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Carl Wilhelm Diehl
Carl Wilhelm Diehl auch Carlos Guillermo (* 5. August 1824 in Hamburg; † 14. Mai[1];“ war ein deutsch-argentinischer Kaufmann und Lyriker.
Diehl wurde in Hamburg als Sohn des Feldwebels im Bürgermilitär Friedrich Diehl und seiner aus Dänemark stammenden Frau Dorothea Diehl geb. Bleer in Hamburg geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Hamburg wo er nach dem Besuch der Gelehrtenschule des Johanneums eine kaufmännische Lehre absolvierte. Nach Abschluss einer Lehrzeit im Jahr 1845 wanderte er an den Rio de la Plata aus. Diehl lebte und arbeitete einige Jahre in Rio de Janeiro, Montevideo und Buenos Aires, wo er am 17. Oktober 1885 starb. Diehl war in Südamerika als Kaufmann tätig. Zwischen 1854 und 1879 übte er neben seiner kaufmännischen Tätigkeit fast durchgängig die Ämter eines Konsuls oder Generalkonsuls aus – nacheinander für Argentinien, Österreich, den Norddeutschen Bund und das Deutsche Reich.
Seit seiner Jugend hatte Diehl sich mit Lyrik beschäftigt und selbst Gedichte verfasst. Ab 1861 begann er seine Arbeiten zu publizieren. Eine besondere Bedeutung, bis auf den heutigen Tag, kommt seinen Nachdichtungen von Schlüsselwerken der jungen südamerikanischen Dichtungen zu.
Aus dem Spanischen übersetzte Diehl das Epos La Cautiva (1837) von [[Esteban Echeverría]] und Teile der Cantos del Peregrino (1847) von José Mármol, aus dem Portugiesischen Teile des Epos A Confederação dos Tamoios (1856) von Domingos José Gonçalves de Magalhães. Entstanden sind diese Werke nach der Unabhängigkeit der Vereinigten Provinzen des Río de la Plata 1816 von Spanien und Brasiliens 1822 von Portugal. Allen drei Dichtungen ist gemeinsam, dass sie heute zu den Gründungsdokumenten der argentinischen und der brasilianischen Nationalliteratur gerechnet werden; es sind romantische Werke, mit denen eine junge Autorengeneration sich selbstbewusst vom alten Europa ab- und der Neuen Welt zuwandte. In Mármols Worten, die wie ein Echo auf Goethes Zeilen „Amerika, du hast es besser / als unser Kontinent, der alte“ klingen: „Auf der Welten weite Bühne / tritt Amerika, das junge … / Schweig, Europa, greise Mutter / alter, abgelebter Zeiten [!]“<ref name="Mertes et al.">
Einzelnachweise
- ↑ Eva Mertes, Oranna Dimmig, Michael Mertes: „ICH DENK MIT WEHMUT AN DEN FERNEN NORDEN Verlag Franz Schön, Bonn, 2016, ISBN: 978-3-9816420-3-2.
Literatur
- Eva Mertes, Oranna Dimmig, Michael Mertes: „ICH DENK MIT WEHMUT AN DEN FERNEN NORDEN Verlag Franz Schön, Bonn, 2016, ISBN: 978-3-9816420-3-2