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1973

Aus Jewiki
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Ereignisse

  • 6.10.1973: Ausbruch des Jom-Kippur-Kriegs (Generalstabschef David Elasar) am höchsten jüdischen Feiertag. Ägypten und Syrien landen einen simultanen Überraschungsangriff auf Israel und konnten der israelischen Armee Zahal schwere Niederlagen beifügen (auf den Golanhöhen standen etwa 180 israelische Panzer dem Ansturm von 1 400 syrischen Panzern gegenüber; entlang des Suezkanals wurden weniger als 500 israelische Soldaten von 80 000 Ägyptern angegriffen). Die Bedrohung ist für Israel sehr gross. Israel bleibt jedoch siegreich. Die Invasoren konnten nach der Mobilisierung der israelischen Reserven zurückgeschlagen und das Land zurückerobert, der Gazastreifen erobert werden (Dauer: 6.10.1973-26.10.1973). Die arabischen Staaten wurden von der Sowjetunion unterstützt, die den amerikanischen Bemühungen um eine sofortige Feuereinstellung ablehnend gegenüberstand. Daraufhin begannen die USA – etwas verzögert – mit der Errichtung einer Luftbrücke nach Israel. Zwei Wochen später wurde Ägypten vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vor einer katastrophalen Niederlage bewahrt – von demselben Sicherheitsrat, der, solange die Vorzeichen für die Araber günstig standen, stillgehalten hatte. So lange es aussah, als würden die arabischen Angreifer den Krieg gewinnen, zeigte die Sowjetunion keinerlei Interesse, sich um einen Friedensschluss zu bemühen. Eine ähnliche Haltung legte der damalige UN-Generalsekretär Kurt Waldheim an den Tag (Waldheim wurde nach seiner Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten 1986 die Einreise in die USA verweigert, nachdem sich herausstellte, dass er im Zweiten Weltkrieg an Kriegsverbrechen der Deutschen auf dem Balkan beteiligt gewesen war). Am 22. Oktober 1973 erliess der Sicherheitsrat Resolution 338, in der alle Parteien aufgerufen wurden, „sofort das Feuer einzustellen“. Der Beschluss erfolgte an dem Tag, an dem die israelischen Streitkräfte die Dritte Ägyptische Armee abgeschnitten und isoliert hatten und sie folglich hätten vernichten können. Trotz des militärischen Erfolgs seiner Streitkräfte wertete Israel den Krieg als diplomatische und militärische Niederlage. Insgesamt waren 2 688 israelische Soldaten ums Leben gekommen. In einigen Gebieten wurden UN-Friedenstruppen stationiert. Im Ergebnis war die israelische Gesellschaft nach dem Krieg nachhaltig über die eigene Verwundbarkeit geschockt, und die israelische Regierung begann Verhandlungen über die Sicherheit an den Staatsgrenzen. Golda Meir und Mosche Dajan wurden in der Öffentlichkeit stark kritisiert, später sah sich Golda Meir und damit das ganze Kabinett zum Rücktritt gezwungen, nachdem hohe Offiziere und Generäle, durch eine gerichtliche Untersuchungskommission dazu veranlasst, demissionierten. Ihr Nachfolger im Amt des Parteivorsitzenden der Arbeitspartei und im Amt des Ministerpräsidenten wurde Jitzchak Rabin; der innerparteiliche Rivale Rabins, Schimon Peres, wurde Verteidigungsminister. Damit hatten die so genannten „Jungen Wilden“, die junge Generation der Arbeitspartei, die Macht übernommen. International hatte der Krieg ein arabisches Öl-Embargo für die Staaten, die mit Israel Handel trieben, zur Folge. Daraufhin erklärte am 22.11.1974 die japanische Regierung, sie würde ihre Beziehungen zu Israel überdenken, wenn Israel sich nicht aus allen im Sechstagekrieg eroberten Gebieten zurückziehen würde. Ägypten und Syrien waren nicht die einzigen am Krieg beteiligten arabischen Staaten. Mindestens neun arabische Staaten, darunter vier, die nicht in der Krisenregion liegen, haben die ägyptisch-syrischen Kriegsbestrebungen aktiv unterstützt. Wenige Monate vor dem Jom-Kippur-Krieg entsandte der Irak eine Schwadron Kampfflugzeuge nach Ägypten. Während des Krieges wurden eine 18 000 Mann starke irakische Abteilung und mehrere hundert Panzer auf den Golanhöhen stationiert; sie nahmen am 16. Oktober am Angriff gegen die israelischen Stellungen teil. Bereits am 8. Oktober, dem dritten Kriegstag, wurden irakische MiGs auf den Golanhöhen eingesetzt. Saudi-Arabien und Kuwait leisteten nicht nur finanzielle Schützenhilfe, sondern schickten ebenfalls Soldaten in die Schlacht. Eine saudische Brigade von etwa 3 000 Mann wurde nach Syrien versetzt, wo sie an den Kämpfen gegen die Israelis, die auf Damaskus vorrückten, teilnahmen. Libyen verstiess gegen das in Paris beschlossene Transfer-Verbot für Waffen französischer Herkunft und schickte Mirage-Kampfjäger nach Ägypten (von 1971 bis 1973 zahlte der libysche Präsident Muammar Quaddafi über eine Milliarde Dollar für die Wiederaufrüstung Ägyptens, hauptsächlich an die Sowjets). Auch andere nordafrikanische Länder entsprachen dem arabischen und sowjetischen Aufruf zur Unterstützung der Frontstaaten. Algerien schickte drei Schwadronen Kampfflugzeuge und Bomber, eine bewaffnete Brigade und 150 Panzer. Am Nildelta wurden zwischen 1 000 und 2 000 tunesische Soldaten stationiert. Der Sudan entsandte 3 500 Mann nach Südägypten, und Marokko schickte drei Brigaden an die Front, davon 2 500 Mann nach Syrien. Die syrische Luftverteidigung arbeitete mit libanesischen Radareinheiten. Und der Libanon liess es zu, dass palästinensische Terroristen von libanesischem Gebiet aus zivile israelische Siedlungen unter Beschuss nahmen. Palästinenser kämpften an der Südfront an der Seite von Ägyptern und Kuwaitis. König Hussein von Jordanien schickte zwei seiner besten Einheiten – die vierzigste und die sechzigste bewaffnete Brigade – nach Syrien. Weiter waren drei jordanische Artillerieeinheiten mit ca. 100 Panzern beteiligt.

Bücher

  • S. P. Brock - Ch. T. Fritsch - S. Jellicoe, A Classified Bibliography of the Septuagint, Leiden 1973
  • Th. Middendorp, Die Stellung Jesu Ben Siras zwischen Judentum und Hellenismus, Leiden 1973
  • J. Schiloni et alii (Hrsg.), Jalqut Schim'oni: Genesis, 2 Bände, Jerusalem 1973
  • J. Neusner (Hrsg.), The Modern Study of the Mishnah, Leiden 1973
  • J. Neusner, Invitation to the Talmud. A Teaching Book, New York 1973

Zeitungen und Zeitschriften