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Hirsch Michel Schapira

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Raw Jehoschua Zwi Michel Schapira[1] (1840-1906), Verfasser des Ziz Hakodesch, war Rabbiner und ein grosser Zaddik in Erez Jisrael. Seine wahre Grösse wurde erst nach seinem Tod bekannt, da er sein Wissen, seine Gelehrtheit und die Vorzüge seines Charakters so weit es ging zu verbergen suchte.

Zu seiner Zeit lebten in Jerusalem unzählige Zaddikim und Geonim. Raw Hirsch Michel war aber unter ihnen auf seine Weise absolut einzigartig. Während seines ganzen Lebens versuchte er ständig, seine wirkliche Grösse in Tora und Zidkut zu verheimlichen, und selbst Mitzwot versuchte er im Verborgenen auszuführen.

Als sein Vater, Raw Jakow Koppel, der als Oberhaupt eines bekannten Kolel in Jerusalem wirkte, 1892 starb, wurde er von Raw Jehoschua Leib Diskin gebeten, die Stelle seines Vaters zu übernehmen. Als Raw Hirsch Michel davon hörte, war er in einem grossen Dilemma: Einerseits widersprach eine solche Stelle, bei der er über anderen Menschen zu stehen hatte, seiner ganzen Lebensanschauung. Andererseits konnte er dem grossen Gaon und Zaddik doch nicht einfach widersprechen.

Was tat er nun? Er stellte zehn Leute zusammen, damit sie mit ihm zur Kotel kommen und um Erbarmen beten sollten, dass Raw Diskin seinen Vorschlag vergessen soll und er somit von der Aufforderung befreit sein werde. Sie gingen also dorthin und dawenten, während Reb Hirsch Michel viele Tränen vergoss. Seine Tefilla wurde angenommen.

Raw Hirsch Michel pflegte jeweils nach Mitternacht sein Haus zu verlassen, um allein im Bet Hamidrasch ungestört bis zum Morgengrauen lernen zu können. Sobald er aus dem Haus ging, schaute er sich um, um sich zu vergewissern, dass kein Mensch ihn sah. Erst sobald er sicher war, dass dies der Fall war, verdeckte er sich und sein Gesicht mit seinem Mantel, damit er nicht zu erkennen war, falls er auf dem Weg dennoch jemanden treffen sollte. Schaffte er es, dass niemand ihn erkannte, überkam ihn eine diebische Fröhlichkeit. Während einer gewissen Zeitperiode liess die osmanische Regierung in Jerusalem verkünden, dass eine Person, die in der Nacht ohne Licht unterwegs war, sofort ins Gefängnis geworfen wurde. Trotzdem gab er aber seinen Brauch nicht auf.

Anmerkungen

  1. Diese Namensform ist Ergebnis der bekannten jüdischen Sitte, bei schwerer Krankheit den Versuch zu unternehmen, den "Todesengel" zu täuschen.

Literatur (Auswahl)

  • Isser Frenkel, Men of distinction: biographies of great rabbis, 1967 (Band II)
  • Hanoch Teller, Once Upon a Soul: Stories of Striving and Yearning, 1984