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Jüdischer Friedhof (Buttenhausen)

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Version vom 23. Januar 2023, 01:10 Uhr von Michael Kühntopf (Diskussion | Beiträge)
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Jüdischer Friedhof in Buttenhausen

Der Jüdische Friedhof Buttenhausen in Buttenhausen, einem Ortsteil der Gemeinde Münsingen im Landkreis Reutlingen (Baden-Württemberg), ist ein geschütztes Kulturdenkmal und befindet sich am Nordhang des Mühlbergwaldes.

Geschichte

Installation von Thomas Felder
Denkmal auf dem jüdischen Friedhof in Buttenhausen

Die jüdische Gemeinde Buttenhausen legte den Friedhof 1789 oberhalb des jüdischen Wohngebiets an. Der Reichsfreiherr Phillip Friedrich von Liebenstein hatte der jüdischen Gemeinde dieses Recht im sogenannten Judenschutzbrief vom 7. Juli 1787 zugestanden[1]. Der Friedhof hat eine Fläche von 39,87 Ar. Der älteste lesbare Grabstein ist von 1802 und 1943 fand die letzte Beerdigung statt. Heute sind noch 399 Grabsteine (Mazewot) aus dem gesamten Nutzungszeitraum vorhanden. Der Friedhof wurde ab Mitte der 1970er Jahre von Walter Ott und seinen Söhnen hergerichtet, die Grabsteine gereinigt und wieder aufgerichtet und die Zeichen nachgemalt.

Auf dem Friedhof befindet sich ein Gedenkstein für die jüdische Gemeinde und eine Erklärungstafel über ihre Geschichte. Zwischen 1940 und 1945 wurden ältere Juden aus dem gesamten deutschen Reichsgebiet in das sogenannte Jüdische Altersheim, also die mittlerweile leeren Quartiere der Buttenhausener Juden, zwangseingewiesen. Von Buttenhausen wurden sie in die Vernichtungslager gebracht[2]. An sie erinnert eine Installation aus Bahnschienen von Thomas Felder[3].

Friedhof

Der auf dem Hang der Mühlhalde errichtete Friedhof zeigt deutlich die Entwicklung der verschiedenen Grabsteinstilformen vom ausgehenden 18. bis ins 20. Jahrhundert[4]. Während die älteren Grabsteine schlicht gehalten und hebräisch beschriftet sind, finden sich auf jüngeren Grabsteinen prächtig ausgeführte Formen, die oft auf die Herkunft der Bestatteten hinweisen. Grabsteine des 20. Jahrhunderts wurden häufig aus Kunststein ausgeführt. Da die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus keine Steine mehr erwerben konnten, wurden an ihren Gräbern hölzerne Stelen aufgestellt. Die Stelen sind beispielhaft in der Bernheimerschen Realschule ausgestellt. Sie wurden in den 1960er Jahren durch schlichte Grabkissensteine ersetzt[4].

Siehe auch

Literatur

  • Joachim Hahn und Jürgen Krüger: Synagogen in Baden-Württemberg. Band 2: Joachim Hahn: Orte und Einrichtungen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1843-5 (Gedenkbuch der Synagogen in Deutschland. Band 4)
  • Stadt Münsingen (Hrsg.): Juden und ihre Heimat Buttenhausen, Münsingen 1988.

Weblinks

 Commons: Jüdischer Friedhof Buttenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ausstellung Juden in Buttenhausen (Memento vom 19. April 2013 im Internet Archive)
  2. Informationstafel an der Installation auf dem jüdischen Friedhof Buttenhausen
  3. Alemannia Judaica
  4. 4,0 4,1 Informationstafel am Eingang des jüdischen Friedhofs Buttenhausen
48.358729.47587
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Jüdischer Friedhof (Buttenhausen) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. Hauptautor des Artikels (siehe Autorenliste) war Reinhardhauke. Weitere Artikel, an denen dieser Autor maßgeblich beteiligt war: 9.948 Artikel (davon 0 in Jewiki angelegt und 9.948 aus Wikipedia übernommen). Bitte beachten Sie die Hinweise auf der Seite Jewiki:Statistik.