Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Arisierungen in Witten

Aus Jewiki
Version vom 4. Dezember 2012, 22:12 Uhr von Michael Kühntopf (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „miniatur|Bahnhofstraße 1930, links [[Gebr. Alsberg AG|Alsberg & Blank]] [[Datei:Absenderfreistempel Alsberg und Blan…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bahnhofstraße 1930, links Alsberg & Blank
Freistempel Alsberg & Blank

Die „Arisierungen“ in Witten waren eine bestimmte Form des Raubes an Eigentum und Besitz Wittener Juden während der Zeit des Nationalsozialismus. „Arisierungen“ fanden während der Zeit des Nationalsozialismus in Witten wie in ganz Deutschland statt.

Jüdische Geschäftsinhaber und Immobilienbesitzer wurden im Rahmen der „Arisierungen“ zuerst gedrängt ihre Geschäfte, Firmen und Immobilien unter Wert zu verkaufen und – falls sie nicht verkaufen wollten – später enteignet. 14 „Geschäftsarisierungen“ aus den Jahren 1933 bis 1938 und 53 „Immobilienarisierungen“ von 1933 bis 1943 sind in Witten belegt. Daneben gab es eine nicht genau überschaubare Zahl von Geschäftsliquidationen. Auch die Möbel von Juden wurden nach Emigration, Zwangseinweisung in Judenhäuser oder Deportation enteignet und z. T. noch vor dem Haus versteigert.[1]

Beispiele für „Arisierungen“ sind das Textil-Kaufhaus Alsberg & Blank an der Ecke Bahnhofstraße/Heilenstraße (heute Galeria Kaufhof), das 1938 an die Siegener Unternehmer Otto Neumann und Dr. Cropp verkauft wurde,[2] das Schuhgeschäft Rosenberg, 1937 von Gregor Boecker erworben, (heute Klauser) und die Villa Eichengrün in der Husemannstraße, die 1939 an die NSDAP fiel und als Gaufrauenschaftsschule genutzt wurde.[1]

Noch existierende Gebäude

Bild Lage Datum alter Besitzer neuer Besitzer Ausgang des Rückerstattungsverfahrens Bemerkungen
Ardeystraße 68 (Lage51.440037.34444) Nov. 1937 Louis Schacher Bernhard und Berta Felderhoff Nachzahlung
Witten Haus Bahnhofstrasse 45.jpg Bahnhofstraße 45 (Lage51.437797.33169) Sara Sager Geschäft von Sara Sager
Bebelstraße 9–11 (seinerzeit Hermann-Göring-Straße)[3] (Lage51.447297.3776) Mär. 1942 Sigmund und Josef Rosenthal KG Gerhard Lieskien Nachzahlung heute Rosenthal Residenz[4]
Bebelstraße 13 (seinerzeit Göringstraße)[3] (Lage51.4469937.377561) Dez. 1938 Sigmund und Josef Rosenthal Katharina van Pluer Nachzahlung
Witten Haus Casinostrasse 10.jpg Casinostraße 10 (Lage51.437817.33556) Jan. 1939 Franziska und Isidor Singer Elisabeth Mellmann Nachzahlung
Witten Haus Husemannstrasse 17.jpg Husemannstraße 17 (seinerzeit Hindenburgstraße)[3] (Lage51.435347.33959) 11. Apr. 1939 Familie Eichengrün NSDAP Rückerstattung
Datei:Witten Haus Mozartstrasse 12.jpg Mozartstraße 12 (seinerzeit Moltkestraße)[3] (Lage51.440757.33352) Apr. 1939 Rosa Rosenbaum Franziska Schneider Nachzahlung
Witten Haus Nordstrasse 12.jpg Nordstraße 12 (Lage51.439277.3318) Apr. 1939 Max Blank Dr. Karl Spelberg Nachzahlung
Witten Haus Nordstrasse 16.jpg Nordstraße 16 (Lage51.439637.33138) Dez. 1938 Dr. med. Julius Böheimer Dr. Erich Stoewer Nachzahlung
Witten Haus Nordstrasse 23.jpg Nordstraße 23 (Lage51.439797.33073) Mär. 1938 Anna Marx Friedrich Müller Nachzahlung
Witten Haus Oberstrasse 7.jpg Oberstraße 7–9 (Lage51.438737.33813) Mai 1940 Herbert Klein Fritz Korten Nachzahlung in Fundamenten erhalten; Beschreibung als Audio-Datei (MP3)
Witten Haus Parkweg 14.jpg Parkweg 14 (Lage51.432677.33952) Juli 1939 Moritz Hanf Kurt Spelsberg Nachzahlung
Witten Haus Ruhrstrasse 40.jpg Ruhrstraße 40 (Lage51.436877.33704) Feb. 1939 Josua und Irma Sommer Heinrich Krüdenscheidt und Hermann Stratmann (Firma Nagel) Nachzahlung
Witten Haus Sprockhoeveler Strasse 150.jpg Sprockhöveler Straße 150 (Lage51.437367.32036) Mär. 1935 Hedwig Buchthal Georg Motz Nachzahlung
Witten Haus Theodor-Heuss-Strasse 5.jpg Theodor-Heuss-Straße 5 (seinerzeit Gerberstraße)[3] (Lage51.437957.33434) Juni 1939 Hedwig Buchthal Johannes Micus Nachzahlung Beschreibung als Audio-Datei (MP3)
Witten Haus Wiesenstrasse 26.jpg Wiesenstraße 26 (Lage51.437547.33418) Okt. 1938 Sara Sager Deutsches Reich Rückerstattung an Jewish Trust Corporation fiel nach Deportation an das Deutsche Reich

