| Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.
Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ... Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten) |
How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida |
Deggendorf
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
48.83527777777812.964444444444314 Koordinaten: 48° 50′ N, 12° 58′ O
| ||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern | |
| Landkreis: | Deggendorf | |
| Höhe: | 314 m ü. NN | |
| Fläche: | 77,21 km² | |
| Einwohner: |
31.727 (31. Dez. 2011)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 411 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 94469 | |
| Vorwahl: | 0991 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DEG | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 2 71 119 | |
| Stadtgliederung: | 7 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Franz-Josef-Strauß-Str. 3 94469 Deggendorf | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Christian Moser (CSU) | |
| Lage der Stadt Deggendorf im Landkreis Deggendorf | ||
Deggendorf ist eine Große Kreisstadt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf. Die Hochschulstadt wird aufgrund ihrer Lage im Donautal, in der Nähe der Mündung der Isar, am Fuße der Berge des bayerischen Waldes auch als „Tor zum Bayerischen Wald“ bezeichnet und rühmt sich, auf der „Sonnenseite des Waldes“ zu liegen. In Deggendorf wird 2014 die Bayerische Landesgartenschau stattfinden.
Geographie
Stadtgliederung
Gemeindeteile sind:[2]
Aletsberg, Baumgarten, Breitenbach, Breitenberg, Bruck, Bruckhof, Bucha, Burgstall, Deggenau, Deggendorf, Eiberg, Eichberg, Einkind, Elmering, Fischerdorf, Frohnreut, Gailberg, Görgen, Goldberg, Graben, Greising, Greisingerhochwald, Grillenberg, Grimming, Großfilling, Großwalding, Gschnaidt, Hackermühle, Haidhäusl, Haidhof, Hain, Halbmeile, Haslach, Helming, Hintertausch, Hochreut, Hochstraß, Hofstetten, Hub, Irlmoos, Itzling, Kleineichberg, Kleinfilling, Kleinwalding, Klotzing, Kobelsberg, Kohlberg, Kohlhof, Konseehof, Kreut, Krösbach, Ledersberg, Lehmberg (PLZ 94526), Leoprechtstein, Mainkofen, Marienthal, Maxhofen, Mettenufer, Mietraching, Mietzing, Mühlberg, Natternberg, Nest, Neumühle, Niederkandelbach, Oberdippling, Oberdorf, Oberer Mühlbogen, Oberfrohnreut, Oberglasschleife, Obergrub, Oberkandelbach, Oberperlasberg, Parst, Paußing, Pumpenberg, Reinprechting, Rettenbach, Ringelswies, Sandweg, Schalterbach, Scheidham, Schellenberg, Scheuering, Schleiberg, Schluttenhof, Schwemmberg, Seebach, Simmling, Stauffendorf, Steinriesl, Tattenberg, Thanhof, Thannberg, Ucking, Ufersbach, Unterdippling, Untergrub, Vordertausch, Waldschaid, Weiher, Weinberg und Zwieslerbruck.
- Deggenau wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gemeindegebietsreform eingemeindet und liegt im Südosten der Stadt am linken Donauufer.
- Fischerdorf ist am rechten Donauufer gelegen und wird von der alten Bundesstraße 11 durchlaufen. Mit dem Stadtzentrum Deggendorfs ist Fischerdorf durch die 1999 neu erbaute Maximiliansbrücke, die die alte Brücke aus den 1920er Jahren ersetzt, verbunden. Derzeit findet in Fischerdorf die Dorferneuerung statt.
Klima
Durch ihre Lage in Mitteleuropa befindet sich die Stadt Deggendorf in der warmgemäßigten Klimazone mit Winterhärte 6-7. Dabei liegt die Stadt im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima.
|
Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte
Quelle: MSN Weather - Deggendorf, DEU
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Geschichte
In einer am 20. November 1002 ausgestellten Urkunde König Heinrichs II. für das Kloster Niedermünster in Regensburg wird Deggendorf erstmals erwähnt.
Deggendorf wurde an einem natürlichen Donauübergang gegründet, der die Straße entlang der Isar nach Norden fortsetzte. Für die in Bayern herrschenden Geschlechter war dies immer ein Grund, hier präsent zu sein. Im 10. Jahrhundert Techindorf genannt, erschien es um 1212 bereits als Stadt.
