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Ez-Chaim-Synagoge

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Ez-Chaim-Synagoge


Die Ez-Chaim-Synagoge (hebräisch עץ חיים; dt.:Baum des Lebens) war eine Synagoge in Apels Garten 4 (ursprünglich Otto-Schill-Straße 6–8) in Leipzig.[1]

Beschreibung

Lage

Der jüdische Sakralbau wandte sich mit seiner südwestlich ausgerichteten Eingangsfront der Straße Apels Garten zu. Das Bauwerk war direkt von Verwaltungs-, Gewerbe- und Wohngebäude umgeben.

Geschichte

Da in der Leipziger Synagoge ein reformierter Kultus praktiziert wurde, feierten die polnischen, orthodoxen Ostjuden in der 1903 erbauten Brodyer Synagoge den Gottesdienst. Seit dem 1. Weltkrieg wurde diese Synagoge jedoch zu klein. Nachdem der Leipziger Rauch­waren-Händler und Stifter Chaim Eitingon (1857-1932) eine Stiftung vornahm, war es dem Talmud-Thora-Verein im Jahre 1921 möglich eine neue große orthodoxe Synagoge zu erbauen. Der Talmud-Thora-Verein kaufte das Grundstück Apels Garten 4, auf dem sich die Sporthalle der Leipziger Turnhalle befand. Am 24. Februar 1921 reichte der Talmud-Thora-Verein ein Genehmigungsersuchen bei den Leipziger Ratsherren ein. Darin wünschte die Gemeinde den Umbau der Turnhalle in eine Synagoge. Am 21. Mai 1921 wurde die Erlaubnis unter Auflagen erteilt. Die Entwürfe zum Umbau in eine Synagoge lieferte der Leipziger Architekt Gustav Pflaume. April 1922 war der Rohbau fertig und am 10. September 1922 erfolgte die Einweihung der orthodoxen Synagoge. 1927 reichte der Verein Synagoge Ez Chaim e. V. erneut ein Genehmigungsersuchen bei den Leipziger Ratsherren ein. Darin wünschte der Verein das erste Obergeschoss des Nebenhauses zu einem Betsaal für die Wochentage mit 54 Sitzplätzen umzubauen. Dieser Werktagsbetsaal wurde wieder von Gustav Pflaume gebaut. Der Verein Synagoge Ez Chaim beantrage auch den Einbau einer Mikwe, was jedoch von den Leipziger Ratsherren abgelehnt wurde.

Die Synagoge wurde am 9./10. November 1938 zerstört

Architektur und Ausstattung

Die Synagoge war mit einem Platzangebot von 1200 Sitzplätzen die größte orthodoxe Synagoge in Sachsen. Das Gebäude war ein Emporensaal mit nordöstlicher Ausrichtung. Die Eingangsfront im Südwesten hatte drei zweiflügelige Türen mit halbrunden, verglasten Oberlichtern. Über jede der Türen in der Erdgeschosszone befand sich jeweils ein Fenster im 1. Obergeschoss, das von Säulen gerahmt und in eine Bogenarchitektur eingebunden war. Der Saal war von einer tonnenförmigen Rabitzgewölbe mit Stuckkasettierung eingewölbt. An den Seiten des Raumes befanden sich Bogenfenster. An der Schmalseite im Nordosten befand sich der Toraschrein. Der Baustil war orientalisierender Historismus.

Weblinks

 Commons: Ez-Chaim-Synagoge (Leipzig) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Ez-Chaim-Synagoge. In: Heinrich Magirius und Johannes Gerdes (Sachsen. Landesamt für Denkmalpflege): Stadt Leipzig - die Sakralbauten : mit einem Überblick über die städtebauliche Entwicklung von den Anfängen bis 1989 / 1. Band. Dt. Kunstverlag, München 1995, OCLC 643763176. S. 799 bis S. 800.

Einzelnachweise

  1. Magirius/Gerdes, S. 799f.