| Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.
Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ... Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten) |
How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida |
1952
Ereignisse
6. Oktober 1952: Wladimir Gussinski in Moskau geboren, russisch-jüdischer Medienmagnat und „Oligarch“; Gussinski war Theaterregisseur in Tula, später Gründer und Eigentümer der Most-Bank und Präsident der Medien-Holding Media-Most, zu der auch der Fernsehsender NTW gehörte. Der russische Präsident Putin liess sich von Gussinski bei seiner Wahl zum Präsidenten finanziell unterstützen, wandte sich aber bald danach gegen ihn. Gussinski gilt als einer wenigen Oligarchen, die nicht aus der ehemaligen sowjetischen Führungsschicht stammen. Der Schwarzhandel war schon zu Sowjetzeiten sein Metier, und er gilt als klassischer Entrepreneur. Er gründete Firmen in verschiedenen Branchen, seine Bank stieg zu einer der grössten Finanzinstitutionen Russlands auf, und er baute sich eines der mächtigsten Medienimperien auf. Zu mächtig in den Augen von Staatspräsident Putin, der ihn ausbootete. Gussinski wählte daraufhin den Weg ins israelische Exil. Der Mathematiker Gussinski entstammte einer jüdischen Familie, die stark unter der Sowjetherrschaft zu leiden hatte. Ein Grossvater, ein reicher Industrieller, wurde unter Stalin erschossen, und eine Grossmutter sass 10 Jahre in einem Gulag-Häftlingslager. Mit der beginnenden Liberalisierung ab Mitte der 80er Jahre ging Gussinski in die Provinz und machte sich einen Namen als Impresario. Er organisierte/produzierte Theaterstücke, veranstaltete Konzerttourneen in Sibirien und zog Sportveranstaltungen auf. Bekannt wurde er dann 1986, als er die Goodwill Games für den US-Milliardär und Besitzer des Mediensenders CNN, Ted Turner, in Moskau organisierte. Danach bekam er Probleme mit der KP, und seine Karriere stagnierte. 1987 gründete er eine der ersten Kooperativen im Lande und verdiente ein Vermögen mit Kupferarmbändern, die er für 3 Kopeken produzierte und für 5 Rubel verkaufte. Später produzierte er Kopien berühmter Kunstwerke, Damenwäsche und stieg in den Bau- und Immobilienbereich ein. Den grossen Durchbruch in die oberste Liga der Oligarchen schaffte Gussinski 1989 mit der Gründung seiner Most-Bank, konnte den Erfolg aber nicht durchhalten, ging mit der Bank dann in Konkurs, stieg gross ins Mediengeschäft ein und machte sich zunächst Jelzin, dann Putin zum Feind, der ihn auflaufen liess, so dass Gussinski wegen Zahlungsunfähigkeit auch in U-Haft kam und dort zur Unterzeichnung für ihn nachteiliger Verkäufe gepresst wurde. Nach seiner Freilassung flüchtete Gussinski ins Exil und versuchte, den unter Zwang unterzeichneten Vertrag anzufechten. Vergebens, ein russisches Gericht ordnete die Liquidierung von MediaMost an und übertrug grosse Teile an Gazprom. Eine der ersten Massnahmen des neuen Besitzers: die Entlassung zahlreicher kritischer Journalisten. Auch im Ausland verfolgten ihn die russischen Behörden. 2001 stand er einige Monate in Spanien unter Hausarrest. Ihm wurde Betrug vorgeworfen, doch die spanischen Behörden lieferten ihn nicht aus. 2003 wurde er erneut verhaftet, diesmal in Griechenland, doch auch die Griechen lieferten Gussinski, der auch die israelische Staatsbürgerschaft besitzt, nicht aus. Gussinski war jahrelang der Vorsitzende der jüdischen Gemeinden in Russland und hatte stets Kontakt zu israelischen Politikern, die ihn bei Moskaubesuchen regelmässig aufsuchten. Auch in Israel betätigt er sich geschäftlich. Er kaufte Anteile am israelischen Kabel-TV-Konzerns Matav (1997), den Nachrichtensender Israel Chadashot, Werbefirmen, Filmfirmen und Anteile an der führenden liberalen Tageszeitung Maariv (1998: 27 Prozent Anteil). Über seinen weltweiten Satellitensender RTVI beeinflusst er grosse Teile der russisch-(jüdischen) Emigranten auf der ganzen Welt, speziell in den USA und Israel. Da die russisch-stämmigen Israelis mittlerweile einen grossen Teil der jüdischen Bevölkerung in Israel ausmachen, ist Gussinski innerhalb weniger Jahre zu einem der wichtigsten Meinungsmacher in Israel aufgestiegen. Dabei hat Gussinski auch schon mehrfach die politischen Seiten gewechselt, zuletzt auf die Seite von Ministerpräsident Sharon. Im Dezember 2005 leitete die israelische Polizei Ermittlungen gegen Gussinski ein. Der Vorwurf: Geldwäsche. Zuletzt bekanntes Vermögen von Gussinski: 310 Mio. Dollar (laut Forbes) im Jahr 2004.
- 19.12.1952: Peter Stephan Jungk geboren in Santa Monica, Kalifornien, amerikanischer deutschsprachiger Schriftsteller, Sohn des Zukunftsforschers Robert Jungk; er ist Verfasser von Romanen, Essays und Drehbüchern, bei deren Verfilmung er teilweise selbst Regie führte; daneben übersetzt er aus dem Englischen; seit 1988 lebt er mit seiner Frau, der Fotografin Lillian Birnbaum, in Paris
Bücher
- J.-B. Frey, Corpus Inscriptionum Judaicarum II, Rom 1952
- B. Smalley, The Study of the Bible in the Middle Ages, Oxford 21952
- M.-Z. Segal, Parschanut ha-Miqra, Jerusalem 21952
- H. Albeck-H. Yalon, Schischa Sidre Mischna, 6 Bände, Jerusalem 1952-1958
- S. W. Baron, A Social and Religious History of the Jews (27 Bände, 2. Ausgabe 1952–1983)