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1965
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Ereignisse
- 1965: Zweites Vatikanisches Konzil. Erst jetzt wird in Nostra Aetate die Behauptung jüdischer Schuld am Tod Jesu verworfen.
- 8.12.1965: Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils in Rom
- 19.12.1965: Wiederwahl de Gaulles zum Präsidenten der Französischen Republik
- 30.12.1965: Heidi Fleiss (Heidi Lynne Fleiss) geboren in Los Feliz, Kalifornien, US-amerikanisch-jüdische Prostituierte, die unter dem Spitznamen "Hollywood Madam" (madam = englisch "Bordellwirtin", "Puffmutter") den berühmtesten Callgirl-Ring Hollywoods der 1990er Jahre aufbaute und leitete; sie wuchs mit sechs Geschwistern in einer gutbürgerlichen und wohlsituierten Familie in Los Angeles auf; ihr Vater ist der Kinderarzt und Beschneidungsgegner Paul M. Fleiss, ihre Mutter war Lehrerin; früh zeigte sich Heidis Geschäftssinn, sie war gerade 12 Jahre alt, als sie Babysitterinnen Jobs vermittelte; 1981 verliess sie die Schule ohne Abschluss und schlug sich in wechselnden Berufen als Floristin oder Kellnerin durch; mit 19 traf sie den Investment-Betrüger Bernard Cornfeld auf einer Party in Beverly Hills, mit dem sie eine Beziehung begann und der sie in die Welt der Schönen und Reichen Hollywoods einführte; in dieser Zeit lernte sie über den Regisseur Ivan Nagy die Philippinin "Madam Alex" kennen, die einen Callgirl-Ring unterhielt; Heidi wurde dann schnell zum "besten Pferd" in ihrem Stall, hatte aber knapp fünf Jahre später ihren eigenen, weitaus exklusiveren Service aufgebaut und wurde zu einer der meistgefragten Persönlichkeiten Hollywoods – wenn auch nur hinter vorgehaltener Hand; "Ich habe für meine Mädchen 1 500 Dollar die Nacht verlangt und 2 000 Dollar ausserhalb der Stadt", sagt sie; sie schickte ihre Girls nicht nur nach New York, Chicago und Miami, sondern um die ganze Welt; die Kundschaft wusste es zu schätzen; "Es gab Männer, die Trinkgelder in Höhe von 5 000 oder 20 000 Dollar gegeben haben. Manche meiner Kunden legten sogar eine Million obendrauf, die dann die Mädchen unter sich aufteilten" (kaum zu glauben, dass für Heidi Fleiss nicht auch etwas "abfiel" ...); bei ihrer Verhaftung zitterte die Filmbranche, welche Namen aus dem berühmt-berüchtigten "schwarzen Notizbuch" der Callgirl-Vermittlerin bekannt würden; Charlie Sheen gab zu, rund 50 000 US-Dollar für ihre Begleitdienste bezahlt zu haben; die Boulevard-Presse brachte weitere Namen wie Jack Nicholson, Billy Idol, Warren Beatty und Mick Jagger ins Spiel, aber Fleiss sagte dazu: "Zu den Namen sage ich nichts. Aber Hollywood-Schauspieler waren von geringstem Interesse. Die haben mickrige fünf Millionen Dollar auf dem Konto, verfügen aber über unglaublich aufgeblasene Egos: Die meinen, alles im Leben sei gratis. Als Attitüde ist das völlig uninteressant. Aus gutem Grund konzentrierte ich mich bei meinen Geschäften auf die Superreichen von internationalem Format. Jenes halbe Prozent Multimilliardäre, die meinen Mädchen – und mir – wirklich etwas bieten konnten" – Und so blieb es bei Vermutungen, wer wirklich zum Kundenkreis gehörte, ausser bei Charlie Sheen, der vor Gericht gegen sie ausgesagt hatte; Heidi Fleiss wurde in Los Angeles in einem Zivil- und fünf Strafprozessen angeklagt; Heidis Vater wurde wegen Geldwäsche mit angeklagt; beide plädierten für "nicht schuldig"; wegen Prostitution oder Kuppelei konnte Heidi Fleiss nicht verurteilt werden, diese Verfahren wurden eingestellt; 1994 wurde sie aber wegen Steuerhinterziehung und Geldwäscherei zu drei Jahren Gefängnis, 300 Stunden Sozialdienst, 400 US-Dollar Geldstrafe (unglaublich beeindruckend) und mit der Auflage verurteilt, eine Drogentherapie zu absolvieren; sie sass die die Strafe im Bundesgefängnis in Dublin, Kalifornien, ab und wurde 1998 nach 21 Monaten vorzeitig entlassen; der Vater war zu einem Tag Gefängnis, 50 000 Dollar Geldstrafe, drei Jahre Bewährung und 625 Stunden Sozialdienst verurteilt worden; 2002 und 2003 kam es zu Aufsehen und gerichtlichen Verfahren, weil ihr damaliger Lebensgefährte Tom Sizemore sie geschlagen haben soll und Fleiss erneut Drogenprobleme nachgesagt wurden; im Jahr 2003 warb Heidi Fleiss für "Daily Planet", Australiens grösstes und weltweit erstes börsennotiertes Bordell; das Melbourner Etablissement verschwand aber bald wieder aus den Schlagzeilen, der Börsengang war vor allem ein Werbespektakel gewesen; 2004 verkaufte Fleiss die Rechte an ihrer Geschichte an die Paramount Studios für 5 Mio. Dollar (Film: "The Rise and Fall of Heidi Fleiss"); bis 2005 residierte Fleiss in Beverly Hills, arbeitete u. a. für Fox News und war Eigentümerin der Boutique "Hollywood Madam"; danach lebte sie in Crystal, einem kleinen Ort im Death Valley im US-Bundesstaat Nevada, eine Autostunde von Las Vegas entfernt, wo sie ein Grundstück kaufte und ihre Pläne für eine "Hengstfarm" verwirklichen will (auch "Heidi's stud farm" oder "Bordello" genannt – ein Bordell für Frauen); das Haus – eine exakte Nachbildung des Weissen Hauses in Washington! – soll Platz für 20 Callboys haben, die sich zu einem Stundenlohn von mindestens 250 Dollar um die ausschliesslich weibliche Kundschaft kümmern sollen; weiterhin betreibt Fleiss mit Victoria Sellers, der Tochter von Schauspieler Peter Sellers, eine Porno-Website
- 1965/1966 Syrien nimmt von den Golanhöhen aus, die sich etwa hundert Meter über Galiläa erheben, immer wieder israelische Gehöfte und Dörfer unter Beschuss.
- Nach 1965: Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen in Deutschland. Etwa ab 1965 begann die Holocaustleugnung mit der „Auschwitzlüge“. Dieser Begriff wurde im Zusammenhang mit Wahlerfolgen der NPD propagiert. Ihr Ziel war der „Nachweis“, dass der Holocaust eine „Erfindung“ „der Juden“ sei, um Deutschland als Tätervolk zu brandmarken und politisch-finanzielle Reparationen zu „erpressen“. Dieses Motiv gehört seitdem zum Standardrepertoire des deutschen Rechtsextremismus. Besondere Aufmerksamkeit erregte 1988 Fred Leuchter mit seinem Versuch, die Gaskammern wegzuerklären. Weiter verbreitet ist heute die Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen. Dabei wird die Besonderheit des Holocaust bestritten, indem seine historischen Ursachen verallgemeinert oder umgedeutet werden. Ernst Nolte löste 1986 einen Historikerstreit aus mit der These, die deutschen Konzentrationslager seien eine Reaktion auf Stalins massenvernichtende Gulags und Umsiedlungspolitik gewesen. Begünstigt wurde dieser Geschichtsrevisionismus durch historische Ansätze, die eher auf die Unterschiede als die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Erscheinungsformen von Judenfeindlichkeit pochten. Diese Differenzierung trug zur Verharmlosung bei: Heute tarnen Antisemiten ihre prinzipielle Judenfeindschaft oft als Antijudaismus, Antizionismus oder allgemeine Kapitalismuskritik und setzen sich vom Nationalsozialismus ab. Doch ihre Ideologien enthalten oft Motive, die bekannten antisemitischen Stereotypen sehr ähneln. Im Zusammenhang der Kollektivschuld-Debatte wurde erstmals die Forderung laut, die Vergangenheit zu den Akten zu legen. Diese Mentalität ist seitdem gewachsen und zeigt sich fast jedes Mal, wenn die Nazizeit öffentlich thematisiert oder berührt wird, z. B. im Streit um die Wehrmachtsausstellung, die 1995 bis 1998 und 2001 bis 2004 die aktive Teilnahme der Wehrmacht und ihre Kooperation mit der SS bei der Judenvernichtung nachwies; im Streit um Zwangsarbeiter-Entschädigungen (hier zeigte sich eine unzureichende Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit bei vielen Unternehmungen, die Zahlungen zunächst verweigerten); im Streit um das Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Berlin): Nachdem Opferverbände erfuhren, dass eine Tochterfirma der IG Farben am Bau des Mahnmals beteiligt war, zogen sie ihre Unterstützung dafür zurück. Hinzu kamen weitere Debatten im Zusammenhang verschiedener Affären, oft ausgelöst durch Einzeläusserungen, in denen die fortdauernde Problematik des Umgangs mit der NS-Vergangenheit sichtbar wurde.
Bücher
- C. Burchard, Untersuchungen zu Joseph und Aseneth, Tübingen 1965
- J. N. Epstein-E. Z. Melamed, Mekhilta d' Rabbi Sim'on b. Jochai, Jerusalem 1965
- J. Theodor-Ch. Albeck, Midrash Bereshit Rabba. Critical Edition with Notes and Commentary, Jerusalem 21965 (hebr.)
- J. Schirmann, New Hebrew Poetry from the Genizah, Jerusalem 1965 (hebr.)
- A. Mirski, Reschit ha-Pijjut, Jerusalem 1965
- Z. M. Rabinowitz, Halakha and Aggada in the Liturgical Poetry of Yannai, Tel Aviv 1965 (hebr.)
- G. Scholem, Jewish Gnosticism, Merkabah Mysticism, and Talmudic Tradition, New York 21965
- Sefer ha-Zohar al Chamischa Chumsche Tora, 21 Bände, Tel Aviv 1965
- J. Ben-Shlomo, The Mystical Theology of Moses Cordovero, Jerusalem 1965 (hebr.)
- V. Reichert, The Tahkemoni of Judah Alharizi, Jerusalem 1965 (teilw. engl. Übersetzung)
- B. Kosovsky, Otsar Leschon ha-Tannaim. Concordantiae verborum quae in Mechilta d'Rabbi Ismael reperiuntur, 4 Bde., Jerusalem 1965-1969
- J. Neusner, A History of the Jews in Babylonia, 5 Bände, Leiden 1965-1970
- A. B. Hyman, The Sources of Yalkut Shimeoni, 2 Bde., Jerusalem 1965-1976 (hebräisch)