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1893

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Ereignisse

  • 1893: Im Jahr 1893 errangen beide Antisemitenparteien zusammen 18 Reichstagsmandate. 1894 vereinigten sie sich unter Führung Sonnenbergs und Oswald Zimmermanns – ohne Böckel und Ahlwardt – zur Deutschsozialen Reformpartei. Ihr Programm baute auf den Rassentheorien von Houston Stewart Chamberlain auf und redete von der Endlösung der Judenfrage. 1899 hiess es darin: „Dank der Entwicklung unserer modernen Verkehrsmittel dürfte die Judenfrage im Laufe des 20. Jahrhunderts zur Weltfrage werden und als solche von den anderen Völkern gemeinsam und endgültig durch völlige Absonderung und (wenn die Notwehr es gebietet) schliessliche Vernichtung des Judenvolkes gelöst werden“. 1898 gewann die Partei 13 Reichstagssitze. 1900 spaltete sie sich jedoch wieder an der Frage der Zusammenarbeit mit dem 1893 gegründeten Bund der Landwirte. Diesen hatten Aktivisten der Studentenvereine wie Diederich Hahn und Zeitungsverleger wie Otto Schmidt-Gibichenfels antisemitisch, christlich und monarchistisch ausgerichtet. Er wurde von den radikaleren Antisemiten daher als Anhängsel der Konservativen Partei betrachtet. Sie richteten ihren Nationalismus stärker gegen Adel, kirchliche und staatliche Konservative und die im Reichstag führende Nationalliberale Partei.
  • 1893: Als antisemitischer Verband gründete sich 1893 der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband für Angestellte und Handwerker. Er gewann rasch Einfluss auch unter evangelischen Jugendverbänden. Dort sah man Antisemitismus als einzige weltanschauliche Alternative zu Liberalismus und Sozialismus. Viele spätere Parteipolitiker gingen aus ihm hervor. Jedoch standen dort Sonderinteressen im Vordergrund. Dies veranlasste Böckel und Förster 1900 zur Bildung des nach dem Führerprinzip aufgebauten Deutschen Volksbundes, dessen Mitglieder 1907 aus der Deutschsozialen Reichspartei ausgeschlossen wurden.
  • 1893: 1893 bildeten liberale Bürger in Berlin den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (CV) zur Wahrung der staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung der deutschen Juden sowie zur Pflege „deutscher Gesinnung“. Doch hatten sie auf die generelle Entwicklung kaum Einfluss und suggerierten ihren Mitgliedern nur, doch irgendwie zur bürgerlichen Gesellschaft dazu zu gehören. Seit 1933 Ausbau zur Rechtsschutzorganisation. Ab 15.9.1935 „Centralverein der Juden in Deutschland“. 1935 ca. 40 000 Mitglieder in 16 Landesverbänden und 500 Ortsgruppen. Organ C.-V.-Zeitung (Allgemeine Zeitung des Judentums) seit 1922 (bis 1938; Wochenschrift; Leitung: Ludwig Holländer, Alfred Wiener, Alfred Hirschberg, Margarete Edelheim), vorher „Im Deutschen Reich“ (Monatsschrift, Berlin 1895-1921, Leitung: Alphonse Levy); zusätzlich wurde eine für nichtjüdische Leser gedachte "Monatsausgabe" rein apologetischen Charakters herausgegeben