Mit dem Aussterben der Babenberger und der Grafen von Bogen (1242) setzten sich die Wittelsbacher in den Besitz der ehemaligen Grafschaft Deggendorf. Die Stadt wurde neu geordnet und geplant angelegt. Mit Privilegien und Vergünstigungen wurde Deggendorf gefördert, bis es 1316 und 1320 mit dem Stadtrecht ausgestattet und damit der Prozess der Stadtwerdung auch verfassungsmäßig abgeschlossen wurde. Damit war Deggendorf für das Umland zu einem Anziehungspunkt für Markt und Handel geworden. 1337 wurde im Verlauf eines Pogroms die jüdische Gemeinde Deggendorfs komplett vernichtet. Das angebliche Wunder, das der den verbrannten Juden vorgeworfenen Hostienschändung gefolgt sein soll, begründete die bis 1992 stattfindende Wallfahrt zur Grabkirche, die sogenannte „Deggendorfer Gnad'“. Die Grabkirche war kurz nach dem Pogrom errichtet worden. Noch bis 1968 fanden Prozessionen und Veranstaltungen in Deggendorf statt, die den damaligen Judenmord verherrlichten.[3]
Schwere Bevölkerungsverluste waren im Dreißigjährigen Krieg zu beklagen. Zwei Drittel der Einwohner starben 1633/34 an der Pest. Während des Spanischen Erbfolgekriegs wurden Teile der Stadt in Brand gelegt und zerstört. Obwohl diese Ereignisse für Jahrzehnte ihre Spuren hinterließen, erstand Deggendorf als funktionierende Stadt mit Hilfe der Ressourcen des Umlandes schnell wieder. Ein barockes Zeichen dieses daraus erwachsenen städtischen Selbstbewusstseins wurde mit dem Bau des Grabkirchenturmes 1722 gesetzt, der von Kunsthistorikern als einer der schönsten Türme in Bayern beschrieben wird und dem Stadtplatz seinen unverwechselbaren Charakter gibt.
Während des Österreichischen Erbfolgekrieges brannte 1743 fast die gesamte Stadt nieder. Im 19. Jahrhundert wurden Verkehrsverbindungen wie die Eisenbahnlinie über die Donau in den Bayerischen Wald hinein geschaffen, die hölzerne Donaubrücke durch einen stabilen eisernen Übergang ersetzt und Straßen zur Erschließung des Umlandes von Deggendorf gebaut. Das mittelalterliche Stadtbild verschwand durch das Auffüllen der Stadtgräben, und die Stadttore und Stadtmauern wurden weggerissen. Der über 500 Jahre alte Stadtkern wurde verändert und aufgeweicht. Heute ist nur noch die Anlage der Stadt erkennbar, und ein 27 m langes Stück der Stadtmauer ist erhalten geblieben.
Erst im vorigen Jahrhundert erfuhr Deggendorf durch Eingemeindung der benachbarten Ortschaften einen entscheidenden Gebiets- und Bevölkerungszuwachs. Die Nachbargemeinde Schaching kam 1935 zur Stadt Deggendorf, in den Jahren 1972 bis 1978 folgten Deggenau, Fischerdorf, Mietraching mit Greising sowie Seebach und Natternberg.
Zum Gedenken an diejenigen Opfer des Nationalsozialismus, die in Deggendorf wohnten, verlegte Gunter Demnig am 2. Oktober 2012 Stolpersteine in Deggendorf.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde 1945 in Deggendorf ein DP-Lager für jüdische so genannte „Displaced Persons“ eingerichtet. Das Lager wurde im Juni 1949 aufgelöst. Es beherbergte bis zu 2.000 Bewohner.
In den Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich die Siedlungsfläche Deggendorfs erheblich aus. Die altstadtnahen Hügel wurden dabei fast vollständig bebaut. Als eine Art neues Wahrzeichen der Stadt entstand seit 1976 das weithin sichtbare Klinikum Deggendorf mit heute 502 Betten.
