Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Franz Mittler

Aus Jewiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Franz Mittler (* 14. April 1893 in Wien; gest. 28. Dezember 1970 in München) war ein im Wien der 20er und 30er Jahre populärer Musiker (Komponist, Pianist und Dirigent), trat aber auch als Verfasser von heute noch bekannten und beliebten Schüttelreimen hervor.

Leben

Er entstammte einer österreichischen jüdischen Unternehmerfamilie. Seine Eltern waren Josef (gest. 1937) und Rosalie ("Lilly") Mittler, geborene Biach (1867-1939), die insgesamt fünf Kinder hatten (Stephan, Georg, Trude, Otto und eben Franz).

Sein Konzertdebüt hatte Franz Mittler 1902 als Geiger anlässlich eines gemeinsamen Auftritts mit der siebenjährigen Clara Haskil, dem grazil-zerbrechlichen musikalischen Wunderkind.

Ab 1904 konzentrierte er sich auf das Klavierspiel. Schon als Teenager komponierte er Streichquartette, die heute zu seinen bedeutendsten kompositorischen Leistungen gezählt werden.

Trotz seiner vielfältigen Talente (er nahm auch noch Gesangsunterricht und Ballettstunden) war er später hauptsächlich als Liedbegleiter am Klavier unterwegs und trat an der Seite gefragter Sänger (z. B. mit Leo Slezak) und Sängerinnen auf. Sogar der dämonisch-gefürchtete Karl Kraus verliess sich als Rezitator in den Jahren von 1930 bis 1936 auf den improvisationsstarken und geistesgegenwärtigen Mittler, der ihm ein Gefühl der Sicherheit bei seinen Auftritten gab.

1938 emigrierte der selbstbewusst-kluge Franz Mittler, der sich weder in der Opferrolle sah noch sich in eine solche manövrieren lassen wollte, in die USA nach New York, wo er u. a. 1939 einen Auftritt beim Präsidenten Franklin D. Roosevelt gab.

Im selben Jahr heiratete er in New York Regina Schilling, die ebenfalls aus Wien nach New York geflüchtet war. Trauzeuge war Eric Zeisl. Aus der Ehe ging 1941 die Tochter Diana Mittler-Battipaglia hervor, ebenfalls Musikerin und Professorin am Lehman College der City University von New York.

In den USA betätigte sich Franz Mittler hauptsächlich als Unterhaltungsmusiker, d. h. als Arrangeur und Mitglied eines virtuosen Klavierquartetts, komponierte u. a. auch eine "Ein-Finger-Polka" für Groucho Marx.

Nach dem Krieg kehrte er nach Europa zurück und lehrte am Mozarteum. Er starb 1970 in München.

Gedruckte Werke (Auswahl)

  • Gesammelte Schüttelreime, hrsg. von Friedrich Torberg, 1969 (Neuausgabe Piper München 1994)

Literatur

  • Diana Mittler-Battipaglia, Franz Mittler - Austro-Hungarian Composer, Musician, and Humorous Poet, Volume 8 Austrian Culture (Harry Zahn, General Editor), Peter Lang Publishing (New York - Vienna, 1992) ISBN 0-8204-2063-8

Einige der Franz Mittler zugeschriebenen Schüttelreime

Das Mädchen mit dem schicken Duft / vermählt sich mit dem dicken Schuft.
Der Kurti ließ ein Stinkerl wehn, drum muss er jetzt im Winkel stehn!
Du schriebst zuweilen argen Mist, Franz! / Doch weil's von Lehar ist, so frisst man's!
Ein Mücklein wollte Reisen machen, / da flog's in einen Meisenrachen!
Man konnte schon in Jugendtagen / mich mit dem Worte »Tugend« jagen.
Sie achtet nicht der Notenregeln / und klimpert nur mit roten Nägeln.

Andere Wikis