  • 1893: Österreich-Ungarn: Luegers Parteifreund Ernst Schneider findet, Österreich leide an einem „contagiösen Geschwür“, an dem „die Völker und der österreichische Staat leider zugrunde gehen werden, wenn dieses Geschwür nicht beseitigt wird …: Es sind die Juden“. Er forderte später in Niederösterreich als Ergänzung für ein Gesetz über die Tötung von Raubvögeln analoge Prämien für die Erschiessung von Juden. Die Einigung der Antisemiten misslang erneut: Die konservativen Katholiken wollten eher die Habsburger Monarchie retten, während die deutschnationalen „Demokraten“ ein antiklerikales grossdeutsches Reich anstrebten. Dabei behauptete sich der „gemässigte“ christlich-soziale Flügel: Schindler verfasste 1895 das Parteiprogramm der CSP, das die Ausbeutung angriff, „sie komme woher sie immer wolle“. Rassistischer Judenhass wurde abgelehnt; man wolle nicht das Judentum als Religion, aber den „Talmudismus“ und die mit dem Liberalismus gleichgesetzten „Reformjuden“ bekämpfen. Der Papst segnete dies mit der Auflage ab, antisemitische Ausfälle zu unterlassen. Daraufhin musste Kaiser Franz Joseph Karl Lueger 1897 schliesslich als Bürgermeister von Wien bestätigen. Mit Lueger war keine eindeutige Abgrenzung der CSP vom Rassen-Antisemitismus möglich. Dies galt aber auch für „Theologen“ wie August Rohling, dessen in 17 Auflagen verbreitetes Pamphlet „Der Talmudjude“ (Münster 1871) den Antisemiten jahrzehntelang religiöse Argumente lieferte. Er wollte mit teilweise gefälschten Auszügen beweisen, dass der Talmud erlaube, „ … alle Nichtjuden auf jede Weise auszubeuten, sie physisch und moralisch zu vernichten, Leben, Ehre und Eigenthum derselben zu verderben, offen und mit Gewalt, heimlich und meuchlings; - das darf, ja soll, wenn er kann, der Jude von Religions wegen befolgen, damit er sein Volk zur irdischen Weltherrschaft bringe“. August Rohling hatte keine Mühe damit, seine wissenschaftliche Skrupellosigkeit offen einzuräumen. In der zweiten Auflage des Werks wies er jede Kritik zurück, „weil es mir zu irrelevant ist nachzuschlagen“. Auf Rohling beriefen sich Antisemiten in politischen Versammlungen, u. a. der Wiener Handwerker Franz Holubek 1882: „Wisst Ihr, was in diesem Buch steht? Die Wahrheit! Und wisst Ihr, wie Ihr in diesem Buch bezeichnet seid? Als eine Horde von Schweinen, Hunden und Eseln!“ Dies löste Tumulte aus. Holubek wurde wegen Störung der öffentlichen Ordnung angeklagt, doch freigesprochen, nachdem sein Verteidiger Robert Pattai vor Gericht aus Rohlings Buch zitierte. Als Rohling als Prozessgutachter zudem den Ritualmord als für Juden „ausserordentlich heilige Handlung“ darstellte, warf ihm der junge Rabbiner (Bezirksrabbiner in Floridsdorf bei Wien) und österreichische Reichsratsabgeordnete Dr. Joseph Samuel Bloch öffentlich (u. a. durch zwingend argumentierende und geistreich geschriebene Zeitungsartikel) Bereitschaft zum Meineid vor (ebenfalls taten dies die Wiener Rabbiner Moritz Güdemann und Adolf Jellinek). Rohling musste reagieren und zeigte ihn an; um das Verfahren zu ermöglichen, hob der Reichsrat Blochs Immunität auf. Sein (christlicher) Verteidiger, Dr. Josef Kopp, Hof- und Gerichtsadvokat und Abgeordneter des niederösterreichischen Landtags und des österreichischen Reichsrats, erreichte in zähen Verhandlungen die Zulassung von zwei ausländischen Gutachten zum Talmud (des Strassburger Orientalisten Theodor Nöldecke und des Dresdner protestantischen Theologen August Wünsche). Darauf zog