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Antonietta Stella
Antonietta Stella (* 15. März 1929 in Perugia; † 23. Februar 2022[1] in Rom[2]) war eine italienische Opernsängerin der Stimmlage Sopran. Ihre Karriere stand im Schatten der großen Diven Maria Callas und Renata Tebaldi, dennoch konnte sie schöne Erfolge an der Scala, in ganz Italien und an einigen renommierten Bühnen Europas, in Amerika und Japan erringen. Sie galt als große Verdi- und Puccini-Interpretin.
Leben und Werk
Antonietta Stella studierte am Conservatorio Francesco Morlacchi ihrer Geburtsstadt[3] und an der Accademia di Santa Cecilia in Rom. Sie gewann 1949 den Ersten Preis beim Concorso von Bologna[4] und debütierte 1950 in Spoleto als Leonore in Verdis Troubadour. 1951 errang sie am Teatro dell’Opera in Rom ihren ersten großen Erfolg – als Leonore in Verdis Macht des Schicksals – und gastierte noch im selben Jahr an den Staatsopern von München und Stuttgart sowie am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden. Es folgten Einladungen nach Florenz, Neapel, Rom, Catania, Parma, Turin, Lissabon und Perugia. 1953 debütierte sie in der Arena von Verona, wo sie auch in den Spielzeiten 1955, 1957, 1958, 1960 und 1964 in großen Partien auftrat. 1954 debütierte sie an der Scala in Mailand als Desdemona in Verdis Otello und ersang sich dort im Lauf von zehn Jahren einige Erfolge, beispielsweise als Tosca, Violetta in La traviata oder Elisabetta im Don Carlos. Im Lauf ihrer weiteren Karriere sang sie häufig unter der musikalischen Leitung von sechs Scala-Dirigenten – Gianandrea Gavazzeni, Vittorio Gui, Francesco Molinari-Pradelli, Gabriele Santini, Nino Sanzogno und Tullio Serafin. 1955 debütierte sie am Royal Opera House Covent Garden in der Titelpartie von Aida, in der Arena von Verona übernahm sie im selben Jahr Aida und die Leonore in La forza del destino. Gastspiele führten sie weiters nach Paris, Brüssel und an die Lyric Opera in Chicago. 1956 folgte sie einem Ruf an die Metropolitan Opera von New York (Antrittsrolle: Aida). Gemeinsam mit ihr debütierte Carlo Bergonzi als Radames, Fedora Barbieri sang die Amneris, George London den Amonasro. Es dirigierte Fausto Cleva. Ein oft recht zynischer Kritiker vermerkte:
„Stella kreierte eine Sensation, obwohl sie möglicherweise nicht ganz sensationell ist. Sie kann es immer noch beweisen, denn die Stimme ist verschwenderisch und sie zeigt Talent für die Schauspielerei. [...] Ihr Pianissimo war wunderschön, der Stimmumfang beeindruckend und ihre Haltung die einer Prinzessin, attraktiv im Anblick und auch in Aktion. Dass sie einen substantiellen Gewinn für die Met darstellt, steht außer Frage.“
In nur vier Spielzeiten an der Met übernahm sie zur großen Begeisterung von Publikum und Presse acht Partien in 54 Vorstellungen, darunter Troubadour-Leonore, die Amelia im Maskenball, Tosca, Violetta und die Elisabetta im Don Carlos. Einen außerordentlichen Erfolg errang die Sängerin 1958 als Cio-Cio-San in einer neuen Met-Produktion der Madama Butterfly. Die Bühne war von japanischen Holzschnitten inspiriert, Gestik und Mimik der Sängerin korrespondierten perfekt mit dem Konzept japanischen Körperlichkeit. Auch ihre Leonore in einer Neuinszenierung des Troubadours wurde als elegante, glamouröse Erscheinung gelobt, getragen von hoher Gesangskunst und versiertem Schauspiel. Die Beziehung mit der Met endete unschön. Im März 1960 sagte sie einige Vorstellungen im Haupthaus und anschließend auf Tour ab, unter Hinweis auf eine Erkrankung und unter Vorlage eines Attests. Sie reiste ab und sang drei Wochen später an der Scala. Generalmanager Rudolf Bing war empört, klagte und erwirkte ein zwei Jahre währendes Auftrittsverbot in den Vereinigten Staaten. Sie sang nie wieder an der Met, kehrte jedoch einmal in die Vereinigten Staaten zurück, nach Philadelphia – als Amelia im Maskenball.[5]
Ab Mai 1957 gastierte die Sängerin regelmäßig an der Wiener Staatsoper, sie übernahm dort elf Rollen in 124 Vorstellungen – Aida, Amelia, Elisabetta, Leonore im Troubadour und in Macht des Schicksals, Maddalena di Coigny und Santuzza, Mimi, Manon Lescaut, Tosca und Cio-Cio-San. 1974 hörte man sie am Teatro San Carlo in Neapel in einer Uraufführung. Einer breitere Öffentlichkeit wurde Antonietta Stella bereits 1955 bekannt, in einer Fernsehproduktion von Andrea Chénier, an der Seite von Mario del Monaco und Giuseppe Taddei. Der selten gespielten Spontini-Oper Agnes von Hohenstaufen war eine Radioproduktion mit Montserrat Caballé gewidmet. Nach ihrem Abschied von der Bühne wirkte sie als Gesangspädagogin. Zu ihren Schülerinnen zählte Maria Luigia Borsi.
