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Chronologie des israelisch-palästinensischen Konflikts

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Diese Seite beschreibt als Chronologie den israelisch-palästinensischen Konflikt.

Die Anfänge (1882 - 1920)



  • 1915 - 1916 Briefliche Erklärung des britischen Hochkommissars für Ägypten, Sir Henry McMahon an Hussein ibn Ali, dem Sherif von Mekka, eine arabische Unabhängigkeit zu fördern, um die Unterstützung der Araber im ersten Weltkrieg gegen die Osmanen zu gewinnen.
  • 16. Mai 1916 Abschluss des geheimen Sykes-Picot-Abkommen zwischen Großbritannien und Frankreich zur Aufteilung der osmanischen Gebiete.
  • 2. November 1917 In der Balfour-Erklärung wird der zionistischen Bewegung von dem britischen Außenminister Lord Arthur Balfour eine „nationale Heimstätte“ in Palästina zugesagt.
  • 1917-1918 Die britische Armee besetzt Palästina.
  • 7. November 1918 Britisch-französische Erklärung an die Bevölkerungen Palästinas, Syriens und des Irak, eine vollständige Befreiung und „frei gewählte nationale Regierungen“ zu garantieren.
  • 3. Januar 1919 Auf der Pariser Friedenskonferenz wird das Faisal-Weizmann-Abkommen geschlossen, dass einen arabischen Staat neben einen jüdischen Staat in Palästina vorsieht.
  • 4. April 1920 Erste antijüdische Ausschreitungen in deren Verlauf vier Araber und fünf Juden getötet und 22 schwer verletzt wurden.

Die Mandatszeit (1920 - 1948)

Die Staatsgründung Israels (1948 - 1966)

  • 29. Oktober - 5. November 1956: Suezkrise, nachdem Ägypten den Suezkanal gesperrt hatte.
  • 1959 Jassir Arafat gründet zusammen mit drei anderen palästinensischen Studenten die Fatah (Harakat Tahrir Filastin - Bewegung für die Befreiung Palästinas), die sich den „bewaffneten Kampf zur Befreiung Palästinas“ zum Programm macht. Sie greift in den folgenden Jahren von Gaza und jordanischen Westufer aus zivile Ziele in Israel an.
  • 1964 Auf Initiative der arabischen Liga wird die Palestinian Liberation Organization (PLO) im jordanischen Ostjerusalem mit den beiden grundlegenden Zielen der arabischen Einheit und der Befreiung Palästinas gegründet. Der Zionismus wird als kolonialistische Bewegung angesehen. Erster Vorsitzender ist der palästinensische Diplomat Ahmed Schukairi.

Kriege (1967 - 1986)

  • 1967 Sechstagekrieg: Ägypten schließt die Straße von Tiran für israelische Schifffahrt, verschiebt Truppen an Israels Grenze und warnt die UN-Truppen vor einem bald anstehenden Angriff. Israel antwortet mit einem Präventivschlag, schlägt die arabischen Truppen zurück und besetzt das durch Jordanien verwaltete Westjordanland, die syrischen Golanhöhen, die ägyptische Sinai-Halbinsel und den durch Ägypten verwalteten Gazastreifen. In den folgenden Jahren beginnt Israel damit, die Gebiete systematisch zu besiedeln. Die UNO-Resolution 242 des UN-Sicherheitsrats erklärt den Erwerb von Territorien durch Krieg für unzulässig und fordert Israel zum Abzug aus besetzten (nicht allen oder den) Gebieten auf. Sie fordert weiterhin die politische Unabhängigkeit eines jeden Staates in der Region und das Recht, innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen frei von Bedrohungen oder Gewaltakten zu leben. Die vollkommene Niederlage im Sechs-Tage-Krieg sowie Vertreibungen und empfundene Demütigungen (wie die Suezkrise) begünstigen den Islamismus, indem die Muslime sich stärker auf ihre Religion besinnen und radikalisieren.
  • 1969 Fatah und PLO vereinigen sich während des 5. Nationalpalästinensischen Kongresses

7. Juni 1981 israelischen Kampfflugzeuge beschädigten den irakischen Kernreaktor Osirak weitgehend.

  • 1982 Israel zieht sich wie im Camp David Abkommen von Sadat und Begin vereinbart von der Sinai-Halbinsel zurück.
  • 6. Juni 1982 Beginn des Libanonkrieg (Operation Frieden für Galiläa).

