerk ist Theologie und Gesellschaft im 2. und 3. Jahrhundert Hidschra. Eine Geschichte des religiösen Denkens im frühen Islam, in dessen sechs Bänden er die meist nur bei späteren Autoren überlieferten Gedankengebäude früher islamischer Theologen rekonstruiert.
Auszeichnungen und Ehrungen
- 1991: Ordentliches Mitglied der Academia Europaea[1]
- 2010: World Congress for Middle Eastern Studies (WOCMES)-Award for Outstanding Contributions to Middle Eastern Studies[2]
- 2010: Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern
- 2009: Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste[3]
Schriften
- Die Erkenntnislehre des 'Adudaddin al-Ici: Übersetzung und Kommentar des ersten Buches seiner Mawaqif. Steiner, Wiesbaden 1966.
- Traditionistische Polemik gegen ʿAmr Ibn ʿUbaid: Zu einem Text des ʿAlī Ibn ʿUmar ad-Dāraquṭnī. Steiner, Beirut/Wiesbaden 1967.
- Frühe muʿtazilitische Häresiographie: Zwei Werke des Nāšiʾ al-Akbar (gest. 293 H.). Orient Institut, Beirut 1971.
- Das Kitāb an-Nakṯ des Naẓẓām und seine Rezeption im Kitāb al-Futyā des Ǧāḥiẓ: Eine Sammlung der Fragmente. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1972.
- Zwischen Hadith und Theologie: Studien zum Entstehen prädestinatianischer Überlieferung. De Gruyter, Berlin 1975.
- Anfänge muslimischer Theologie: Zwei antiqadaritische Traktate aus dem ersten Jahrhundert der Hiǧra. Orient-Institut, Beirut 1977.
- Chiliastische Erwartungen und die Versuchung der Göttlichkeit: Der Kalif al-Ḥākim (386-411 H.). Winter, Heidelberg 1977.
- Der Ṭailasān des Ibn Ḥarb: „Mantelgedichte“ in arabischer Sprache. Winter, Heidelberg 1979.
- Ungenützte Texte zur Karramiya: Eine Materialsammlung. Winter, Heidelberg 1980.
- Der Wesir und seine Gelehrten: Zu Inhalt und Entstehungsgeschichte der theologischen Schriften des Rašīduddīn Fażlullāh (gest. 718/1318). Steiner, Wiesbaden 1981.
- Theologie und Gesellschaft im 2. und 3. Jahrhundert Hidschra: Eine Geschichte des religiösen Denkens im frühen Islam. 6 Bände. De Gruyter, Berlin 1991–1997.
- Band 1: 1991
- Band 2: 1992
- Band 3: 1992
- Band 4: 1997 (mit Register zu Bänden 1–4)
- Band 5: 1993 (Texte I–XXI)
- Band 6: 1995 (Texte XXII–XXXV)
- Der Fehltritt des Gelehrten: Die „Pest von Emmaus“ und ihre theologischen Nachspiele. Winter, Heidelberg 2001
- Der Eine und das Andere: Beobachtungen an islamischen häresiographischen Texten, 2 Bände. De Gruyter, Berlin/New York 2011
- Kleine Schriften, drei Bände, Brill, Leiden/Boston 2018 (Islamic history and civilization, Band 137), ISBN 978-90-04-31224-1.
Weblinks
- Literatur von und über Josef van Ess im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Josef van Ess. Orientalisches Seminars der Universität Tübingen, 4. Februar 2010, archiviert vom Original am 9. Juli 2012.
- Christian Meier: „Der Koran ist eine reformatorische Schrift“. In: zenith. 3. November 2010, archiviert vom Original am 8. November 2016.
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ Mitgliederverzeichnis: Josef van Ess. Academia Europaea, abgerufen am 24. Juli 2017 (english).
- ↑ Hohe Auszeichnung für Tübinger Orientalisten. In: Informationsdienst Wissenschaft. 20. Juli 2010, abgerufen am 2. August 2010.
- ↑ Josef van Ess. Der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste, abgerufen am 24. August 2012.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ess, Josef van |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Islamwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 18. April 1934 |
| GEBURTSORT | Aachen |
| Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Josef van Ess aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |
- Islamwissenschaftler
- Autor
- Hochschullehrer (Eberhard Karls Universität Tübingen)
- Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Academia Europaea
- Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres
- Mitglied der British Academy
- Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse)
- Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern
- Deutscher
- Geboren 1934
- Mann