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Diskussion:Stadt- Landkreis-Klinik am Gesundbrunnen

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Neubaupläne der SLK-Kliniken kommen voran

Region Heilbronn - Der gleichzeitige Baustart für die SLK-Projekte am Gesundbrunnen in Heilbronn und im Plattenwald in Bad Friedrichshall ist in greifbare Nähe gerückt. Der Gesundbrunnen wurde mit einer Planungsrate von drei Millionen Euro in das Klinikbauprogramm des Landes aufgenommen.

Von Reto Bosch SLK Im ersten Bauabschnitt soll am Gesundbrunnen bis 2015 ein Neubau für 167 Millionen Euro entstehen.


Region Heilbronn - Die Neubaupläne für die SLK-Häuser am Gesundbrunnen und am Plattenwald haben eine entscheidende Hürde genommen. Das Land nimmt das Heilbronner Haus mit einem Planungsanteil von drei Millionen Euro in das Krankenhausbauprogramm 2010 auf. Damit ist sehr wahrscheinlich, dass 2011 beide Projekte gleichzeitig begonnen werden können. "Das ist ein großer Erfolg", sagt Dr. Thomas Jendges, Geschäftsführer der Stadt- Landkreis-Kliniken (SLK). Stuttgart habe das klare Signal gesendet, dass das Gesamtkonzept für die SLK-Kliniken aufgeht. Danach könnten 2015 beide Häuser in Betrieb gehen.

Ziel

Die Entscheidung des Ministerrats in Stuttgart verankert den im ersten Abschnitt 167 Millionen Euro teuren Neubau am Gesundbrunnen der Sache nach im Bauprogramm des Landes. Über Zeitpunkt und Höhe der Gesamtförderung ist allerdings noch nicht offiziell entschieden. "Wir rechnen mit 2013 oder 2014", erklärt Thomas Jendges. Trotzdem geht er davon aus, dass auch in Heilbronn die Bagger bereits 2011 anrücken können. Für den Plattenwald gibt es bereits Signale, dass für dieses Projekt die Förderung im kommenden Jahr in voller Höhe zur Verfügung steht.

SLK Ein Neubau im Plattenwald ist 20 bis 40 Millionen Euro günstiger als eine Generalsanierung des über 30 Jahre alten Haues.


Vom Weg zum gemeinsamen Baustart hat Jendges zwar eine konkrete Vorstellung, will sie zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht öffentlich machen. Denkbar ist, dass die SLK-Kliniken mit ihren Gesellschaftern eine Vorfinanzierung stemmen und die beiden Bauvorhaben miteinander verknüpfen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Bernhard Lasotta, Mitglied im Sozialausschuss des Landtages, erklärt: "Mit dem jetzt gefundenen Verfahren kann die Klinik die beiden Maßnahmen zeitgleich und Schritt für Schritt umsetzen."

Ein konkretes Förderangebot mit detaillierten Zahlen liegt für beide Neubauten noch nicht vor. Ziel von Jendges ist nun, in Gesprächen mit dem Sozialministerium möglichst rasch belastbare Aussagen zur Förderhöhe zu bekommen. Denn klar ist: Die Gremien der Gesellschafter, also Kreistag und Heilbronner Gemeinderat, verlangen für ihre Beschlüsse eine klare Entscheidungsgrundlage. Schließlich müssen die Kommunen viel Geld investieren. Die Landesförderung dürfte etwa 60 Prozent der förderfähigen Kosten decken, dazu kommt ein hoher achtstelliger SLK-Eigenanteil.

Die Gesellschafter reagieren positiv auf die Entwicklung. Der SLK-Aufsichtsratsvorsitzende, Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, begrüßt das positive Signal aus Stuttgart. Gleichzeitig bekräftigt Himmelsbach das Ziel, zeitgleich Fördermittel für die Bauvorhaben am Gesundbrunnen und am Plattenwald zu erhalten und damit dieses Großprojekt an zwei Standorten auch zeitgleich zu realisieren. Vize-Landrat Lutz Mai sagt: "Wir sind froh, dass die Weichen so gestellt worden sind."

Neurologie

Gute Nachrichten gibt es auch für die Neurologie, deren Neubau am Gesundbrunen mit rund fünf Millionen Euro zu Buche schlagen wird. 2,5 Millionen Euro fließen aus dem Konjunkturprogramm des Bundes nach Heilbronn − 500 000 Euro mehr als erwartet. Dazu kommen laut SLK-Geschäftsführung 500 000 Euro für einen Magnetresonanztomographen. Der Neubau ermöglicht es, die Neurologie vom Weinsberger Weissenhof 2011 nach Heilbronn zu verlagern. Geplant sind 70 Betten. Sobald der Gesundbrunnen-Neubau fertiggestellt ist, soll die Neurologie dort ihren endgültigen Platz finden, der Anbau wird dann anderweitig genutzt.