Ihr erster Bühnenpartner war der Tenor Giuseppe Treppaciani, den sie später heiratete.
Rollen (Auswahl)
Uraufführungen
- 1951 Ecuba von Bruno Rigacci, Teatro dell’Opera, Roma – Cassandra
- 1974 Maria Stuarda von Enzo de Bellis, Teatro San Carlo Neapel – Titelpartie
Repertoire
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Tondokumente (Auswahl)
Gesamtaufnahmen
- Spontini: Agnes von Hohenstaufen – Riccardo Muti (Memories 1970)
- Meyerbeer: L’Africaine – Eve Queler (Melodram 1972)
- Donizetti: Linda di Chamounix – Tullio Serafin (Philips, 1956)
- Bellini: Norma – Franco Ghione (Rio de Janiero 1956)
- Verdi: La battaglia di Legnano – Gianandrea Gavazzeni (Foyer 1960)
- Verdi: Luisa Miller – Nino Sanzogno (HRE 1963)
- Verdi: Il trovatore – Tullio Serafin (DG 1962)
- Verdi: La traviata – Tullio Serafin (EMI 1955)
- Verdi: Simon Boccanegra – Francesco Molinari-Pradelli (Cetra 1951)
- Verdi: Un ballo in maschera – Gianandrea Gavazzeni (DG 1960)
- Verdi: La forza del destino – Dimitri Mitropoulos (Melodram 1960)
- Verdi: Don Carlo – Gabriele Santini (EMI 1954)
- Verdi: Don Carlo – Gabriele Santini (DG 1961)
- Verdi: Aida – Vittorio Gui (UORC 1955)
- Puccini: La bohème – Francesco Molinari-Pradelli (Philips 1957)
- Puccini: Tosca – Tullio Serafin (Philips 1957)
- Giordano: Andrea Chénier – Gabriele Santini (EMI 1963)
Literatur
- Karl-Josef Kutsch und Leo Riemens: Großes Sängerlexikon, 4. erweiterte und verbesserte Auflage, München, K.G. Saur 2003, Band 4, S. 4524f
- Opernwelt: Antonietta Stella wird 75 Jahre alt, Band 45, S. 23
Weblinks
- Veröffentlichungen von Stella im Opac des Servizio Bibliotecario Nazionale (SBN)
- Normeintrag im Opac des SBN
- Tu che le vanità, Arie aus Don Carlo (Teatro dell’Opera, Rom, Dirigent Gabriele Santini, 1954)
- Versione integrale intervista ad Antonietta Stella 2008 parte prima, Interview (italienisch)
- Artist Profile: Verdi Specialist Antonietta Stella
- Archiv der Wiener Staatsoper, Rollenverzeichnis
Einzelnachweise
- ↑ Obituary: Legendary Soprano Antonietta Stella Dies at 92. In: operawire.com. 23. Februar 2022, abgerufen am 24. Februar 2022 (english).
- ↑ Addio ad Antonietta Stella, voce di Verdi e Puccini. In: CdT.ch. 23. Februar 2022, abgerufen am 24. Februar 2022 (italiano).
- ↑ Perugia, è morta la soprano Antonietta Stella. Fu tra le migliori voci di un’epoca. In: Umbria 24. 23. Februar 2022, abgerufen am 24. Februar 2022 (italiano).
- ↑ Operalogg: Antonietta Stella Italian soprano, abgerufen am 6. April 2021
- ↑ WQXR: Antonietta Stella, as in Star, abgerufen am 6. April 2021
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stella, Antonietta |
| ALTERNATIVNAMEN | Stella, Maria Antonietta (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | italienische Opernsängerin (Spintosopran) |
| GEBURTSDATUM | 15. März 1929 |
| GEBURTSORT | Perugia, Umbrien |
| STERBEDATUM | 23. Februar 2022 |
| STERBEORT | Rom |
| Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Antonietta Stella aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |