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Eva Umlauf
Eva Umlauf (geboren am 19. Dezember 1942 im Arbeitslager Nováky, Slowakei) ist eine Kinderärztin, Psychotherapeutin, Überlebende der Shoah und Zeitzeugin. Sie ist die jüngste Überlebende des KZ Auschwitz, der noch eine Nummer eintätowiert wurde.
Leben
Umlauf wurde Arbeitslager Nováky geboren, einem slowakischen Durchgangslager, aus dem Menschen jüdischer Herkunft in Vernichtungslager im besetzten Polen deportiert wurden. Nach knapp zweijährigem Aufenthalt in diesem Lager wurde sie mit ihrer Mutter, die damals im vierten Monat schwanger war, in das KZ Auschwitz deportiert. Es war der letzte Transport aus Seren; er kam erst am 2. November 1944 in Auschwitz an. Die Differenz von zwei oder drei Tagen hat ihr das Leben gerettet, denn zum 31. Oktober 1944 waren – angesichts der vorrückenden Roten Armee und aufgrund der anlaufenden Vertuschungsversuche – die Vergasungen in Auschwitz eingestellt worden. Noch am 30. Oktober 1944 wurden einige Tausend Mütter mit ihren Kindern, die aus Theresienstadt nach Auschwitz deportiert worden waren, im Gas ermordet. Trotz des beginnenden Chaos des Rückzugs wurde dem zweijährigen Kleinkind noch die KZ-Nummer eintätowiert. Sie wurde während dieser schmerzhaften Prozedur ohnmächtig.[1][2]
Nur mit großem Glück überlebten die schwangere Mutter und ihre Tochter den dreimonatigen KZ-Aufenthalt bis zur Befreiung durch die Rote Armee am 27. Januar 1945. Der Vater Imrich, 33, wurde auf einem der Todesmärsche erschossen. Mutter und Tochter waren aufgrund von Unterernährung, Krankheiten und Schwangerschaft nicht transportfähig und verblieben daher noch sechs Monate im Lager. Im April 1945 wurde die Schwester Nora im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz geboren; sie war gesund und wohlauf. Als die Mutter im Juli 1945 mit ihren beiden kleinen Töchtern in die Tschechoslowakei zurückkehrte, nahm sie auch einen fünfjährigen Jungen mit, der in Auschwitz beide Eltern verloren hatte. Die Suche ihrer Mutter nach überlebenden Verwandten war ergebnislos; ihre Mutter, Großmutter, Großvater und alle drei Geschwister waren vom NS-Regime ermordet worden.
In der Folge lebte die Familie in der Kleinstadt Trenčín, in der beide Töchter das Abitur absolvierten. Eva Umlauf studierte in Bratislava Medizin, heiratete 1966 einen polnischen Shoa-Überlebenden, ging 1967 nach München, holte nach dem Ende des Prager Frühlings ihre Mutter, deren zweiten Mann und ihre Schwester zu sich. Sie arbeitete viele Jahre in München als Kinderärztin, absolvierte die Ausbildung zur Psychotherapeutin und ist seit 1996 in diesem Beruf tätig. Sie hat drei inzwischen erwachsene Söhne.
Am 27. Jänner 2011 sprach Eva Umlauf bei der Gedenkfeier zum Jahrestag der Befreiung im KZ Auschwitz.[3] Derzeit schreibt sie ein Buch über ihre Geschichte und die ihrer Familie.
Zitat
„Die Nazis wollten noch alles vertuschen. Es gab weiterhin Todesmärsche, bei einem solchen ist mein Vater erschossen worden. Aber vergast haben sie nicht mehr, weil sie wussten, dass das Ende naht. Sie wollten das Archivmaterial vernichten, aber es war zu spät. Ein paar Hundert, die nicht transportfähig waren, blieben in Auschwitz. Darunter waren wir.“
Einzelnachweise
- ↑ The Guardian: Tales from Auschwitz: survivor stories, 26. Januar 2015
- ↑ ORF: Menschenbilder, Eva Umlauf im Gespräch mit Heinz Janisch, 28. Juni 2015
- ↑ Die Presse: Eva Umlauf: "Israel ist für uns eine rettende Idee", Interview mit Norbert Mayer, 23. April 2011
Weblinks
- Eva Umlauf, offizielle Website
- NeverAgain, Kurzbiographie von Eva Umlauf, weiters fünf Fotografien der Psychotherapeutin
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Umlauf, Eva |
| KURZBESCHREIBUNG | Kinderärztin, Psychotherapeutin, Überlebende der Shoah und Zeitzeugin |
| GEBURTSDATUM | 19. Dezember 1942 |
| GEBURTSORT | Arbeitslager Nováky, Slowakei |
| Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Eva Umlauf aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |