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Ereignisse
- Nach 350: Rawina (= Rawina I.), Amoräer der 6. Generation, beteiligt an der Redaktion des babylonischen Talmud, Mitarbeiter Aschis
- Ca. 350–ca. 365: Wirken Hillels II. (Hillel Nasia, Patriarch in Palästina, Nasi, Vorsitzender des Sanhedrins) unter Kaiser Julian Apostata. Hillel II. war Sohn von Jehuda III., Vater von Gamaliel V. und ein Nachkomme Hillels des Älteren; Hillel II. schuf den nach Sonnenjahren rechnenden konstanten, bis in die Gegenwart gültigen jüdischen Kalender
- Der jüdische Kalender, ha-lu'ach ha-iwri, ist allerdings ein Lunisolarkalender, die Monate sind wie bei einfachen Mondkalendern an den Mondphasen [Mond = Jareach, poetisch Lewana, "die Weisse"; > Feier des jeweiligen Neumondtages; besonderer Monatssegen, Birkat Lewana; Beginn des Frühjahrs- und Herbstfestes – Pessach, Sukkot – bei Vollmond; nachbiblische Mondsage: Mond anfangs so gross wie die Sonne, will noch grösser werden, wird stattdessen verkleinert] ausgerichtet, gleichzeitig existiert jedoch eine Schaltregel zum Angleich an das Sonnenjahr; um einen Ausgleich zu dem um 11 Tage längeren Sonnenjahr zu schaffen (im Unterschied zum Islam, dessen Feste aufgrund des reinen Mondkalenders manchmal in den Sommer und manchmal in den Winter fallen), wird im Zeitraum von 19 Jahren sieben mal ein Schaltmonat = Adar II. hinzugefügt; die jüdischen Feste sind eng mit der Jahreszeit verbunden, sie hängen mit ihren Symbolen zusammen und haben Naturereignisse oder landwirtschaftliche Bräuche zum Inhalt, die jedem Fest seinen besonderen Charakter verleihen; jeder hebräische Monat beginnt heute ungefähr bei Neumond (im Altertum wurde der Monatsbeginn nach dem sichtbaren Beweis der "Geburt des Mondes" durch Zeugen bestimmt). Der Patriarch Hillel II. legte (345?) den bis heute gültigen Kalender fest, damit nicht die Römer durch Verfolgung und Behinderung der Gerichte das jüdische Leben gefährdeten. Anhand dieses Kalenders weiss jeder im voraus, welcher Monat 29 und welcher 30 Tage hat. Der jüdische Kalender rechnet den Tag vom Abend zum Abend "und es war Abend und es war Morgen, ein Tag" (Gen. 1,5). Der Tag endet, wenn mindestens drei Sterne sichtbar werden. "Der zweite Feiertag": Trafen die Boten des Gerichts in Jerusalem nicht rechtzeitig bei den in der Diaspora lebenden Juden ein, um ihnen das genaue Datum des Monatsbeginns mitzuteilen, feierten diese zur Sicherheit jedes in der Tora erwähnte Fest zwei Tage lang anstelle von nur einem, denn sie wussten ja nicht, ob der vorherige Monat 29 oder 30 Tage gehabt hatte. Um einem Irrtum vorzubeugen und um das Fest nicht zu entweihen, führten sie diesen Feiertag ein. Und das ist nun der "zweite Feiertag in der Diaspora" geworden, ein Brauch, der sich bis heute erhalten hat. Nur der Versöhnungstag wird an einem einzigen Tag begangen, da es dem Menschen schwerfällt, hintereinander 48 Stunden zu fasten. Auch im Land Israel dauert das Neujahrsfest zwei Tage, weil man selbst dort nicht immer wusste, ob der Monat Tischri nach 29 oder 30 Tagen beginnen würde. Zur Sicherheit hörte das Volk am Ende des 29 Elul zu arbeiten auf und "tat heilig" wie an einem gewöhnlichen Feiertag. Um irgendwelche Irrtümer von vorneherein auszuschliessen, ordneten die Weisen schliesslich die zweitägige Dauer des Festes an. Trotz des später exakten Kalenders feiert man in der Diaspora immer noch den "zweiten Feiertag", denn es ist ja "Brauch der Vorfahren"; heutige Form des jüdischen Kalenders seit 13. Jhdt., Beginn des Jahres im Herbst, in biblischer Zeit im Frühjahr; das regelmässige Jahr hat 354 Tage, 12 Monate, im Schaltjahr 13 Monate, mit je 29-30 Tagen, 50½ Wochen zu 7 Tagen; die Monatsnamen Nissan, Ijar usw. sind chaldäisch und stammen aus dem babylonischen Exil; der Monat Nissan ist der erste im hebräischen Kalender; er gilt als der Neumond der Monate, weil er der Monat der Erlösung ist, in dem die jüdischen Vorfahren aus Ägypten auszogen; wenn auch die Menschheit im Monat Tischri erschaffen wurde, überwiegt die Bedeutung der Erlösung die der Schöpfung; aus diesem Grund wird der Nissan als erster Monat des Jahres betrachtet, von dem ausgehend nach der Tora die übrigen Monate gezählt werden, d. h. der Nissan ist der erste Monat des religiösen jüdischen Kalenders und zugleich der siebte Monat des bürgerlichen jüdischen Kalenders (der mit dem Monat Tischri beginnt, der zugleich der siebte Monat nach dem religiösen jüdischen Kalender ist) – Literatur: E. Mahler, Handbuch der jüdischen Chronologie, 1916)