Hintergrund: Neubau

Die Stadt-Landkreis-Kliniken wollen in die Standorte Gesundbrunnen und Plattenwald bis 2025 insgesamt 360 Millionen Euro investieren. Die Gesellschafter der GmbH sind der Landkreis und die Stadt Heilbronn. Ursprünglich sollte der Gesundbrunnen saniert werden. Im Februar 2009 wurden die Weichen auf Neubau gestellt. Dieser ist nach Angaben der SLK-Geschäftsführung zwar rund sieben Prozent teurer. Er ermöglicht aber eine optimale Funktionsstruktur und verhindert starke Störungen des Betriebs. bor


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Im Gesundbrunnen krankt es an vielen Ecken

Heilbronn - Warum das Krankenhaus am Heilbronner Gesundbrunnen für mindestens 165 Millionen Euro umgebaut werden muss, das erfahren die Mitarbeiter der größten Stadt-Landkreis-Klinik täglich. Das Haus ist unwirtschaftlich bis zur Schmerzgrenze.

Von Iris Baars-Werner SLK-Kliniken Kurt Mauser (rechts) und sein Kollege Theo Hötzel müssen bis zu 400 Kilogramm die langgezogene Schräge hochschieben – und das mehrfach am Tag. Fotos: Guido Sawatzki


Heilbronn - Wer begreifen will, warum in den nächsten Jahren mindestens 165 Millionen Euro in das Krankenhaus am Heilbronner Gesundbrunnen investiert werden sollen, der muss der Klinik einen Besuch abstatten. Es wird ein Krankenbesuch im etwas anderen Wortsinne: In dieser Klinik krankt es an allen Ecken und Enden.

An der Notfallanfahrt möchte Professor Wolfgang Linhart, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie, keine Katastrophe mit zahllosen Rettungswagen und hunderten Schwerverletzten abwickeln müssen. Denn schon der normale Alltag erscheint bisweilen als Katastrophe. Weil kein Wendebereich vorhanden ist und die Anfahrt nicht wie heute üblich über einen Kreisel abgewickelt wird, fahren die Rettungssanitäter die enge Einfahrt an, drehen und rangieren den Krankentransporter rückwärts am Hang gegen die Schwerkraft in die überdachte Anlieferung. Bei zwei Autos geht das noch, kommen vier und mehr Wagen sind Geschicklichkeit und Geduld gefragt.

Keine Intimsphäre

Nennt Linhart schon das „völlig ungeeignet“ angesichts der Tatsache, dass jeden Tag rechnerisch 100 Anfahrten stattfinden, so geht der Stau in der chirurgischen Ambulanz und Notaufnahme weiter. Hat es geschneit, steht hier eine Trage an der anderen, Notfälle, einbestellte Patienten, wartende Angehörige: „An Intimsphäre ist nicht zu denken“, berichtet der Chefarzt. Mehr Platz wäre heilsam. „Manchmal muss man warten bis irgendein Loch frei wird,“ erzählt Linhart offenherzig: „Wir freuen uns alle auf ein neues Krankenhaus.“

Dass der Neubau dringend notwendig ist: Für Kurt Mauser, leitender Pfleger in der Medizinischen Intensivstation, ist das keine Frage. Er schiebt wie seine Kollegen und die Schwestern mehrmals am Tag 250 Kilogramm schwere Krankenbetten die lange schräge Ebene zwischen den Stationen und den Operationssälen hin und her. Auf 400 Kilogramm erhöht sich das zu bewältigende Gewicht, einmal durch den Kranken, aber auch durch Beatmungs-, Infusions- und Überwachungsgeräte, die mitgeschleppt werden müssen. Bis zu acht Minuten dauert so ein Transport.

Unwirtschaftlichkeit bis zur Schmerzgrenze, das ist auch in Patientenzimmern Arbeitsalltag: Will Schwesternhelferin Brigitte Gläss das hintere Bett bewegen, muss sie das vordere zuerst hinaus bugsieren. Die Zimmer sind zu klein. Wissentlich: Nur bis zu dieser Größe gab es staatliche Zuschüsse. Eine Tatsache, die sich in der Krankenhausfinanzierung hinter dem Ausdruck verbirgt, das Land übernehme 80 Prozent der „förderfähigen Kosten“. Alles darüber hinaus muss der Träger, damals die Stadt Heilbronn, heute die Stadt-Landkreis-Kliniken-GmbH, selbst bezahlen.

Gebäudeansammlung

„Wir müssen die Kosten senken und pro Zeiteinheit mehr Leistung bringen“: Professor Uwe Schulte-Sasse, Chef der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, scheut sich nicht, die Rahmenbedingungen für Kliniken in Zeiten überbordender Gesundheitskosten zu benennen. Der Gesundbrunnen, einst von Heilbronn als „Gesamtklinikum“ geplant, ist für ihn eine „Gebäudeansammlung“ mit einem „Zentral-OPechen“ hier und einer „teuren OP-Insel“ da. Dezentral ist unwirtschaftlich und „extrem schwierig“, schließlich muss die Sicherheit der Kranken garantiert sein. „Anstreichen nützt nichts“, spottet der Chefarzt. Und schwärmt von den Bauplänen mit Zentral-OP und kurzen Wege: „Das ist sensationell, wenn das fertig ist.“

Neubaupläne der SLK

Die Stadt-Landkreis-Klinik-GmbH (SLK) Heilbronn plant Neubauten. Bis 2015 soll der Plattenwald Bad Friedrichshall für 120 Millionen Euro neu gebaut werden. Er war 1977 eröffnet worden. Möglichst zeitgleich soll der Gesundbrunnen Heilbronn (im ältesten Teil stammt er von 1972, im jüngsten von 1997) erneuert werden: für 165 Millionen Euro im ersten Bauabschnitt.