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Diskussion:Sidney Franklin (Torero)

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Version vom 27. Juni 2019, 14:33 Uhr von Michael Kühntopf (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „tachles-Newsletter vom 27.6.2019 schreibt: Ein Torero für die Thora Die «New York Times» würdigt die «World Pride»-Feiern im Juni mit Beiträgen übe…“)
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tachles-Newsletter vom 27.6.2019 schreibt:


Ein Torero für die Thora

Die «New York Times» würdigt die «World Pride»-Feiern im Juni mit Beiträgen über LBGTQ-Geschichte und -Kultur. Dazu gehört auch ein schwuler Stierkämpfer jüdischer Herkunft.

Zu Lebzeiten war Sidney Franklin (1903-76) eine Berühmtheit – befreundet mit Stars und Celebrities wie Ernest Hemingway und Douglas Fairbanks, beliebt bei Millionen in Mexiko und Spanien. Mit Eleganz, Nervenstärke und tödlicher Präzision fesselte der Spross einer jüdischen Familie aus Brooklyn über Jahrzehnte Freunde des Stierkampfes auf beiden Seiten des Atlantiks. Wie die «New York Times» nun in einem ausführlichen Profil hervorhebt, war der als «El Torero de la Torah» bekannte Franklin auch berühmt für seine extravaganten Outfits. Ein in rosa gehaltenes Kampf-Kostüm brachte ihm sogar seltene Buhrufe ein.

So gab es schon in seiner aktiven Zeit zwischen 1923 und Ende der 1950er Jahre Hinweise, dass der als Sidney Frumkin geborene Star der Arena schwul war. Aber erst heute berichten Verwandte wie seine 78-jährige Nichte Doris Ann Markowitz offen darüber. Pionierarbeit leistet dabei die Archivarin Rachel Miller am «Center for Jewish History», die den Nachlass von Franklin aufarbeitet (Link).

Die unwahrscheinliche Karriere Franklins geht auf seinen dominierenden Vater zurück, der als orthodoxer Immigrant aus Russland als einer der ersten Juden bei der New Yorker Polizei aufgenommen worden war. Sidney war eines von zehn Kindern und fiel früh durch künstlerische Begabung auf. Er interessierte sich für Grafik. Aber dem Vater war dies nicht «männlich» genug. So ging der Sohn mit 19 aus Protest nach Mexiko. Dort gestaltete er Plakate für Stierkämpfe.

Als ihm ein Auftraggeber unterstellte, er selbst sei wohl zu ängstlich für einen Gang gegen einen wütenden Bullen, nahm Franklin die Herausforderung an. Er überstand nicht nur seinen ersten Kampf, sondern fand sogar Gefallen an dem blutigen Drama. Wie seine Nichte erklärt, habe er mit jedem Stier auch den verhassten Vater in den Sand gestreckt. Dabei wurde Franklin selbst mehrfach schwer verletzt (Link).