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Aquila (Bibelübersetzer)

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Aquila war ein jüdischer Gelehrter aus dem 1./2. Jahrhundert n. Chr., der das hebräische Alte Testament um 125 n. Chr. ins Griechische übersetzt hat.

Person

Über Person und Leben Aquilas ist wenig bekannt. Unsicherer Überlieferung nach stammt er aus Sinope (heute Türkei); ebenfalls unsicher ist die oft angenommene Schülerschaft bei dem berühmten jüdischen Lehrer Akiba (50/55–135 n. Chr.). Die Lebensdaten Aquilas lassen sich nur anhand seiner Übersetzung des Alten Testaments schätzen, die er um 125 n. Chr. fertigstellte. Dieser Übersetzung verdankt Aquila seine Bekanntheit und Bedeutung für die alttestamentliche Wissenschaft.

Werk und Bedeutung

Aquila nahm eine eigenwillige Übersetzung des hebräischen Alten Testaments ins Griechische vor. Sie ist so sklavisch-wörtlich, dass der Sinn des Ausgangstextes in dem von Aquila erstellten Text oft kaum mehr zu erkennen ist. Diese Art der Übersetzung war offenbar als Ergänzung oder auch als Konkurrenz zu der breit rezipierten Septuaginta gemeint. Möglicherweise war die Übersetzungsweise Aquilas inspiriert durch bestimmte jüdische Auslegungstraditionen, nach denen jedem einzelnen Wort des hebräischen Ausgangstextes eine besondere Bedeutung zukommt. Um eine solche am einzelnen Wort orientierte Auslegung auch für die griechische Fassung des Alten Testaments zu ermöglichen, war eine mechanisch-wörtliche Wiedergabe des hebräischen Textes erforderlich.

Der Übersetzung Aquilas kommt eine hohe Bedeutung für die Textkritik des Alten Testaments zu, sowohl des hebräischen wie auch des griechischen Alten Testaments. Die Lesarten Aquilas lassen Schlüsse auf seine hebräische Vorlage ebenso zu, wie sich Parallelen zu Revisionen der Septuaginta ziehen lassen, insbesondere zur Kaige-Revision.

Quellen

Eine vollständige Handschrift der Übersetzung Aquilas ist nicht erhalten. Zahlreiche Fragmente seiner Übersetzung sind in Fragmenten und Zitaten der Hexapla erhalten, in deren dritter Spalte die Übersetzung Aquilas vollständig verzeichnet war. Darüber hinaus wurden auf Palimpsesten längere Abschnitte der Übersetzung Aquilas gefunden. Eine (inzwischen veraltete) Zusammenstellung der bekannten Lesarten Aquilas bietet die Ausgabe Frederick Fields. Eine neue Zusammenstellung erfolgt zur Zeit im Rahmen des internationalen Hexapla-Projekts.

Literatur

  • Frederick Field, Origenis Hexaplorum quae supersunt, 1875
  • A. Silverstone, Aqila and Onkelos, Manchester 1931
  • Dominique Barthélémy, Les Devanciers d'Aquila, Leiden 1963
  • Ernst Würthwein, Der Text des Alten Testaments, Stuttgart 1988, S. 64-69
  • Emanuel Tov, Der Text der hebräischen Bibel, Stuttgart, Berlin, Köln 1997, S. 121 f.

Weblinks

Wikisource-logo.svg Aquila in Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft.

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