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Ernst (Abraham) von Manstein
Baron Ernst von Manstein = Abraham (Ernst) Manstein (geb. 19. Mai 1869 in Domersleben; gest. 17. Januar 1944 in Würzburg), er konvertierte zum Judentum, war Onkel des Nazi-Generals von Manstein
Leben
Kunstmaler, Lehrer. Baron Ernst von Manstein stammte aus einer bekannten preußischen Adelsfamilie. Er wurde in der Familie des Steuerbeamten Otto von Manstein und seiner Ehefrau Karolina in Domersleben, Sachsen-Anhalt, geboren. Nach dem Studium der Kunstgeschichte in Strasbourg (Straßburg) kam er 1887(?) als Privatier nach Würzburg; 1889 Militärdienst als Musiker beim 9. Bayerischen Infanterieregiment Würzburg (9. königlich-bayerisches Infanterie-Regiment). Ernst von Manstein erhielt durch Freundschaften mit mehreren jüd. Familien in Würzburg und besonders Heidingsfeld (Würzburg) Kenntnis vom Judentum und beschloss zu konvertieren (1892 Amsterdam, begleitet von Jonas Ansbacher, einem seiner religiösen Lehrer). Der staatlich geprüfte Zeichenlehrer arbeitete viele Jahre als Fachlehrer an höheren Schulen in Würzburg und an der Kunstabteilung der berufsbildenden Maxschule. Er war auch Fachlehrer für Zeichnen und Musik and der Isr. Präparandenschule Höchberg und letzter Vorsitzender der mit ihr verbundenen Lazarus-Ottensoser-Stiftung. 1930 wurde er, wie andere Lehrer der geschlossenen Höchberger Einrichtung, von der Isr. Lehrerbildungsanstalt ILBA in Würzburg übernommen, an der er, nach dem Entzug der anderen Lehrstellen durch das NS-Regime, vollzeitlich unterrichtete. Baron von Manstein befasste sich neben der künstlerischen Arbeit mit Naturstudien und widmete sich dem Obst- und Pflanzenanbau. Er führte mit seiner ebenfalls konvertierten Ehefrau Fanny ein streng orthodoxes Leben. Ehrenamt: Vorstandsmitglied der ostjüd. geprägten kleinen Synagogengemeinde ("Mazzestube"); um 1930 Mitglied der Verwaltung der IKG Würzburg (Israelitische Kultusgemeinde). Verfolgungen durch das NS-Regime: Er versuchte vergeblich nach Palästina zu emigrieren (1939/40). Im März 1942 musste er in das für "privilegierte Juden" reservierte "Judenhaus" in der Domerschulstraße 25 ziehen. Ende 1942 durch die Gestapo erzwungener Austritt aus der Jüd. Gemeinde(?). Er wurde nach seinem Tod Anfang 1944 durch ein NS-Begräbnis im Hauptfriedhof Würzburg mit Hakenkreuzfahne und SA-Eskorte verhöhnt. (Nach anderer, fragwürdiger Darstellung, hatte sein Neffe General Erich von Manstein ein Ehrenbegräbnis veranlasst.) 1960 bewirkte die neu entstandene Isr. Kultusgemeinde für Würzburg und Unterfranken die Überführung in den Jüd. Friedhof Würzburg.
Hinweis
Informationen und Artikeltext wurden zunächst folgender Website entnommen: Text