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Alfred Isay

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Alfred Isay, geb. am 25. August 1885 in Köln; gest. am 3. Juni 1948 in Amsterdam[1] war der Sohn des Moritz Isay (geboren 1851 in Schweich, gestorben 1906 in Köln) und seiner Ehefrau Bettina Isay, geb. Schott.[2]. Die Vorfahren der Bettina Schott gehen zurück bis zum Kaufmann von Butzbach (geb. ca. 1397; gest.1423 in Frankfurt am Main).

Isay war Mitinhaber der Gebr. Isay OHG, einer Tücher-, Woll- und Strumpfwarengroßhandlung, sowie der Immobilie Zeppelinstr. 4-6 in Köln (Kaufhaus Isay). Er leistete Kriegsdienst und kehrte durch einen schweren Verkehrsunfall traumatisiert zurück. Er begann wieder im Textil-Großhandel Gebr. Isay mitzuarbeiten und heiratete 1920 Sofie Adelsberger,[3](geboren 1897 in Nürnberg)[4] Tochter des Kommerzienrats Abraham Adelsberger,[5] einem Spielzeugfabrikanten (Heinrich Fischer & Cie.) aus Nürnberg. Das Ehepaar hatte eine Tochter, Ruth Marlis und einen Sohn, Walter.

Arisierung

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten emigrierte Isay 1933 zunächst alleine nach Amsterdam, holte 1934 seine Familie nach und baute dort eine Kunstseidenfabrik auf, die 1942 arisiert wurde. 1933 erfolgte eine Namensänderung der Gebr. Isay OHG in Wistri Gesellschaft für deutsche Wirk- und Strickwaren GmbH. Die unter Wert verkaufte Gesellschaft firmierte 1938 als WISTRI Gesellschaft für deutsche Strickwaren Mengel, Ritter & Co. und wurde durch die persönlich haftenden Gesellschafter Ludwig Mengel[6] und Friedrich Ritter vertreten.[7] Als Eigentümer der Immobilie waren 1938 Adolph Isay und Alfred Isay, Holland vermerkt. Die Vermögensübertragung am Grundstück und Gebäude Zeppelinstraße 4 erfolgte 1941 auf vier neue Eigentümer: Ludwig Mengel, Friedrich Ritter (zu 1/2), sowie je 1/4 an Franz Weiss und Erich Ortloff[8]. 1941 wurde Alfred Isay Mitglied des Joodse Raad, der auf Druck der deutschen Besatzungsbehörden ins Leben gerufen worden war. Familie Isay - Adelsberger erlebte zwischen 1942 und 1945 wiederholt Verschleppungen in sogenannte Sammelstellen wie die Schouwburg und nach Westerbork. Sie überlebten schließlich durch die Hilfe von SS-Unterscharführer Alfons Zündler und anderen im Untergrund. Nach dem Krieg nahmen seine Witwe Sofie, seine Tochter Ruth und Sohn Walter Isay die niederländische Staatsbürgerschaft an. Den Judenstern, den Alfred und Sophie Isay getragen hatten, übergab ihr Rechtsanwalt in der Nachkriegszeit während eines Wiedergutmachungsverfahrens dem Kölner Stadtmuseum. Alfred Isays Schwiegermutter Clothilde Adelsberger überlebte das KZ Bergen-Belsen.

Literatur

  • Wolfram Hagspiel: Köln: Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (=Stadtspuren. Denkmäler in Köln. Band 8.) 2 Bände, J.P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, Band 2, S. 850 f. (Rolf Helbig) und 863 (Albert Klöckner).
  • Wolfram Hagspiel: Köln und seine jüdischen Architekten. J.P. Bachem Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-7616-2294-0, S. 349 f., 395 f.
  • Ruth Isay-Fass: Die Lebensgeschichte von Ruth und Naftali. Docostory, Raanana/Israel 2001
  • Dieter Klein-Meynen, Henriette Meynen, Alexander Kierdorf: Kölner Wirtschaftsarchitektur. Von der Gründerzeit bis zum Wiederaufbau. Wienand Verlag, Köln 1996, ISBN 3-87909-413-6, S. 247.
  • Elfi Pracht-Jörns: 65 Ein in den Niederlanden getragener „Judenstern“ aus dem Besitz Jüdischer Flüchtlinge aus Köln, 1942–1944. In: Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Böhlau, Köln 2011, ISBN 978-3-412-20674-1, S. 302.

Einzelnachweise

  1. privat eingestelltes Familienblatt zu Alfred Isay auf geni.com abgerufen am 8. Januar 2015
  2. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Personenstandsarchiv Rheinland, Personenstandsregister, Standesamt Köln III, Sterbefälle, 1906, Urk. Nr. 984.
  3. Ruth Isay-Fass: Die Lebensgeschichte von Ruth und Naftali. Docostory, Raanana/Israel 2001.
  4. von Thomas Föhl, Weimar, eingestelltes Familienblatt zu Sofie Isay-Adelsberger auf geni.com abgerufen am 11. Januar 2015.
  5. von Thomas Föhl, Weimar, eingestelltes Familienblatt zu Abraham Adelsberger auf geni.com abgerufen am 11. Januar 2015.
  6. Der Dipl.-Kaufmann Ludwig Mengel war von 1962 bis 1967 Mitglied der Industrie- und Handelskammer zu Köln. Quelle: Klara von Eyll u.a.: Die Geschichte der unternehmerischen Selbstverwaltung in Köln 1914–1997. Hrsg. Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln, Selbstverlag, Köln 1997, ISBN 3-933025-01-X, S. 510.
  7. Greven's Adreßbuch der Hansestadt Köln und Umgegend 1938. Greven’s Adressbuch-Verlag, Köln 1938, I. Teil, S. 1159.
  8. Historisches Archiv der Stadt Köln, Bestand 495, A 378 bis 380

Hinweis

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