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Jakow Culi

Aus Jewiki
Version vom 24. Januar 2015, 02:32 Uhr von Michael Kühntopf (Diskussion | Beiträge) (bleibt wohl bald nicht mehr viel von übrig)
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Rabbi Jakow Culi (auch Yaakov Kuli, Yaakov Culi oder Chuli usw.; geb. 1689 in Jerusalem; gest. 1732 in Konstantinopel) entstammte einer sephardischen Familie, die sich nach der Vertreibung aus Spanien auf Kreta angesiedelt und es dort zu Ansehen und Reichtum gebracht hatte.

Sein Vater war nach dem Sieg der Türken über das über Kreta herrschende Venedig nach Eretz Jisrael geflohen und heiratete dort die Tochter des berühmten Rabbiners Mosche ibn Chabib. Jakow Culis sich sehr früh zeigende Begabung wurde von seinem Großvater gefördert. Nach dessen Tod zog seine Familie nach Tzefat, wo Jakow Culi zu einem großen Toragelehrten wurde und sich entschied, die Werke seines Großvaters zu veröffentlichen. Dies war im Lande Israel nicht möglich und er ging 1714 nach Konstantinopel, wo er Geldgeber fand, so dass es 1719 zur Drucklegung kam.

Er wurde ein Schüler von Rabbiner Jehuda Rosanes, des Führers der sephardischen Juden, der ihn in sein Beit Din berief, und veröffentlichte nach dessen Tod im Jahre 1727 auch die Werke seines Lehrers. Rabbiner Culi erkannte die dringende Notwendigkeit, das einfache Volk in Konstantinopel spirituell wieder aufzurichten.

Nach dem Desaster der Schabbatai Zwi-Affäre war es zu einem geistigen Niedergang in Konstantinopel gekommen. Es gab zwar hervorragende Toragelehrte und Jeschiwot, aber die Mehrheit der Juden hatte nur geringe Kenntnisse des Judentums. Da die Sprache der sephardischen Juden zu jener Zeit Ladino war – ein mit Hebräisch versetztes altes Spanisch – schrieb er einen ausführlichen Tora-Kommentar auf Ladino, den er unter dem Namen „Me‘am Lo’ez“ 1730 zu veröffentlichen begann.

Leider konnte Rabbiner Culi selbst nur den Kommentar zu Bereschit und den Großteil von Schmot verfassen, aber seine Notizen waren so umfangreich, dass daraus der restliche Kommentar verfasst werden konnte.

Rabbiner Culi starb 1732 in Konstantinopel.

Meam Lo’ez wurde sofort mit Begeisterung von der jüdischen Leserschaft angenommen und gehörte für sephardische Juden zum Standardwerk des Torakommentars. Erst durch die Übersetzung ins Hebräische in den 1960er Jahren wurde die aschkenasische Welt auf dieses Werk aufmerksam.

Literatur (Auswahl)