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Hermann Weber (Historiker, 1928)

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Hermann Weber (* 23. August 1928 in Mannheim) ist ein deutscher Historiker und Politikwissenschaftler.

Leben

Hermann Weber trat 1945 der KPD bei und studierte danach unter dem Decknamen „Hermann Wunderlich“ von 1947 bis 1949 an der Parteihochschule Karl Marx der SED zusammen mit Herbert Mies. Anschließend war er Chefredakteur der FDJ-Zeitung in der Bundesrepublik Deutschland. 1951 wurde er von Erich Honecker wegen mangelnder Würdigung eines Stalin-Telegramms abgesetzt. 1954 schloss ihn die KPD aus der Partei aus.[1] Seit 1955 ist Weber Mitglied der SPD.

Weber studierte von 1964 bis 1968 in Marburg und Mannheim. 1968 promovierte er. Seine Habilitation erfolgte 1970. Von 1975 bis zur Emeritierung 1993 war er Inhaber des Lehrstuhls für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte an der Universität Mannheim. Seit 1981 ist Hermann Weber Leiter des Forschungsschwerpunktes (früher Arbeitsbereich) DDR-Geschichte an der Universität Mannheim.

Weber ist Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Deutsch-Russischen Historikerkommission.

Als den Fund seines wissenschaftlichen Lebens bezeichnete Weber die Entdeckung des 50 Jahre nicht auffindbaren Originaltextes des Protokolls des Gründungsparteitages der KPD 1918/1919[2] im Jahr 1968. Diesen Fund reklamierte später die SED für sich. Die SED bemühte sich nicht um eine Lizenzausgabe: Das Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED gab 1972 eine Ausgabe heraus, der augenscheinlich Webers Version zu Grunde lag.

Schriften

  • Hermann Weber (Hrsg.): Der Gründungsparteitag der KPD, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt a.M. 1969. Neu herausgegeben und eingeleitet: Die Gründung der KPD, Protokoll und Materialien des Gründungsparteitages der KPD 1918/1919. Mit einer Einführung zur angeblichen Erstveröffentlichung durch die SED, Dietz Verlag, Berlin 1993, ISBN 978-3-320-01818-4
  • Ulbricht fälscht Geschichte. Ein Kommentar mit Dokumenten zum „Grundriß der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“. Neuer Dt. Verlag, Köln 1964, DNB 455393796.
  • Die Wandlung des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt a.M. 1969, DNB 458584355 (2 Bände).
  • Die DDR 1945–1990, Oldenbourg Grundriss der Geschichte Bd. 20, 5. aktualisierte Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2011, ISBN 978-3-486-70440-2
  • Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918–1945, mit Andreas Herbst, Dietz-Verlag, Berlin 2004, 2. überarbeitete und stark erweiterte Auflage, Berlin 2008 ISBN 978-3-320-02130-6
  • Leben nach dem „Prinzip links“. Erinnerungen aus fünf Jahrzehnten zusammen mit Gerda Weber, Chr. Links Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-86153-405-3
  • Damals als ich Wunderlich hieß. Vom Parteihochschüler zum kritischen Sozialisten. Die SED-Parteihochschule „Karl Marx“ bis 1949, Aufbau Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-351-02535-1
  • Lenin-Chronik, Daten zu Leben und Werk zusammen mit Gerda Weber, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1974, ISBN 3-423-03254-5
  • Aufbau und Fall einer Diktatur. Kritische Beiträge zur Geschichte der DDR. Bund Verlag, Frankfurt a.M. 1991, ISBN 3-7663-2266-4

Weblinks

Anmerkungen

  1. Vgl. Klappentext zu Hermann Weber: Die Gründung der KPD, a.a.O.
  2. Hermann Weber: Die Gründung der KPD, a.a.O., S. 2 der Einführung.
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Hermann Weber (Historiker, 1928) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.