Geschäftsarisierungen

Name Lage Datum alter Besitzer neuer Besitzer Ausgang des Rückerstattungsverfahrens Bemerkungen
Putz- & Modewaren Singer Bahnhofstraße 32 (Lage51.438457.33352) Sep. 1933 Franziska Singer Johanna Winkel Antrag zurückgezogen
Kolonialwaren Buchthal Theodor-Heuss-Straße 5 (seinerzeit Gerberstraße)[3] (Lage51.437957.33434) 10. Jan. 1935 Hedwig Buchthal Johannes Micus Nachzahlung Beschreibung als Audio-Datei (MP3)
Lebensmittel Goldblum Bahnhofstraße 25 (Lage51.4382257.3339) 12. Nov. 1935 Adolf Goldblum Gustav Bruderek Nachzahlung
Altwaren Schacher Mär. 1937 Louis Schacher Wilhelm Scheuber Nachzahlung
Metzgerei Stern Johannisstraße 7 01. Mai 1937 Moritz Stern Heinrich Kamperhoff Nachzahlung
Schuhgeschäft Rosenberg Bahnhofstraße 17 (Lage51.438387.33455) Nov. 1937 Siegfried Rosenberg Gregor Boecker Nachzahlung
Kaufhaus Gebrüder Rosenthal Bebelstraße 9–11 (seinerzeit Hermann-Göring-Straße)[3] (Lage51.447297.3776) 09. Dez. 1937 Sigmund und Josef Rosenthal KG Gerhard Lieskien Nachzahlung
Metzgerei Paul Hauptstraße 51 (Lage51.442667.33586) Apr. 1938 Leopold Paul Johann Nümann Nachzahlung
Metzgereiartikel Leiser Ruhrstraße 19 (Lage51.437977.33747) Juli 1938 Samuel Leiser Karl Heinze und Heinrich Fröhlich Antrag abgewiesen
Altwaren Rothschild Breite Straße 49 (Lage51.441187.33024) Aug. 1938 Isidor Rothschild Anna Domberg Nachzahlung
Gemischtwaren Hugo Rosenthal Hörder Straße 327 (Lage51.468837.36848) 27. Okt. 1938 Hugo Rosenthal Fritz Waltemath, Pauline Waltemath und Elfriede Amelong Nachzahlung
Alsberg & Blank Ecke Bahnhofstraße/Heilenstraße (Lage51.438787.33634) 02. Nov. 1938 Bertha Eichengrün und Max Blank Otto Neumann und Dr. Cropp Vergleich Beschreibung als Audio-Datei (MP3)
Metzgerei Klein Oberstraße 7–9 (Lage51.438737.33813) 19. Nov. 1938 Herbert Klein Fritz Korton Nachzahlung in Fundamenten erhalten; Beschreibung als Audio-Datei (MP3)
Papiergroßhandel Teichmann 21. Dez. 1938 Moritz Teichmann Emil Olsberger kein Rückerstattungsverfahren

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Hans-Christian Dahlmann: „Arisierung“ und Gesellschaft in Witten. Wie die Bevölkerung einer Ruhrgebietsstadt das Eigentum ihrer Jüdinnen und Juden übernahm. 2. Auflage. Lit Verlag, Münster 2007, ISBN 978-3-8258-5662-5 (Rezensionen und Auszüge, teilweise als Audiodateien).
  2. Gebr. Alsberg Kaufhäuser. In: Post- und Heimatgeschichte Recklinghausen – Philatelie & Städtepartnerschaften. Abgerufen am 3. September 2012.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 Paul Brandenburg, Karl-Heinz Hildebrand: Witten. Straßen, Wege, Plätze. Mit einem Beitrag zur Siedlungsgeschichte Wittens von Heinrich Schoppmeyer. Band 1, VOHM, Witten 1989, ISBN 3-920611-13-6.
  4. Chelonia heisst Sie Willkommen in der Rosenthal Residenz! Abgerufen am 22. November 2012.
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Arisierungen in Witten aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.