Eingemeindungen
| Ehemalige Gemeinde |
Einwohner (1970) |
Datum | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Deggenau[4] | 1708 | 1. Juli 1972 | |
| Fischerdorf[4] | 844 | 1. Juli 1972 | |
| Greising[4] | 497 | 1. Januar 1972 | Eingemeindung nach Mietraching |
| Mietraching[5] | 1771 | 1. Januar 1974 | |
| Natternberg[5] | 2998 | 1. Mai 1978 | |
| Schaching[4] | – | 31. März 1935 | |
| Seebach[5] | 1067 | 1. April 1976 | Eingliederung von 831 der 1067 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Hengersberg |
Politik
Stadtrat
Sitzverteilung im Stadtrat nach der Kommunalwahl am 2. März 2008 (und zum Vergleich 2002):
| CSU | SPD | Freie Wähler | B90/Grüne | Junge Liste | WAN* | REP | FDP | Gesamt | |
| 2008 | 17 | 7 | 6 | 3 | 2 | 2 | 2 | 1 | 40 |
| 2002 | 23 | 7 | 5 | 2 | – | 2 | 1 | – | 40 |
* Wählerliste Altgemeinde Natternberg
Bürgermeister
Seit 1. August 2012 ist Christian Moser (CSU) Oberbürgermeister. Er wurde bei vier Gegenkandidaten mit 56,73 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Oberbürgermeister gewählt, nachdem Anna Eder aus Altersgründen nicht mehr kandidierte.
Deggendorf wurde von 2000 bis 2012 von Anna Eder (CSU) regiert. Damals wurde außer der Reihe eine Oberbürgermeisterwahl nötig, weil ihr Vorgänger Dieter Görlitz (ebenfalls CSU) aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.
2. Bürgermeister ist Peter Volkmer (CSU). Seit dem 24. September 2012 ist Herrmann Wellner (CSU) 3. Bürgermeister der Stadt Deggendorf.
Partnerstädte und Patenschaften
Partnerstadt von Deggendorf ist seit 1978 Neusiedl am See, Österreich.
Am 24. November 2008 wurde mit Písek, Tschechien, ein Freundschaftsvertrag geschlossen. Seit 10. Juni 2012 ist Písek ebenfalls Partnerstadt Deggendorfs.
Eine Patenschaft besteht des Weiteren seit 2003 zum abgesetzten Technischen Zug 133 (Spezialeinheit der Luftwaffe, die die Radaranlage am Großen Arber betreut). Zum Tender „Donau“ übernahm Deggendorf die Patenschaft von 1964 bis zur Außerdienststellung des Tenders am 1. Dezember 1994.
Wirtschaft und Verkehr
Hauptindustriezweige sind Textilindustrie, Leichtmetallbau, Reaktorbau, Eisen-, Gummi-, Kunststoff- und Holzverarbeitung; Hoch- und Tiefbau und Wachswarenfabrikation. Deggendorf ist Mitglied der Wirtschaftsregion Donaustädte. Die Streicher Unternehmensgruppe, ein international tätiges Tiefbauunternehmen, hat ihren Sitz in Deggendorf.
Deggendorf liegt verkehrsgünstig am Autobahnkreuz der A 3 Emmerich – Köln – Frankfurt a. M. - Passau und A 92 München – Deggendorf mit der Fortsetzung als Bundesstraße 11 nach Bayerisch Eisenstein und in die Tschechische Republik. Die Stadt besitzt einen Donauhafen und eine Schiffsanlagestelle für Fahrgastschiffe. Der uralte Donauübergang in Form einer Furt wurde schon um 1280 durch eine hölzerne Donaubrücke ersetzt, 1863 in eine eiserne Brücke umgewandelt und letztmals 1999 durch eine moderne Donaubrücke zu einem sowohl den Erfordernissen des Straßenverkehrs als auch der Schifffahrt entsprechenden Übergang ausgebaut.
Die Eisenbahnlinie Plattling – Bayerisch Eisenstein („Bayerische Waldbahn“), eine der landschaftlich schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands, verbindet Deggendorf mit dem Bayerischen Wald und Tschechien sowie mit dem deutschen Fernverkehrsnetz im Taktknoten Plattling. Von Deggendorf aus zweigt die ehemalige Bahnstrecke Deggendorf–Kalteneck ab, heute eine Güterbahnstrecke nach Hengersberg. Daneben gab es die kurze Stichstrecke Deggendorf–Metten, welche ebenfalls abgerissen wurde.
Das Stadtgebiet Deggendorf wird von elf Stadtbuslinien bedient. An einigen Haltestellen halten auch Busse der VLD (Verkehrsgemeinschaft Landkreis Deggendorf) die Deggendorf mit den Orten im Landkreis und darüber hinaus verbinden.
Der Hafen Deggendorf an der Donau ist ein Frachthafen. Dieser besitzt als einziger Donauhafen in Bayern seit 1992 einen Freihafen. Daneben existiert am Fluss eine Anlegestelle für Personenschiffe. Diese wird hauptsächlich von der Firma Wurm & Köck bedient.
Garnison
Deggendorf erhielt in der NS-Zeit eine Garnison, als ab 1935 die Riga-Kaserne der Wehrmacht (für das Infanterieregiment 85) errichtet wurde. Zu Zeiten des Kalten Krieges waren dort – bis Anfang der 1990er Jahre – die Grenzschutzabteilung Süd 6 sowie die Grenzschutzausbildungsabteilung Süd 2 des Bundesgrenzschutzes untergebracht.
Bildung
Deggendorf ist seit 1994 Fachhochschulstadt mit einer der erfolgreichsten FH-Neugründungen mit 3500 Studenten. Hauptfachrichtungen sind Betriebswirtschaft (u. a. mit den Spezialisierungen Wirtschaftsinformatik, Internationales Management, Tourismusmanagement, Wirtschaftsingenieurwesen), Bauingenieurwesen, Ressourcen- und Umweltmanagement, Elektro- und Medientechnik sowie Maschinenbau und Mechatronik. 2011 wurde der Name in Hochschule für angewandte Wissenschaften Deggendorf geändert.
Die Stadt verfügt über zwei Gymnasien (Comenius-Gymnasium, Robert-Koch-Gymnasium), eine Berufsober- und Fachoberschule (Aloys-Fischer-Schule), eine Realschule für Mädchen (Maria-Ward-Schulstiftung), eine Wirtschaftsschule, zwei Berufsschulen, Berufsfachschulen für Krankenpfleger, Krankengymnastik und Fremdsprachenberufe, eine Fachakademie für Sozialpädagogik, fünf Grundschulen, zwei Mittelschulen sowie zwei Förderschulen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das Deggendorfer Stadtmuseum im Kulturviertel präsentiert über 10.000 Exponate zur kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Stadt und ihrer Region. Die frühe Besiedlung des Donauraumes belegen archäologische Funde aus dem Landkreis von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter. Eine Abteilung Stadtgeschichte vermittelt lebendig das mittelalterliche Stadtleben. Der Verkaufsraum einer Biedermeierapotheke mit Laborzubehör und ein Tante-Emma-Laden sind anschauliche Zeugnisse der Vergangenheit. Ein eigener Bereich ist der sakralen Kunst, der Wallfahrt „Deggendorfer Gnad“ und der Volksfrömmigkeit gewidmet.
Das benachbarte Handwerksmuseum widmet sich dem regionalen und überregionalen Handwerk. Sechs Abteilungen geben einen Überblick über die reiche niederbayerische Handwerkskultur: Die Geschichte der handwerklichen Ausbildung ist dabei ebenso ein Thema wie z. B. das Handwerk am Wasser, die Rolle der Frau im Handwerk, das Holzhandwerk im Bayerischen Wald oder die Entwicklung des Handwerks im Industriezeitalter.
Ein Museumskino und wechselnde Sonderausstellungen in den Museen komplettieren das Angebot. Beide Museen und die Museumswerkstätten bieten ein umfangreiches Begleitprogramm für Familien, Kinder und Schulklassen.
Der „Kapuzinerstadl“, eine 1802 profanierte Kapuzinerkirche, ist Veranstaltungs- und Kongressgebäude für verschiedenste kulturelle Ereignisse. Kunstausstellungen finden hier ebenso statt wie Konzerte und Tagungen. Das vierte Glied im Kulturviertel ist die 1990 erbaute Stadtbibliothek.
Die „Deggendorfer Stadthalle“ gibt den Rahmen für größere Veranstaltungen ab. Konzerte, Ausstellungen und Tagungen finden hier ebenso statt wie Tanzveranstaltungen oder Feste. Ende 2008 wurde die Halle 2 fertig gestellt die sich direkt an die alte Stadthalle angliedert. Die neue Halle bietet rund 4000 Zuschauern Platz.
Daneben engagieren sich zahlreiche Vereine auf den Gebieten der Musik, Malerei und Kunst und beleben damit das Kulturleben der Stadt.
Neben dem großzügig angelegten Stadtplatz, der durch das Rathaus mit seinem historischen Festsaal zweigeteilt ist, sind an Kirchen und Kapellen die Grabkirche Peter und Paul, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (mit dem ehemaligen Barock-Hochaltar des Eichstätter Domes von Matthias Seybold) und die idyllisch gelegene Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Mutter Gottes in der Rose auf dem Geiersberg sehenswert. Die barocke Kapelle im ehemaligen Katharinenspital und die aus der gleichen Zeit stammenden Wallfahrtskirchen in Greising und in der Halbmeile bergen ebenfalls künstlerische Kleinodien.
Das Palais im Stadtpark wurde von 1863 bis 1868 als "Kreisirrenanstalt" in Deggendorf errichtet. Ab 1933/34 (klammheimlich, weil laut dem 1919 unterzeichneten Friedensvertrag von Versailles untersagt,) diente es als Wehrmachtskaserne und (ab 1941) zusätzlich als Unteroffiziers-Vorschule. 1945 war es kurzzeitig Unterkunft für zahlreiche osteuropäische Flüchtlinge und einige Söldner der nun erneut vernichtend geschlagenen Deutschen, dann für ausgesiedelte, geflohene oder vertriebene Deutsche. Schließlich wurde das Palais bis 1949 als DP-Camp 7 Deggendorf für heimatlose Menschen und für jüdische Überlebende der KZ Theresienstadt, Auschwitz, Flossenbürg und für polnische Juden, die den Nachkriegspogromen in ihrer Heimat entflohen und ab 1949/50 Wohnanlage für deutsche Flüchtlinge. Heute wird es als Arzt- , Selbsthilfe-, Therapie- und Kommunikationszentrum genutzt. Nur wenige Bauwerke in Bayern haben eine ähnlich dramatisch-tragische Historie.[6]
→ Liste der Baudenkmäler in Deggendorf
Freizeit
Die Lage der Stadt zwischen der Ebene des Gäubodens und dem Bayerischen Wald eröffnet viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Fernwanderwege (via nova), sowie Rund- und Streckenwanderwege führen durch Deggendorf oder haben hier ihren Ausgang. Viele Wanderungen können in den nahen umliegenden Bergen gemacht werden. Fahrradfahren an der Donau bis zum Mountainbiken im Bayerischen Wald (z. B. Rusel) ist ebenso möglich wie Wassersport auf Baggerseen und der Donau. Im Winter wird auf den Bergen des nahen Bayerischen Waldes Skilanglauf und Abfahrt betrieben. Darüber hinaus bestehen das Ganzjahresbad „elypso“ und ein Golfplatz auf der Rusel, der im Winter zu einer Ski- und Schlittenpiste umfunktioniert ist.
Jährlich veranstaltet die Stadt neben dem Frühlings- und Volksfest ein im wechselnden Turnus stattfindendes Bürgerfest, eine Bayerisch-Böhmische Woche und eine Sommertraumparty an der Donaupromenade. In der Adventszeit wird der Christkindlmarkt auf dem oberen Stadtplatz abgehalten.
Seit Dezember 2006 ist Gut Aiderbichl auch in Eichberg bei Deggendorf zu finden. Hier ist eine neue Begegnungsstätte zwischen Mensch und Tier entstanden.
Vom 25. April bis zum 5. Oktober 2014 wird die Landesgartenschau Deggendorf stattfinden. Auf 17 Hektar kann der Besucher alles rund um Garten und Blumen erfahren. Die Donau steht im Zentrum der Landesgartenschau 2014 - sowohl als Lebens- und Naturraum als auch als verbindendes Element zwischen den Kulturen. Mit 450 m Länge wurde schon eine der längsten Fußgänger- und Radbrücken Europas als Bindeglied zwischen den Ausstellungsbereichen gebaut.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- siehe Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Deggendorf
weitere Persönlichkeiten
- Caspar Aman (Hofkontrollor)
- Django Asül (Kabarettist)
- Lutz Dieter Behrendt (Historiker)
- Ludwig Ebner (Kirchenmusiker, Komponist)
- Andreas Gawlik (Eishockeyspieler)
- Christoph Gawlik (Eishockeyspieler)
- Patrick Geiger (Eishockeyspieler)
- Fritz Goller (Kirchenmusiker, Komponist)
- Vinzenz Goller (Kirchenmusiker, Komponist)
- Gilbert Gornig (Rechtswissenschaftler)
- Rudolf Grashey (Röntgenologe)
- Heinrich Hartl (Komponist, Pianist)
- Max Hebecker (Bergbauingenieur und Initiator des sog. Wära-Wunders von Schwanenkirchen)
- Heinrich XV. (Herzog von Bayern)
- Johannes Heugel (Komponist, Musiker)
- August Högn (Lehrer, Heimatforscher und Komponist)
- Hans Dieter Jarass (Rechtswissenschaftler)
- Ludwig Kandler (Porträt-, Historien- und Genremaler)
- Peter Knogl (Koch)
- Johann Jakob Kollmann (Stadtphysikus)
- Georg Lotter (Ingenieur)
- Cölestin Maier (Abt von Schweiklberg)
- Susanne Modrow (Bayerische Juniorenmeisterin Eistanz und Deutsche Vizemeisterin Eistanz 1986)
- Alfons Nothhaft (Verleger, Herausgeber des „Deggendorfer Donaubote(n)“, einer Tageszeitung, bis 31. Oktober 1954)
- Otto Opitz (Wirtschaftsmathematiker)
- Kathrin Passig (Journalistin und Schriftstellerin)
- Timo Pielmeier (Eishockeytorwart)
- Florian Pronold (Politiker)
- Wunibald Puchner (Architekt)
- Georg Rörer (lutherischer Theologe)
- Rachel Salamander (Literaturwissenschafterin)
- Benedikt Schöttl (Maurermeister, Architekt)
- Jörg Spranger (Kirchenmusiker, Komponist)
- Albert Steigenberger (Hotelier)
- Josef Still (Domorganist in Trier)
- Karin Thaler (Schauspielerin)
- Andreas Trost (1652-1708; Kupferstecher)
- Hans Wallner (Landtagsabgeordneter)
- Maximilian Weber (Mineraloge, Geologe)
- Joseph Maria von Weichs (Adeliger, Kammerherr und Regierungspräsident von Oberbayern)
- Joseph Gregor Wink (Maler, Stuckator)
Einzelnachweise
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, hg. vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München 1987 (Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns), S. 165/166.
- ↑ "Die Juden zu Deggendorf: Ein niederbayerisches Volkslied", auf: hagalil.com, 31. März 2009
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 601.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 605.
- ↑ Die Alte Kaserne in Deggendorf nach dem Zweiten Weltkriegen S. Michael Westerholz
Literatur
- Brückenschlag ins Jahr 2000. Die Geschichte der Deggendorfer Donaubrücke. In: Deggendorf. Archäologie und Stadtgeschichte. 8, Deggendorf 2000.
- Da schau her Deggendorf. Bilder und Texte vom Leben einer Stadt, ihrer Geschichte und Kultur, ihrer Häuser, Straßen und Plätze, von der Arbeit und den Festen ihrer Bürger. Deggendorf 1991.
- Konrad Held: Prachtwerk des Hofbildhauers (Matthias) Seybold. Das Schicksal des barocken Hochaltars des Eichstätter Doms. In: Historische Blätter 37 (1988), Nr. 2, S. 1-4, Nr. 3, S. 3f.
- Gerald Huber: Kleine Geschichte Niederbayerns. 2. Auflage. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7917-2048-7.
- Johannes Molitor (Hrsg.): Deggendorf 1002 – 2002. In: Deggendorfer Geschichtsblätter. Band 24, Deggendorf 2003.
- Manfred Eder: Die »Deggendorfer Gnad«. Entstehung und Entwicklung einer Hostienwallfahrt im Kontext von Theologie und Geschichte. Mit einem Geleitwort von Franz Mußner, Deggendorf, Passau 1992.
- Erich Kandler: Deggendorf – Stadt zwischen Gäu und Wald. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Grafenau 1976.
- Johannes Molitor: Deggendorf. Stadt zwischen Donau und Bayerischem Wald. Stuttgart 1994, ISBN 978-3-09-303806-8.
- Klaus Rose: Deggendorf. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. 27, München 1971.
- Siedler – Nonnen – Bürger. In: Deggendorf. Archäologie und Stadtgeschichte 10 Deggendorf 2002.
Weblinks
- Stadt Deggendorf
- Deggendorf: Wappengeschichte vom HdBG
- Abbildung im Lichtbildarchiv älterer Originalurkunden der Philipps-Universität Marburg (Digitalisat) Urkunde Kaiser Heinrichs II., Regensburg, 20. November 1002 mit urkundlicher Ersterwähnung des Ortsnamens Deggindorf
- Deggendorf: Amtliche Statistik des LStDV
Vorlage:Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Landkreis Deggendorf
| Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Deggendorf aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |