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1895

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Ereignisse

  • 1895: 1895 gründeten Heinrich Loewe und Max Bodenheimer in Berlin den Verein jüdischer Studenten, der vor allem Mitglieder aus Russland und Polen anwarb.
  • 1895: Reichsverband der jüdischen Lehrervereine, gegründet 1895 zur Wahrung und Förderung der rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen der jüdischen Lehrer, Pflege der pädagogischen Aufgaben der jüdischen Schule; angeschlossen waren 7 Landes- und Provinzialvereine; Berlin C 25, Kaiserstrasse 29
  • 1895: In Frankreich wurde der Offizier Alfred Dreyfus nach einem Prozess mit antisemitischen Begleiterscheinungen zu Unrecht als Spion verurteilt. Diese Dreyfus-Affäre hat heftige Kontroversen provoziert und schliesslich den Anstoss zur Gründung der Zionistischen Weltbewegung gegeben. Man griff auch das von antisemitischer Seite gebrauchte Schlagwort vom „internationalen Weltjudentum“ auf und gründete von nun an tatsächlich regional übergreifende Organisationen zur Vertretung jüdischer Interessen. Die Dreyfus-Affäre zeigte, wie stark der Antisemitismus im französischen Militär und in der Justiz verankert war: Reaktionäre Offiziere und Richter, unterstützt von Monarchisten und strenggläubigen Katholiken, verurteilten den Hauptmann Alfred Dreyfus, Elsässer und Jude, aufgrund gefälschter Papiere wegen Landesverrats. Als die Fälschung bekannt wurde, verweigerte man ihm jahrelang die Rehabilitation. Journalisten wie Emile Zola, die sich öffentlich für Dreyfus einsetzten, wurden gerichtlich verfolgt. Die Affäre liess Theodor Herzl zu dem Schluss kommen, dass die Assimilation der Juden in Europa gescheitert und jüdisches Leben auf Dauer nur in einem eigenen jüdischen Staat möglich sei. Sein Buch „Der Judenstaat“ (1896) begründete den politischen Zionismus. Nachdem Dreyfus 1905 schliesslich rehabilitiert wurde, war der Antisemitismus in Frankreich gesellschaftlich und politisch diskreditiert. Nach dem ersten Weltkrieg flackerte er unter dem Einfluss von Charles Maurras nochmals kurz auf.
  • 16.6.1895: "Ich glaube, für mich hat das Leben aufgehört und die Weltgeschichte begonnen", Tagebucheintrag von Theodor Herzl. An diesem Tag stellte er sein Buch "Der Judenstaat" fertig. Zwei Jahre später fand der erste Zionistische Weltkongress in Basel statt.
  • 18.6.1895: "Den Juden ist vorläufig noch nicht zu helfen. Wenn Einer ihnen das gelobte Land zeigte, würden sie ihn verhöhnen. Denn sie sind verkommen. Dennoch weiss ich, wo es liegt: in uns. In unserem Kapital, in unserer Arbeit und in der eigenthümlichen Verbindung Beider, die ich ersonnen habe. Aber wir müssen noch tiefer herunterkommen, noch mehr beschimpft, angespuckt, verhöhnt, geprügelt, geplündert und erschlagen werden, bis wir für diese Idee reif sind" – Aus einem Brief Theodor Herzls an Baron Maurice de Hirsch, einen Tag nach Vollendung seines prophetischen Werkes "Der Judenstaat". Herzls Vision von der Notwendigkeit eines eigenen Staates für das jüdische Volk wurde von der Mehrheit seiner Zeitgenossen als verrückt abgetan.

Bücher

  • Kol Schire Adam u-Mikhal, 6 Bände, Wilna 1895

Zeitungen und Zeitschriften

1895 in Wikipedia


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