| Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.
Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ... Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten) |
How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida |
Dreigondel-Luftschiff
Entstehung
Der Förster Georg Baumgarten hatte sich spätestens seit dem Jahr 1869 mit dem Bau kleinerer Luftschiffmodelle beschäftigt. Am 31. Juli 1879 gelang ihm der erste bemannte Aufstieg mit einem von ihm konstruierten, rund 20 m langen Luftschiff. Im selben Jahr kam Baumgarten mit dem Leipziger Verlagsbuchhändler Friedrich Wölfert zusammen. Dieser teilte Baumgartens Interesse für Luftschiffe und bot ihm finanzielle Unterstützung an. Ihr erstes gemeinsames Projekt war das Dreigondel-Luftschiff, dessen Bau 1879 in Dresden erfolgte.
Technische Daten
Die ersten Aufstiege des Luftschiffes fanden Ende Januar 1880 in der Nähe der Gasanstalt Lindenau-Plagwitz bei Leipzig statt. Im Rahmen dieser Versuche soll das Luftschiff gute Steuerungseigenschaften bewiesen haben. So berichteten die Dresdner Nachrichten in einem Artikel vom 1. Februar 1880, dass die Lenkversuche "überraschend geglückt" seien.
Im März desselben Jahres erfolgte unter großer öffentlicher Anteilnahme ein Aufstieg in Leipzig. Erst in der Nacht zuvor war die Hülle des Luftschiffes mit Leuchtgas gefüllt worden. Das Dreigondel-Luftschiff wurde zunächst per Hand an Seilen geführt. An Bord befanden sich drei Personen. Baumgarten nahm in der mittleren Gondel des Luftschiffes Platz und zwei weitere Personen bestiegen die beiden äußeren Gondeln. Als das Luftschiff zu schwanken begann, verließen Baumgartens Begleiter fluchtartig ihre Gondeln. Er blieb als einziger Passagier im Luftschiff zurück. Im weiteren Verlauf verfingen sich einige der Halteseile in den Ästen von Bäumen und wurden von dem Bodenpersonal losgelassen. Dies führte dazu, dass die verbliebenen Seile zerrissen und das Luftschiff emporschoss. Es stieg auf eine Höhe von 3000 m und begann sich mehrfach um die eigene Achse zu drehen. Dem an Bord verbliebenen Baumgarten gelang es nicht, das Luftschiff unter seine Kontrolle zu bringen. Als an einem der Enden der Ballonhülle ein großes Loch entstand, verlor das Luftschiff wieder an Höhe. Auf einer Wiese zwischen den Ortschaften Plagwitz und Kuhturm kam es verhältnismäßig sanft zu Boden. Baumgarten blieb unverletzt und die Gondeln des Luftschiffes wiesen nur geringe Schäden auf. Dennoch ist kein weiterer Aufstieg des Luftschiffes bekannt. Alle seiner weiteren Aufstiege unternahm Baumgarten mit anderen, kleineren Luftschiffen.
Literatur
- Horst Teichmann und Günter O. Schulz: Ein Traum wird wahr - Georg Baumgarten und Dr. Wölfert. Die wichtigsten deutschen Luftschiffpioniere des 19. Jahrhunderts. Buchzentrum Empfingen, Empfingen 2007, ISBN 978-3-86755-206-6
- Dorothea Haaland, Hans Georg Knäusel, Günter Schmitt, Jürgen Seifert: Leichter als Luft - Ballone und Luftschiffe. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1997, ISBN 3-7637-6114-4