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Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Der Centralverein der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens (CV) war ein Zusammenschluss der Judens Deutschlands. Der Centralverein entstand im Jahr 1893 als Reaktion der antisemitischen Parteien bei den Reichstagswahlen. Im November 1938 wurde der Centralverein aufgelöst.
Geschichte
Als bei den Reichstagswahlen des Jahres 1893 die Parteien der sogenannten Deutschvölkischen Bewegung erste große Erfolge verbuchten, organisierten sich die deutschen Juden im Centralverein der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens. Diese wuchs bis zum Jahr 1933 zur größten Organisation der deutschen Juden an. Der CV war in mehreren Abteilungen eingeteilt. So zum Beispiel war die zentrale Abteilung für die rechtliche Abwehr antisemitischer Aktionen sowie für die Aufklärung der nichtjüdischen Bevölkerungsteile des Deutschen Reiches über das Judentum zuständig.
Der CV stand mit der Zionistischen Vereinigung in Konkurrenz, da der CV seine Hauptaufgabe in der Durchsetzung bereits erreichter staatsbürgerlicher Rechte und in der Stärkung des jüdischen Selbstbewusstseins sah. Während sich die Zionisten als Fremde in Deutschland sahen, betonten die Anhänger, dass sie Deutsche jüdischen Glaubens seien. Bis 1916 waren rund 70.000 Juden im Centralverein organisiert. Dazu kamen knapp 200.000 Mitglieder, die in angeschlossenen Verbänden organisiert waren.
Die Mitglieder des CV waren frühe Gegner der Nationalsozialisten. So arbeitete der Centralverein ab 1930 wieder enger mit den Zionisten zusammen, um eine geschlossene jüdische Front gegen die NSDAP und deren Juniorpartnern zu bilden. Nach Hitlers "Machtergreifung" im Januar 1933 wurden die Tätigkeiten des Centralvereins vonseiten der neuen Machthaber eingeschränkt. So hatte der CV nur noch beratende Funktionen für die Juden in Deutschland und unterstützte diese beispielsweise bei Rechtsfragen. 1935 wurde der CV gezwungen, sich umzubenennen. So trug er denn für gut ein Jahr den Namen "Central Verein der Juden in Deutschland". 1936 erfolgte eine erneute Umbenennung, die die Bezeichnung "Jüdischer Central-Verein" zur Folge hatte. Am 10. November 1938, einen Tag nach der Reichsprogromnacht, wurden alle jüdischen Organisationen und Publikationen verboten. So musste der Centralverein die Zeitungen CV-Zeitung und Der Morgen einstellen und der CV wurde mit anderen jüdischen Organisationen im die Reichsvereinigung der deutschen Juden zwangsvereint.
Literatur
- Lexikon der Religionen, Harenberg Verlag 2002, ISBN 3-611-01060-X