1982 Belagerung und Einnahme Beiruts. Vertreibung der PLO nach Tunesien. Massaker durch christliche libanesische Falange-Milizen an der Zivilbevölkerung (Sabra und Schatila).

Intifadas (1987 - 2004)

  • 1987 Erste Aktivitäten der Hamas, Ausbruch der ersten Intifada, gewalttätige Unruhen in der israelischen Besatzungszone.
  • 18. Januar 1992 erfolgte Beschuss durch den Irak mit Scudraketen während des Zweiten Golfkriegs.
  • 1993 Beginn des Oslo-Friedensprozesses: Verhandlungen zwischen Israel und der PLO. Die PLO erklärt Gewaltverzicht. Israel sichert die Errichtung eines autonomen palästinensischen Staates zu. Jitzhak Rabin, Schimon Peres und Jassir Arafat erhalten für diesen historischen Schritt den Friedensnobelpreis.
  • 1994 Der extremistische Siedler Baruch Goldstein tötet in Hebron mit einem Sturmgewehr 29 betende Muslime am Grab des Patriarchen, über 100 weitere werden verletzt. Daraufhin brechen im ganzen Land Unruhen aus, bei denen 19 Palästinenser und 5 Israelis ums Leben kommen.
  • 1995 Jitzhak Rabin wird am 4. November vom israelischen Rechtsextremisten Jigal Amir in Tel Aviv ermordet.
  • 1996 Nach mehreren Selbstmordattentaten am Anfang des Jahres gewinnt der Kritiker des Oslo-Friedensprozesses Benjamin Netanjahu knapp vor Schimon Peres die Wahlen und wird neuer Ministerpräsident. Schnell wird deutlich, dass es unter seiner Führung zu keinen weiteren großen Schritten im Friedensprozess kommen wird. Nach konsequenter Weigerung Israels, die Siedlungen ohne Vorleistungen zu räumen, kommt es zu gewalttätigen Aufständen der Palästinenser sowie Übergriffen auf die palästinensische Zivilbevölkerung.
  • 2000 Die Verhandlungen zwischen Ehud Barak und Jassir Arafat von Camp David II scheitern. Es kommt zur 2. Intifada - die Gründe dafür werden von Israel und den Palästinensern sehr unterschiedlich dargestellt.
  • 2001 Der konservative Politiker und Ex-General Ariel Scharon wird zum Ministerpräsidenten gewählt. Der Konflikt intensiviert sich (Selbstmordattentate der Palästinenser, Tötung von führenden Mitgliedern der palästinensischen Widerstandsgruppen durch die Israelis).
  • 2003 US-Präsident George W. Bush stellt die Roadmap zum Frieden vor, der beinhaltet, dass die palästinensische Seite auf Angriffe gegen Israel verzichtet und Israel Palästina als autonomen Staat anerkennt. Israelische Truppen marschieren immer wieder kurzfristig in den Gazastreifen und die Westbank ein. Die israelische Regierung beginnt mit dem Bau einer etwa 720 km langen Sperranlage um das Westjordanland.
  • 2003 Wahlen zur 16. Knesset. Der Likud von Ministerpräsident Ariel Sharon gewinnt die Wahlen vom 28. Januar. Im März wird die Koalitionsregierung unter Sharon vereidigt. Diese Koalition besteht aus folgenden Parteien: Likud, Shinui, Nationalreligiösen und Nationaler Einheit.
  • 2004 Die israelische Regierung beginnt mit der Politik der gezielten Tötung von Feinden des Staates Israel. Prominentestes Opfer ist der geistliche Führer und Gründer der Hamas, Scheich Ahmed Jasin, der am 22. März durch einen Hubschrauberangriff getötet wird. Am 17. April wird der Hamasführer Abd al-Aziz al-Rantisi getötet, der nach dem Jasin-Attentat die arabische Welt zum Krieg gegen Israel aufgerufen hatte. Die Hamas schwört umgehend Rache. Am 20. September tötet die israelische Luftwaffe Khaled Abu Selmiya, den Kommandanten der Izz-al-Din-al-Qassam-Brigaden. Im Verlaufe des Jahres kommt es zudem zu mehreren großangelegten Aktionen der israelischen Armee (Operation Regenbogen im Mai, Tage der Buße Anfang Oktober). Jassir Arafat stirbt am 11. November in einem Pariser Militärhospital.

