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Jüdischer Kalender
Der jüdische Kalender (hebr. הלוח העברי ha-lu'ach ha-iwri) ist ein Lunisolarkalender. Das ordentliche Gemeinjahr umfasst 354 Tage, die auf 12 Monate mit jeweils 29 oder 30 Tagen aufgeteilt sind. Die Monate sind wie bei einfachen Mondkalendern an den Mondphasen ausgerichtet, es existiert jedoch gleichzeitig eine Schaltregel zur Angleichung an das Sonnenjahr. Das ordentliche Schaltjahr hat aufgrund des dreißigtägigen Schaltmonats 384 Tage. Die fünf kalendarischen Ausnahmeregeln können zu einer Verlängerung oder Verkürzung der ordentlichen Jahreslänge um jeweils einen Tag führen.
Das jüdische Jahr beginnt im Herbst, in biblischer Zeit begann das Jahr im Frühjahr. Die Monatsnamen wie Nissan, Ijar sind chaldäisch und stammen aus dem babylonischen Exil. Der Monat Nissan ist der erste im hebräischen Kalender; er gilt als der Neumond der Monate, weil er der Monat der Erlösung ist, in dem die jüdischen Vorfahren aus Ägypten auszogen. Wenn auch die Menschheit nach jüdischer Auffassung im Monat Tischri erschaffen wurde, überwiegt doch die Bedeutung der Erlösung der Schöpfung, und aus diesem Grund wird der Nissan als erster Monat des Jahres betrachtet, von dem ausgehend nach der Tora die übrigen Monate gezählt werden, das heißt der Nissan ist der erste Monat des religiösen jüdischen Kalenders und zugleich der siebte Monat des bürgerlichen jüdischen Kalenders (der mit dem Monat Tischri beginnt, der zugleich der siebte Monat nach dem religiösen jüdischen Kalender ist).
Entstehung und Hintergründe
Der jüdische Kalender wurde in seiner Entwicklung sowohl von eigenen, israelitischen Traditionen geprägt, als auch von Elementen fremder Kulturen, besonders während des babylonischen Exils. Die Systematik des heutigen jüdischen Kalenders beruht im Wesentlichen auf Festlegungen des Patriarchen Hillel II. aus dem Jahr 359, hat sich aber - insbesondere für die Zählung der Jahre - erst ab dem 11. Jahrhundert durchgesetzt.
Jeder hebräische Monat beginnt heute ungefähr bei Neumond. Im Altertum wurde der Monatsbeginn nach dem sichtbaren Beweis der „Geburt des Mondes“ durch Zeugen bestimmt. Der Patriarch Hillel II. legte den bis heute gültigen Kalender fest, damit nicht die Römer durch Verfolgung und Behinderung der Gerichte das jüdische Leben gefährdeten. Anhand dieses Kalenders weiß jeder im voraus, welcher Monat 29 und welcher 30 Tage hat.
- Tageszählung
Der jüdische Kalender rechnet den Tag vom Abend zum Abend („und es war Abend und es war Morgen, ein Tag“, Gen. 1,5). Der Tag endete im früheren jüdischen Kalender, wenn mindestens drei „mittlere“ Sterne sichtbar wurden, die zu einem Himmelsdreieck verbunden werden konnten, wobei sich die Bezeichnung „mittlere“ auf Sterne erster und zweiter Größe bezieht.
- Der zweite Feiertag
Trafen die Boten des Gerichts in Jerusalem nicht rechtzeitig bei den in der Diaspora lebenden Juden ein, um ihnen das genaue Datum des Monatsbeginns mitzuteilen, feierten diese zur Sicherheit jedes in der Tora erwähnte Fest zwei Tage lang anstelle von nur einem, denn sie wussten ja nicht, ob der vorherige Monat 29 oder 30 Tage gehabt hatte. Um einem Irrtum vorzubeugen und um das Fest nicht zu entweihen, führten sie diesen Feiertag ein. Dieses ist der „zweite Feiertag in der Diaspora“ geworden, ein Brauch, der sich bis heute erhalten hat.
Nur der Versöhnungstag wird an einem einzigen Tag begangen, da man berücksichtigte, dass es dem Menschen schwerfällt, hintereinander 48 Stunden zu fasten. Das Neujahrsfest dauert auch im Land Israel zwei Tage, weil man selbst dort nicht immer wusste, ob der Monat Tischri nach 29 oder 30 Tagen beginnen würde. Zur Sicherheit hörte das Volk am Ende des 29. Elul auf zu arbeiten und „tat heilig“ wie an einem gewöhnlichen Feiertag. Um irgendwelche Irrtümer von vornherein auszuschließen, ordneten die jüdischen Gelehrten schließlich die zweitägige Dauer des Festes an. Trotz des später exakt bestimmten Kalenders feiert man in der Diaspora immer noch den „zweiten Feiertag“, mit der Begründung, es sei „Brauch der Vorfahren“.
Aufbau des Kalenders
Der jüdische Kalender gliedert sich in Jahre, Monate und Tage. Da es ein Lunisolarkalender ist, sich also sowohl am Mondjahr wie auch am Sonnenjahr orientiert, benötigt der jüdische Kalender eine Schaltregulierung zum Ausgleich sowohl für das Mond- als auch das Sonnenjahr. Grundlage für die Schaltregel ist die Unterteilung des Tages in Stunden und Augenblicke. Um einen Ausgleich zu dem um 11 Tage längeren Sonnenjahr zu schaffen (im Unterschied zum Islam, dessen Feste aufgrund des reinen Mondkalenders manchmal in den Sommer und manchmal in den Winter fallen), wird in einem Zyklus von 19 Jahren sieben mal ein dreißigtägiger Schaltmonat vor dem eigentlichen Adar hinzugefügt. Während der Schaltmonat in jenem Jahr den Namen Adar übernimmt, erhält der 29 Tage umfassende eigentliche Adar die Bezeichnung We-Adar (noch ein Adar). Als Schaltjahre sind das 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. Jahr bestimmt.[1] Die jüdischen Feste sind eng mit der Jahreszeit verbunden, sie hängen mit ihren Symbolen zusammen und haben Naturereignisse oder landwirtschaftliche Bräuche zum Inhalt, die jedem Fest seinen besonderen Charakter verleihen.
Das Jahr
Der jüdische Kalender zählt die Jahre ab dem Zeitpunkt der biblischen Schöpfung der Welt[2], die Hillel II. nach den biblischen Chroniken auf das Jahr 3761 v. Chr. berechnete. Dadurch befindet sich der jüdische Kalender bereits im sechsten Jahrtausend. Gelegentlich werden jüdische Jahreszahlen aber nur dreistellig angegeben, hier wird das jüdische Jahrtausend als bekannt vorausgesetzt.
Das jüdische neue Jahr (mit der jeweils nächsthöheren Jahreszahl), das nur an einem Montag, Dienstag, Donnerstag oder Sonnabend starten darf, beginnt im Herbst mit dem ersten Tag des siebten Monats Tischri (genannt Rosch ha-Schana), während der Frühlingsmonat Nisan nach biblischer Tradition mit dem Auszug der Israeliten aus Ägypten als erster Monat nummeriert wird (Ex 12,2). Nach Meinung von Historikern verdankt diese ungewöhnliche Anordnung der Übernahme der babylonischen Monatsnamen durch die Israeliten. Im babylonischen Kalender war der Nisannu der erste Monat. Die Diskrepanz zwischen der Monatszählung und dem Jahresbeginn folgt aus der Verbindung zwischen diesen fremden und eigenen Traditionen Israels.
Mondjahr
Die Länge eines Mondzyklus – die durchschnittliche Zeit von einem Neumond zum nächsten – dauert genau 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten (nach der jüdischen Zeitzählung - siehe Abschnitt Der Tag - 29 Tage, 12 Scha'a und 793 Halakim). Mit dieser Monatsdauer zwischen 29 und 30 Tagen hat ein Mondjahr 354 Tage, wenn die Monate abwechselnd 30 und 29 Tage dauern. Ein solches Jahr wird „reguläres Jahr“ genannt. Es ist jedoch gegenüber dem Lunarjahr um acht Stunden, 48 Minuten und 40 Sekunden (acht Sha'a 870 chalakim) zu kurz. Daher wird alle drei Jahre dem Monat Cheschwan ein Tag hinzugefügt, das betreffende Jahr hat dann 355 Tage und wird „übermäßig“ genannt. Ferner wird in anderen Jahren dem Monat Kislew ein Tag abgezogen, so dass er nur 29 Tage zählt. Ein solches Jahr wird „vermindert“ genannt. Durch diese Maßnahmen, die durch Listen von Sonnen- und Mondfinsternissen ermittelt wurden, ergeben sich im Durchschnitt lediglich Abweichungen von 0,42 Sekunden gegenüber der tatsächlichen Monatsdauer.
Sonnenjahr
Da das Sonnenjahr mit einer Dauer von zur Zeit durchschnittlich 365,2422 Tagen nicht mit dem Mondjahr übereinstimmt, das durchschnittlich 354,3671 Tage dauert, muss der Ausgleich durch eine Schaltregelung geschaffen werden. 19 Sonnenjahre als sogenannte Meton-Periode sind fast genau 235 Mondmonate. Daher werden im jüdischen Kalender innerhalb von 19 Jahren die Jahre 3, 6, 8, 11, 14, 17 und 19 zu Schaltjahren mit jeweils einem (1) zusätzlichen Monat von 30 Tagen. Dieser Schalt-Monat wird vor dem Monat Adar eingefügt. Der eigentliche Adar wird dann „We-Adar“ („Und-Adar“), „Adar-scheni“ („zweiter Adar“) oder einfach „Adar II“ genannt. So entstehen zwölf Gemeinjahre mit je zwölf Monaten (144 Monate) und sieben Schaltjahre mit je 13 Monaten (91 Monate), die alle nach der Schaltregel des Mondjahres wiederum „regulär“, „übermäßig“ oder „vermindert“ sein können. Dadurch wird der Kalender so angepasst, dass er sich zum Lauf der Sonne und den Jahreszeiten nur geringfügig ändert. Das Kalenderjahr hat eine durchschnittliche Länge von 365,2468 Tagen (365 Tage, 5 Stunden, 55 Minuten und 25 Sekunden). Eine eintägige Abweichung gegenüber dem Sonnenjahr mit 365,2422 Tagen tritt nach 219 Jahren ein.
Die Karaiten lehnen die regelbasierte Einfügung des Schaltmonats ab und entscheiden nach der Reife der Gerste in Israel, in wörtlicher Auslegung der Tora.
Der Monat
Monatsbeginn
Ein neuer Monat beginnt, wie in den meisten mondorientierten Kalendern, mit dem Neulicht (Moled). Allerdings orientieren sich die Monate nicht immer ganz exakt an den Mondphasen: Wenn sich durch den Zeitpunkt von Rosh HaSchanah eine Aneinanderreihung von mehreren Tagen mit Arbeitsverbot (siehe Sabbat) ergeben würde, wird der Jahresbeginn um einen oder zwei Tage hinausgeschoben, um diese Härte zu vermeiden (denn Gott will nach jüdischem Verständnis das Leben der Menschen durch seine Gebote nicht schlechter, sondern besser machen). Es gibt insgesamt fünf Regeln für die Verschiebung des Jahresbeginns.
Kalendarische Ausnahmeregeln
- Jach
Tritt das Neulicht des Tischri erst nach 18:00 Uhr jüdischer Zeit ein, so ist Rosch ha-Schanah auf den folgenden Tag zu verschieben. Dies ist in etwa zwei von fünf Jahren der Fall.
- Adu
Fällt das Neulicht des Tischri auf einen Mittwoch, Freitag oder Sonntag, so ist Rosch ha-Schanah ebenfalls auf den folgenden Tag zu verlegen. Diese Regel findet in etwa drei von sieben Jahren Anwendung.
