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Ephraim Oshry

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Raw Ephraim Oshry

Ephraim Oshry (geb. 1914 in Kupiškis; gest. 28. September 2003 in New York), Autor des Buches "Die Auslöschung des litauischen Judentums", war einer der wenigen europäischen Rabbiner und Posskim, die den Holocaust überlebten. Gemeinsam mit Moshe Feinstein war er einer der Führer der amerikanischen Judenheit der Nachkriegszeit.

Leben

Er studierte bei einigen der prominentesten und verehrtesten jüdischen Führungspersönlichkeiten seiner Zeit, darunter vor allem Avraham Duber Kahana Shapiro.

Nach der Invasion der Nazis in Kaunas 1941 wurde Raw Oshrys Gemeinde in das Ghetto Kaunas, aber auch in andere Konzentrationslager deportiert. In seinem Buch "Die Auslöschung des litauischen Judentums" berichtet er vom Leben zur Zeit des Holocausts. Neben schrecklichen Detailschilderungen, wie die Nazis und ihre litauischen Kollaborateure unschuldige Juden brutal ermordet haben, konzentriert er sich vor allem auf das spirituelle Leben in dieser Zeit des Horrors. Die ausgehungerten, geschlagenen und gequälten Juden hatten, um G'ttes Geboten Folge zu leisten, niemals aufgehört, wenn auch im Geheimen, die Tora zu studieren, obwohl sie damit ihr Leben riskierten.

Während seiner Zeit im Ghetto von Kaunas und auch im Konzentrationslager hatte Raw Oshry begonnen, seine auf den Holocaust und damit in Zusammenhang stehende Fragen bezüglichen Responsen zu verfassen, die schwierige Probleme betreffend die menschliche Natur, G'tt und jüdische Ethik reflektierten. Kurz vor Kriegsende vergrub er die in Hebräisch geschriebenen Texte in der Erde und konnte sie nach dem Krieg glücklich wieder auffinden, ausgraben und schliesslich im Jahr 1959 veröffentlichen. Sie erschienen unter dem Titel She'eilos Uteshuvos Mima'amakim ("Fragen und Antworten aus der Tiefe", vgl. Ps. 130). Dieses Buch wurde um vier weitere Bände ergänzt, deren letzter 1979 erschien. Eine gekürzte Fassung erschien in Englisch unter dem Titel "Responsa from the Holocaust". Seine Responsen erhielten zweimal hintereinander den "National Jewish Book Award".

Nach der Befreiung von Kaunas (August 1944) gingen Raw Oshry und seine zweite Frau Frieda Greenzwieg, eine Auschwitz-Überlebende (die er 1949 geheiratet hatte; seine erste Frau und alle ihre Kinder waren im Holocaust umgekommen, ebenso seine Mutter und seine zwei Schwestern), nach Rom. Dort errichtete er eine Jeschiwa für verwaiste Flüchtlingskinder.

1950 verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Montreal, wohin ihm die meisten seiner Schüler folgen konnten.

1952 ging er nach New York, wo er zum Rabbiner des Beth Hamedrash Hagodol berufen wurde, das er fünfzig Jahre lang bis zu seinem Tode leitete. Er eröffnete auch eine Jeschiwa für Jungen und eine Jeschiwa für Mädchen, beide in der East Bronx, die er zeitweise auch leitete.

2003 starb Raw Oshry. Er hinterliess seine Frau und neun Kinder (sechs Söhne und drei Töchter).

Die Jeschiwa "Shaar Ephraim" in Monsey, New York, ist nach Raw Ohshry benannt und wird von seinem Schwiegersohn Mendel Greenbaum geleitet.

Werke

  • Annihilation of Lithuanian Jewry, Judaica Press 1995
  • Responsa from the Holocaust (hrsg. v. B. Goldman und Y. Leiman), Judaica Press 2001

Einige seiner Entscheidungen

  • Frage: Darf eine mittellose Witwe die Goldzähne ihres Mannes herauslösen und an sich nehmen? Antwort: Nein, das wäre eine Entweihung seines Körpers.
  • Frage: Darf man bei einer verstorbenen Schwangeren einen Kaiserschnitt vornehmen? Antwort: Falls man dadurch Leben rettet, ja. Die Entweihung der Toten ist demgegenüber zu vernachlässigen
  • Frage: Müssen die Holocaust-Überlebenden ihre eintätowierten Nummern entfernen? Antwort: Nein, sie sollen sie als Ehrenzeichen weiterhin tragen.

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