Trennungsplan und Abkopplung (2005 - )

  • Scharon tritt aus dem Likud zurück und gründet eine neue Partei Kadima.
  • 2006 Die Widerstandsgruppe Hamas tritt als Partei bei Wahlen in den Palästinensischen Autonomiegebieten an und gewinnt die Wahl.
  • Bei den israelischen Parlamentswahlen am 28. März 2006 wurde die 2005 von Ariel Scharon gegründete liberale, politisch zwischen Likud und Arbeitspartei gebildete Kadima mit 28 von 120 Sitzen zur stärksten Partei und Ehud Olmert zum neuen Ministerpräsident gewählt. Er gab an, Scharons Politik weiterführen zu wollen und an einer endgültigen Grenzziehung zwischen Israel und den Palästinensergebieten arbeiten zu wollen (Konvergenz-Plan).
  • Nach anhaltenden Grenzkonflikten zwischen der Hamas und der Hisbollah mit Israel kommt es zum Libanonkrieg 2006. Die israelische Luftwaffe fliegt Angriffe auf Ziele der Hisbollah im Libanon und dringt mit Bodentruppen in den Südlibanon ein. Die libanesische Armee verhält sich neutral. Der Konflikt endet mit einem Waffenstillstand und der Stationierung der UN-Schutztruppe UNIFIL.
  • 2007 Im Juni kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Milizen der Hamas und der Fatah, in dessen Verlauf die Hamas die vollständige Kontrolle über den Gazastreifen erlangt, während die Fatah die Kontrolle über das Westjordanland erlangt. Der Konflikt ist gleichzeitig das Ende der Regierung der Nationalen Einheit.
  • 2007 Am 27. November 2007 findet in Annapolis eine von der US-Regierung initiierte Internationale Nahost-Konferenz statt, von der entscheidende Voraussetzungen für eine Befriedung des Nahen Ostens erhofft werden.
  • 2008 Am 4. November 2008 dringt Israel, als Antwort auf den fortdauernden Raketenbeschuß auf den Süden Israels durch die Hamas im Gaza-Streifen ein. Am 18. Dezember 2008 kündigt die Hamas den ohnehin auslaufenden Waffenstillstand mit der schon im Vorfeld wiederholt geäußerten Begründung auf, Israel habe sich nicht an die Vereinbarungen gehalten. Am 27. Dezember startet die IAF mit Luftangriffen auf Ziele im Gaza-Streifen die Operation Gegossenes Blei. Die Operation endet am 18. Januar 2009.
  • 2010 Am 26. Juli 2010 forderte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu «unverzüglich» direkte Friedensverhandlungen mit der Palästinensische Autonomiebehörde. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas jedoch stellte als Vorbedingungen für Friedensgespräche, dass der verhängte Siedlungsbaustopp im Westjordanland bis zum 26. September 2010 für endgültig erklärt wird und alle Gebiete wie vor dem Krieg von 1967 an die Palästinensische Autonomiebehörde übergeben werden.[1]
  • Anfang Mai 2011 Die Fatah und die Hamas schliessen nach ägyptischer Vermittlung in Kairo ein Versöhnungsabkommen.

Literatur

  • Bundeszentrale für politische Bildung/bpp 2003 Informationen zur Politischen Bildung, Israel, 278 - ISSN 0046-9408

Referenzen

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