- Jach-Adu
Würde nach Anwendung der Jach-Regel Rosch ha-Schanah auf einen Mittwoch, Freitag oder Sonntag fallen, so muss zusätzlich die Regel Adu zur Anwendung kommen, das Neujahr also um einen weiteren Tag verschoben werden.
- Gatrat
Tritt das Neulicht des Tischri in einem Gemeinjahr an einem Dienstag nicht vor 9 Uhr und 204 Halakim jüdischer Zeit (siehe Stundeneinteilung) ein, so muss Rosch ha-Schanah um zwei Tage verschoben werden. Diese Regel findet in etwa drei von 100 Jahren Anwendung.
- Betutakpat
Fällt das Neulicht des Tischri in einem Jahr, das auf ein Schaltjahr folgt, auf einen Montag nicht vor 15 Uhr und 589 Halakim jüdischer Zeit, so wird Rosch ha-Schanah auf den folgenden Tag verschoben. Dieser sehr seltene Fall tritt nur in etwa einem von 200 Jahren ein. Zuletzt wurde die Regel im Jahr 5766 (gregorianisch: 2005/2006) angewandt, das nächste Mal erst wieder im Jahr 6013 (gregorianisch: 2252/2253). Die Regeln Jach und Adu haben religiöse Gründe, die drei anderen sind zur Aufrechterhaltung der Regeln erforderlich. Nur etwa 39 % aller Jahre beginnen tatsächlich am Tage des Neulichtes, somit sind Ausnahmen beim Jahresbeginn häufiger als die Regel.
Unter Berücksichtigung der fünf Ausnahmeregelungen ergeben sich also sechs verschiedene Jahreslängen: Ein Gemeinjahr kann 353, 354 oder 355 Tage haben, ein Schaltjahr 383, 384 oder 385 Tage. Man unterscheidet deshalb nicht nur Gemein- und Schaltjahre, sondern auch verminderte (353/383 Tage), reguläre (354/384 Tage) und übermäßige (355/385 Tage) Jahre nach den Regeln für das Mond- und Sonnenjahr (s.o.).
Monatsnamen
Die folgende Übersicht bietet die Monatsnamen mit ihrer ungefähren Position im gregorianischen Kalender. Die Zuordnung zu den Tierkreiszeichen beruht auf jüdischer Tradition und ist idealtypisch. Sie berücksichtigt nicht die Ausnahmeregeln und stimmt daher nicht mit astronomisch exakten Berechnungen überein.[3]
| Nr. | Monat | Länge in Tagen | Beginn zwischen | und | Tierkreiszeichen |
|---|---|---|---|---|---|
| 7 | Tischri | 30 | dem ersten Septemberdrittel | Anfang Oktober | Waage |
| 8 | Cheschwan, Marcheschwan | 29 (30 in übermäßigen Jahren) | Anfang Oktober | Anfang November | Skorpion |
| 9 | Kislew | 30 (29 in verminderten Jahren) | Anfang November | Anfang Dezember | Schütze |
| 10 | Tevet | 29 | Ende November | Mitte Dezember | Steinbock |
| 11 | Schevat (oder Schwat) | 30 | letztem Dezemberdrittel | Mitte Januar | Wassermann |
| 12 | Adar | 29 | Anfang Februar | Anfang März | Fische |
| 1 | Nisan | 30 | Mitte März | Mitte April | Widder |
| 2 | Ijjar | 29 | Mitte April | Mitte Mai | Stier |
| 3 | Siwan | 30 | Mitte Mai | dem ersten Junidrittel | Zwillinge |
| 4 | Tammus | 29 | erstem Junidrittel | Anfang Juli | Krebs |
| 5 | Aw | 30 | Mitte Juli | Mitte August | Löwe |
| 6 | Elul | 29 | Mitte August | Mitte September | Jungfrau |
Der Tag
Aus der Perspektive heutiger säkularer Tageseinteilung mit Tagesbeginn um 0:00 Uhr ist bei der Angabe jüdischer Tage zu beachten, dass jeder Tag auch einen „Vorabend“ hat. Der Tag im jüdischen Kalender beginnt daher unabhängig vom Sonnenuntergang um 18:00 Uhr. Das zeigt sich am Sederabend als dem Beginn des Pesachfestes, der bereits zum Fest selbst gehört. Dagegen ist der Rüsttag eines jüdischen Festes (hebr. עֶרֶב, „Erev“) der Vortag des Festes, der am Abend des ersten Festtages – genauer: unmittelbar vor Beginn des „Vorabends“ – endet.
Unterteilt wird der Tag in 24 Stunden (Sha'a, pl. Sha'ot). Die Unterteilung der Stunde erfolgt jedoch nicht in 60 Minuten, sondern in 1080 Teile (chalakim). Ein Teil (chelek, mit der Einheit 1 P) dauert somit 3 1/3 Sekunden und entspricht der kürzesten babylonischen Zeiteinheit Digiti. Die internationale Zeitangabe 10:30 Uhr (vormittags) entspricht 16 H 540 P nach dem jüdischen Kalender. Diese Zeitangaben finden sich auch im öffentlichen Leben Israels.
Die Namen der jüdischen Wochentage sind:
- Jom Rischon (יום ראשון, wörtlich „Erster Tag“)
- Jom Scheni (יום שני, wörtlich „Zweiter Tag“)
- Jom Schlischi (יום שלישי, wörtlich „Dritter Tag“)
- Jom Revi’i (יום רביעי, wörtlich „Vierter Tag“)
- Jom Chamischi (יום חמישי, wörtlich „Fünfter Tag“)
- Jom Schischi (יום שישי, wörtlich „Sechster Tag“)
- Schabbat (שבת, wörtlich „Ruhe“)
Verwendung
Der Jüdische Kalender findet in Israel ganz normale Anwendung. Nicht nur die religiösen jüdischen Festtage, sondern auch die säkularen orientieren sich am jüdischen und nicht am gregorianischen Kalender. Da auf internationaler Ebene sowie im Tourismus der gregorianische Kalender bestimmend ist, nutzen die Israelis beide Kalender parallel im Alltag.
Die Fest-, Feier- und Gedenktage mit festem Termin im jüdischen Kalender sind:
- Rosch ha-Schana am 1. bis 2. Tischri
- Jom Kippur am 10. Tischri
- Sukkot vom 15. bis 21. (22.) Tischri
- Simchat Thora am 22. bzw. 23. Tischri
- Chanukka vom 25. Kislew bis 2. Tevet
- Tu biSchevat am 15. Schevat
- Purim am 14. (und 15.) Adar
- Pessach vom 15. bis 22. Nisan
- Jom haScho'a am 28. Nisan
- Jom haZikaron am 4. Ijjar
- Jom haAtzma'ut am 5. Ijjar
- Jom Jeruschalajim am 28. Ijjar
- Schawuot am 6. Siwan
Am 15. Nisan wird das Pessachfest gefeiert, spätestens seit dem 10. Jahrhundert unabhängig vom tatsächlichen Vollmond. Dieser Tag stellt einen der wichtigsten jüdischen Feiertage dar. Auch der Todestag Jesu von Nazareth steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Pessachfest, wobei unklar ist, ob es sich dabei um den 14. Nisan (den sogenannten Rüsttag) oder den 15. Nisan (das Pessachfest selbst) handelte. Das christliche Osterfest findet daher in der Regel ebenfalls in diesem Monat statt, wenn es nicht wegen des jüdischen Schaltjahres in einen Adar II fällt.
Am 10. Tischri ist Jom Kippur, einer der höchsten jüdischen Feiertage.
In Schaltjahren findet das Purimfest im Adar II statt.
Die Daten der jüdischen Festtage für die Jahre 2008–2012
Die hier angegebenen Tagesdaten aus dem Gregorianischen Kalender bezeichnen stets den Tag, der um Mitternacht (0:00 Uhr) des entsprechenden jüdischen Tages beginnt. Nach dem jüdischen Kalender beginnt das Fest tatsächlich jedoch schon bei Sonnenuntergang des Vortages; der Abend dieses Vortages ist der „Vorabend“ des Festes.
| Jüdisches Jahr Gregorianisches Jahr |
5769 2008/2009 |
5770 2009/2010 |
5771 2010/2011 |
5772 2011/2012 |
|---|---|---|---|---|
| Rosch ha-Schana – Das jüdische Neujahr | 30.09.2008- 01.10.2008 | 19.09.2009- 20.09.2009 | 09.09.2010- 10.09.2010 | 29.09.2011- 30.09.2011 |
| Jom Kippur – Versöhnungstag | 09.10.2008 | 28.09.2009 | 18.09.2010 | 08.10.2011 |
| Sukkot – Laubhüttenfest | 14.10.2008- 20.10.2008 | 03.10.2009- 09.10.2009 | 23.09.2010- 29.09.2010 | 13.10.2011- 19.10.2011 |
| Schmini Azeret | 21.10.2008 | 10.10.2009 | 30.09.2010 | 20.10.2011 |
| Simchat Tora – „Torafreude“. Beginn des neuen Lesezyklus | 22.10.2008 | 11.10.2009 | 01.10.2010 | 21.10.2011 |
| Chanukka – Lichterfest. Wiedereinweihung des Tempels | 22.12.2008- 29.12.2008 | 12.12.2009- 19.12.2009 | 02.12.2010- 09.12.2010 | 21.12.2011- 28.12.2011 |
| Purim – Rettung der persischen Juden | 10.03.2009 | 28.02.2010 | 20.03.2011 | 08.03.2012 |
| Pessach – Auszug der Juden aus Ägypten | 09.04.2009- 16.04.2009 | 30.03.2010- 06.04.2010 | 19.04.2011- 26.04.2011 | 07.04.2012- 14.04.2012 |
| Schawuot – Wochenfest. Offenbarung der Tora am Sinai | 29.05.2009- 30.05.2009 | 19.05.2010- 20.05.2010 | 08.06.2011- 09.06.2011 | 27.05.2012- 28.05.2012 |
Siehe auch
- Kalender (Begriffsklärung)
- Liste der Kalendersysteme
- Christliche Zeitrechnung
- Julianischer Kalender
- Islamischer Kalender
Literatur
- Eduard Mahler, Handbuch der jüdischen Chronologie. Buchhandlung Gustav Fock, Leipzig, 1916.
- Ludwig Basnizki: Der jüdische Kalender. Entstehung und Aufbau. Jüdischer Verlag, Frankfurt 1998, ISBN 3-633-54154-3.
- Heinrich Simon: Jüdische Feiertage. Festtage im jüdischen Kalender. Hentrich & Hentrich, Teetz 2003, ISBN 3-933471-56-7.
- Henryk M. Broder, Hilde Recher (Hrsg.): Der Jüdische Kalender Fünftausendsiebenhundertsiebzig 2009-2010. 27. Auflage, Ölbaum Verlag, Augsburg 2009, ISBN 978-3-927217-65-2 (erscheint jährlich seit 1983), Kalendarische Ausgaben
Weblinks
Commons: Jüdische Kalender – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
- Jüdischer Kalender bei www.de.chabad.org
- www.kaluach.org – Website mit hebräisch-, deutsch-, englisch- und spanischsprachigem Programm zur Offline-Berechnung des jüdischen Kalenders
- Jüdischer JavaScript-Kalender (basiert auf Kaluach) bei www.hagalil.com
- Online-Umrechner bei www.nabkal.de
- Online-Umrechner bei www.heinrichbernd.de
- Einführungen in die Berechnung des jüdischen Kalenders bei www.nabkal.de
- Einführungen in die Berechnung des jüdischen Kalenders bei www.payer.de
- Luzius Schneider: Der Biblische Kalender (Februar 2000) bei www.luziusschneider.com
- Liste jüdischer Feiertage der nächsten Jahre mit Suchfunktion bei www.icz.org
- Aktueller jüdischer Kalender für jeweils drei Monate bei www.jewfaq.org (englisch)
Einzelnachweise
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