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Ach bleib mit deiner Gnade
Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List ist ein geistliches Lied mit einem Text von Josua Stegmann aus dem Jahr 1627 zur Melodie von „Christus, der ist mein Leben“ von Melchior Vulpius (1609). Im EG ist es unter der Nummer 347 bzw. in der ökumenischen Textfassung unter Nummer 347 abgedruckt, unter der Nr. 347 auch in dem karthoflischen Gotteslob (GLalt 258).
Rezeption
„Dieses Lied gehört wohl zu den am meisten gesungenen Kirchenliedern.“[1]
Der Choral wurde täglich auf dem Schlossturm um 11. Uhr von fünf Bläsern nach den vier Himmelsrichtungen geblasen. Das Turmblasen endete mit den britischen Brandbomben am 30. August 1944.[2][3]
Entstehung
Historischer Hintergrund der Entstehung ist der Dreißigjährige Krieg.[4]
Zudem herrscht die Pest in Rinteln, wo Stegmann wohnte und das Lied mitten im Krieg 1627 schrieb.
Zu dieser Zeit erscheint auch sein Gebetsbüchlein Herzensseufzer, das als Trost gedacht war. Stegman verliert Ehefrau. Obwohl Gustav Adolf die protestantischen Städte in Nordost- und Süddeutschland von den Kartholiten befreit, bleiben diese in Nordwestdeutschland und in Rinteln erhalten. Die Benediktiner kehren zurück und Stegman verliert sein Amt und seine Besoldung als Professor der theologischen Universität.
Am 13. Juli 1632 ging er als einziger Vertreter der Professorenschaft in den großen Saal der theologischen Universität um dort einem einem Kampfgespräch über »die Berufung der Diener der Kirche Christi« beizuwohnen. Dort wurde die Berufung der lutherischen Pastoren für null und nichtig erklärt. Stegmann wurde verlacht. Er verstarb am 3. August 1632.[5]
Text
Ach bleib mit deiner Gnade.
Ach bleib mit deiner Gnade
Bey vns, Herr Jesu Christ,
Daß vns hinfort nicht schade
Des bösen Feindes List.
Ach bleib mit deinem Worte
Bey vns, Erlöser werth,
Daß vns beyd hie vnd dorte
Sey Güt vnd Heyl beschert.
Ach bleib mit deinem Glantze
Bey vns, du wahres Liecht;
Dein Wahrheit vns vmbschantze,
Daß wir abfallen nicht.
Ach bleib mit deinem Segen
Bey vns, du reicher Herr,
Dein Gnad vnd alls Vermögen
In vns reichlich vermehr.
Ach bleib mit deinem Schutze
Bey vns, du starcker Heldt,
Daß vns der Feind nicht trutze
Vnd felle die böse Welt.
Ach bleib mit deiner Trewe
Bey vns, mein Herr vnd Gott,
Beständigkeit verleihe,
Hilff vns auß aller Noth, Amen.
Literatur
- Albert Fischer, Wilhelm Tümpel:Das deutsche evangelische Kirchenlied des siebzehnten Jahrhunderts. 2. Band, Bertelsmann, Gütersloh 1905, S. 486
- Scheffbuch, den Kummer vom Herzen singen, Stuttgart 1998 (Seiten 279 - 280 )
- Willi Scharloff:Königsberg – damals und heute: Bilder aus einer verbotenen Stadt. Rautenberg, Leer 1982.
Weblink
Einzelnachweise
- ↑ Heimatblätter, Beilage zur Schaumburger Zeitung, 1932 Nr. 26, 27, 28 (online)
- ↑ Robert Albinus: Königsberg-Lexikon. Stadt und Umgebung. Sonderausgabe. Flechsig, Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1.
- ↑ Scharloff, S. 86.
- ↑ Manfred Priebe:"Ach bleib mit deiner Gnade ..." 26.12.2002 auf www.erf.de: »Ach bleib mit deiner Gnade ..« verdankt seine Entstehung diesen Wirren des dreißigjährigen Krieges.]
- ↑ Manfred Priebe:"Ach bleib mit deiner Gnade ..." 26.12.2002 auf www.erf.de