Rohling, dem die Lügenhaftigkeit seiner Pamphlete wohl klar sein musste, seine Klage vor Beginn der Hauptverhandlung im letzten Moment zurück. Er musste die Prozesskosten tragen und verlor seine Professur für Bibelstudium. Gleichwohl blieben seine Thesen und die Ritualmordlegende unter Österreichs Katholiken lebendig. Im Übrigen führte Rohling seine Schmutzkampagne auf anderen Wegen auch weiter. Der Wiener Pfarrer Joseph Deckert (1843-1901) verglich 1893 in einem Predigtzyklus „Türkennot und Judenherrschaft“ und verteilte gratis Broschüren, die den Ritualmord an Simon von Trient anhand von „Akten“ des Jahres 1475 zu beweisen angaben. Er beauftragte den Konvertiten Paulus Mayer für ein Monatsgehalt von 100 Gulden, ihm eine Schrift zu liefern, die den Ritualmord nach kabbalistischen und talmudischen Lehren „belegen“ sollte. Nach einer Vorabveröffentlichung zeigte Bloch Deckert, Mayer und den Herausgeber des „Vaterlands“ an: Im Prozess wurden alle drei zu Haft bzw. Geldbussen verurteilt. Dies hinderte Deckert nicht, seine Hetze mit „antisemitischen Konferenzreden“ und „Schmähschriften“ (1894-98) fortzusetzen. Darin hiess es z. B.: „Darum, die Augen auf, mein christliches Volk, erkenne den ältesten und gefährlichsten Feind Deiner Religion; … wehre Dich Deines Glaubens; Du wirst dadurch auch Deine irdische Wohlfahrt sichern. Amen“. Deckert wurde 1896 vom Wiener Ordinariat verwarnt und erklärte daraufhin, Bloch habe ihn „in den Antisemitismus hineingehetzt“. Doch er hatte sich schon 1895 mit Karl Lueger solidarisiert: „Nicht gegen die Religion der Juden ist der Antisemitismus gerichtet, obwohl der Talmud die Grundlage und das Grundübel des Judentums bildet … sondern gegen die Rasse, insofern sie sich allen Nichtjuden, besonders aber den christlichen Ariern feindlich erwiesen hat und noch erweist. Darum hat der Rassenantisemitismus Berechtigung …“. Als Bürgermeister Wiens war Lueger allzu radikale Hetze unangenehm. Antisemitismus sei ein „sehr gutes Agitationsmittel, um in der Politik hinaufzukommen, wenn man aber einmal oben ist, kann man ihn nicht mehr brauchen, denn das ist ein Pöbelsport!“ Diesen „Sport“ trieb er vor 1914 vor allem gegen die „rote Judenschutztruppe“ der aufstrebenden Sozialdemokratie weiter. – Übrigens hatten Prof. Nöldecke Rohlings Talmud-"Übersetzung" "eine Gemeinheit" und Prof. H. L. Strack sie "eine seltene Vereinigung von Unwissenheit, verblendetem Hass und Böswilligkeit" genannt
  • 1893: Eröffnung des Rabbinerseminars in Wien: Israelitisch-Theologische Lehranstalt, Dozenten u. a. A. Schwarz, D. H. Müller, S. Krauss
  • 1893: Schächtverbot in der Schweiz (in der Verfassung verankert bis 1973). Vorhergegangen war 1892 eine Volksinitiative für ein Verbot des Schächtens, also den in der Tora vorgeschriebenen Brauch, für koscheres Fleisch ein Tier durch Halsader- und Luftröhrenschnitt ausbluten zu lassen. Daraufhin verbot die Bundesverfassung von 1893 Juden das Schächten generell, behinderte also massiv ihre Religionsausübung. In der Debatte darum kam es zu einer verstärkten Publikation von antisemitischen Schriften. Diese Haltung war aber nicht einheitlich. In der französischen Schweiz war die Bevölkerung mehrheitlich tolerant gegenüber Juden.
  • 2.3.1893-11.6.1945: Elijahu Golomb, Führer der jüdischen Verteidigung Palästinas, „Chefarchitekt" der Haganah, der geheimen militärischen Verteidigungsorganisation des Jischuw zwischen 1920 und 1948; - 1909 verliess Elijahu Golomb seine Heimat in Wolkowsik, Weissrussland, und kam in das damals unter türkischer Herrschaft stehende Palästina. Gemeinsam mit Moshe Sharett gehörte er zu den ersten Absolventen des Herzlgymnasiums in Tel Aviv. Er rief landwirtschaftliche Vorbereitungskurse ins Leben und arbeitete im Kibbutz Degania Alef. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, lehnte es Golomb ab, dass sich Juden als Offiziere in der türkischen Armee einschrieben, und bestand stattdessen auf der Gründung einer unabhängigen jüdischen Streitkraft. 1918 war er einer der Gründer der Jüdischen Legion, von der er hoffte, sie werde die Grundlage für eine permanente offizielle jüdische Miliz bilden. Nach der Auflösung der Legion wurde er Mitglied jenes Komitees, das mit der Organisation der Haganah betraut wurde. 1920 sandte er Unterstützung für die Verteidiger des nördlichen Aussenpostens Tel Chai. Golomb war nicht der Ansicht, Verteidigung solle Angelegenheit einer kleinen Elite sein, sondern forderte, sie sei die Angelegenheit des ganzen Volkes. 1922 wurde er ins Ausland geschickt, um Waffen für die Haganah zu kaufen; bis 1924 organisierte er die europäische Pionierjugend. Während der arabischen Aufstände 1936 bis 1939 initiierte er die „Feldeinheiten" (Pelugot Sadeh), die sich den arabischen Terroristen im Kampf stellten. Golomb unterstützte aktive Verteidigung und Vergeltungsschläge, lehnte jedoch Repressalien gegenüber der arabischen Bevölkerung ab. Obwohl er im Zweiten Weltkrieg die jüdische Beteiligung an der britischen Armee und die Einsätze jüdischer Agenten im von den Nazis besetzten Europa befürwortete, vergass Golomb niemals das Ziel der Entfernung der britischen Mandatsmacht aus Palästina. Er war Mitgründer der Palmach und bildete viele ihrer zukünftigen Kommandanten aus, die später auch in den Israelischen Verteidigungsstreitkräften dienten. Golomb lehnte die beiden dissidenten Organisationen Etzel und Lechi ab, jüdischen Terrorismus hat er verabscheut, aber „von Anfang an verstand Golomb die Notwendigkeit, die Haganah auf ihre schliessliche Rolle im Kampf um die Unabhängigkeit vorzubereiten. Für ihn war die Haganah immer der Kern einer jüdischen Armee, die das Recht der Juden, nach Palästina zu kommen, zu verteidigen hatte … Er formte die Haganah zu einem wahren Instrument der nationalen Wiedergeburt … Er war unser Kommandant - der Chef der Haganah von 1931 bis zu seinem Tod 1945. Er hat den Staat Israel nicht mehr erlebt, und sein Fehlen in den ersten Jahren Israels war für uns alle ein grosser und ständiger Verlust ... denn Golomb gehörte zu den wirklichen Staatsgründern" (Golda Meir)
  • 22.8.1893-7.6.1967: Dorothy Parker (geb. Rothschild), geb. in Long Branch (New Jersey), gest. in New York; US-amerikanische Schriftstellerin, Theater- und Literaturkritikerin, schrieb satirische Kurzgeschichten, insbesondere über das Leben der Frauen in der High Society der 1920er und 1930er Jahre, Gedichte und Kritiken, auch Drehbücher und den Text des Musicals „Candiae“ 1956; sie wurde zu den bedeutendsten Autorinnen ihrer Zeit gerechnet; in ihren Texten thematisiert sie den Geschlechterkampf anhand von Szenen aus dem Leben verschiedener Frauen aller Bildungsschichten sowie die gesellschaftliche Stellung von Minderheiten; sie wurde als Tochter einer schottischen Mutter und eines deutsch-jüdischen Vaters in New Jersey geboren; sehr früh verlor sie ihre Familie; als sie vier Jahre alt war, starb ihre Mutter; ihr Vater, der erneut geheiratet hatte, starb 1913, nachdem seine zweite Ehefrau 1902 verstorben war; 1912 kam ihr Onkel, Martin Rothschild, an Bord der Titanic ums Leben; Dorothys Erziehung fand in Privatschulen in New Jersey und New York statt, wohin sie 1911 umzog; zunächst verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Klavierspielerin in einer Tanzschule; früh begann sie zu schreiben, und mit 21 begann sie ihre Manuskripte bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften einzureichen; das Gedicht Any Porch wurde schliesslich 1916 von Vanity Fair veröffentlicht, einer Zeitschrift, bei der sie zwei Jahre später als Kritikerin angestellt wurde; zwischenzeitlich arbeitete sie auch für Vogue; 1917 heiratete sie Edwin Pond Parker, einen Wallstreet-Börsenmakler, doch sie wurden sofort durch den Ersten Weltkrieg getrennt; sie machte sich einen Namen als einzige weibliche Theaterkritikerin New Yorks und war im Frühjahr 1919 zusammen mit ihren Freunden Robert Benchley und Robert Sherwood unter den Gründungsmitgliedern des später berühmten literarischen Zirkels im Algonquin Hotel in Manhattan; weitere Teilnehmer waren Franklin Pierce Adams, Alexander Woollcott, Harold Ross, James Thurber, George Kaufman und viele andere; Dorothy Parker wurde dort durch ihren Sarkasmus, ihre Ironie und ihre scharfzüngige Schlagfertigkeit zur Legende; 1920 wurde sie von Vanity Fair gefeuert, nachdem der beissende Sarkasmus ihrer Kritiken nicht mehr tragbar schien; nach einem Intermezzo beim Film, wo sie Untertitel verfasste, um Geld zu verdienen, fand sie eine Anstellung bei der Zeitschrift Ainslee's, die ihr vollkommene Freiheit bei ihren Texten liess; 1922 erschien ihre erste Kurzgeschichte, Such a Pretty Little Picture, die den Anfang ihrer Karriere als Schriftstellerin markierte; 1924 trennte sie sich von Edwin Parker und wohnte von nun an im Algonquin Hotel; neben Kurzgeschichten begann sie auch Theaterstücke zu schreiben und war unter den ersten Autoren des "New Yorker", der Anfang 1925 zum ersten Mal erschien; bei einer Reise nach Paris im Jahr 1926 lernte sie Ernest Hemingway kennen, mit dem sie sich anfreundete, obwohl ihre Ansichten zur Stellung von Frauen in der Gesellschaft sehr verschieden waren; sie schrieb weiterhin Theaterkritiken und Gedichte für den New Yorker und das Life-Magazin; ihr erster Gedichtband wurde 1926 unter dem Titel Enough Rope veröffentlicht; er bekam sehr gute Kritiken und wurde ein kommerzieller Erfolg; 1927 begann sie sich politisch zu engagieren; sie begeisterte sich für den Sozialismus und begann sich für die Rechte von Unterpriviligierten einzusetzen; im Oktober 1927 wurde sie die Literaturkritikerin des New Yorker und bekam ihre eigene Kolumne mit dem Titel The Constant Reader, die sie bis 1933 behielt; 1928 erfolgte die offizielle Scheidung von Edwin Parker; 1929 erschien die Kurzgeschichte Big Blonde, welche mit dem O. Henry-Preis als „Beste Kurzgeschichte des Jahres“ ausgezeichnet wurde; gegen Ende des Jahres 1929 zog Dorothy Parker nach Hollywood und unterschrieb einen Vertrag bei MGM als Drehbuchautorin; während der folgenden zehn Jahre schrieb sie mehrere Drehbücher, viele zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, Alan Campbell, den sie 1933 bei einer Europareise kennengelernt hatte; gemeinsam mit Robert Carson erhielten sie 1937 eine Oscar-Nominierung für das Drehbuch zu dem Film Ein Stern geht auf; während sie am Drehbuch für das Jeanette MacDonald-Musical Sweethearts arbeitete, soll sie aus einem Fenster im Writer's Building gerufen haben: Let me out. I am as sane as you are. - 1937 engagierte sich Dorothy Parker als politische Korrespondentin im Spanischen Bürgerkrieg; in den 1940er Jahren schrieb sie weiterhin Kurzgeschichten, die in verschiedenen Magazinen und von Viking Press in Form einer Anthologie veröffentlicht wurden; ihre Ehe mit Alan Campbell wurde 1947 geschieden, sie heirateten 1950 jedoch erneut und lebten mehr oder weniger eng zusammen bis zum Tod von Alan Campbell 1963; in den 1950er Jahren, während der McCarthy-Ära, wurde sie als Kommunistin verdächtigt und mehrfach vom FBI verhört; dadurch geriet sie auf eine Schwarze Liste der Hollywood-Studios und konnte keine Drehbücher mehr schreiben; ihre letzte Kurzgeschichte wurde 1964 in der November-Ausgabe der Zeitschrift Esquire veröffentlicht; am 7. Juni 1967 starb sie einsam in ihrem New Yorker Hotelzimmer an einem Herzinfarkt; anlässlich ihres Todes widmete das Time Magazine ihr eine ganze Seite; ihren Nachlass vermachte sie Martin Luther King und der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP); Werkauswahl: Enough Rope (1926); Sunset Gun (1928); Laments for the Living (1930); Death and Taxes (1931); After Such Pleasures (1933); Collected Poems: Not So Deep as a Well (1936)
  • 13.11.1893-13.10.1974: Reuben Rubin, israelischer Künstler. - Obwohl Rubin in Rumänien geboren wurde und in Paris und Rumänien Kunst studierte, ist er doch in vielerlei Hinsicht ein ausgesprochen israelischer Künstler. Rubin kam 1912 erstmals nach Palästina und studierte ein Jahr an der Bezalel Kunstakademie in Jerusalem, ein Jahr der Fehlschläge. Als der frühere Student 1922 zurückkehrte, war er 29 Jahre alt und bereits berühmt. Seine Ausstellung in New York hatte ihm ansehnliche Beachtung eingebracht. 1924 entstand eine Serie von zwölf Holzschnitten "Auf der Suche nach Gott", die stilistisch einerseits an den deutsche Expressionismus erinnern, andererseits an den Schweizer Künstler Hodler. Eine Einzelausstellung wurde am 9. April im Davidturm Museum eröffnet und später auch im Herzl Gymnasium in Tel Aviv gezeigt. Die Ausstellung wurde von Lesungen, Artikeln und Parties begleitet. Die Kunstkritik ehrte Rubins Bilder als grosse Innovation. Für das riesige Triptychon "Erste Früchte" (auch "Erste Pioniere") wurde ein nationales Komitee gebildet, das Geld für den Ankauf des Werkes durch die Nationalbibliothek sammelte. Rubin war glücklich, in diesen frühen Tagen in Eretz Israel präsent sein zu können. Die Herausforderung, etwas aus dem Nichts zu schaffen, die Wildnis zu zähmen. Rubin schlug in den Dünen von Tel Aviv ein Zelt auf und eröffnete sein Atelier. Rubins Kunst wurde bald zur Chronik des Landes. Die ersten Bilder Rubins in Palästina waren so primitiv wie das Land selbst. Seine Farben sind die Farben des Landes, des Mittelmeeres, des Lichts und der Sonne. Die Liebe zu Eretz Israel steht an erster Stelle. Stark vom Werk des Franzosen Henry Rousseau beeinflusst (Das 1929 entstandene Porträt Achad Ha Ams malte er vor einem Hintergrund exotischer Pflanzen im Rousseau'schen Stil), wollte er dessen Stil mit östlichen Nuancen verbinden. Daher kam auch seine Gewohnheit, seinen Vornamen mit hebräischen und seinen Familiennamen mit lateinischen Buchstaben zu schreiben. 1932 wurde das Tel Aviver Kunstmuseum durch eine Reihe von Einzelausstellungen eröffnet. Eine gehörte Reuven Rubin. Zu Rubins denkwürdigsten Werken gehören seine Bilder des Jischuw, vor allem seine Landschaften und seine israelischen Arbeiter. Er malte Tel Aviv in den verschiedenen Stadien der Stadtentwicklung, Galiläa und die Hügel mit den Olivenbäumen, Araber und Jemeniten, Dichter und Milchverkäufer, Wüsten und Blumen, Liebende und Freunde, seine Vergangenheit und seine Träume. Auch biblische Themen tauchen oft in seinem Werk auf. 1948 zeigte Rubin den Kopf eines Palmachkämpfers als archetypischen biblischen Helden und als "Sabre", als Frucht der Feigenkakteen: aussen grün und innen rot. Sein Haus in Caesarea schmückte eine Metallskulptur, die den Kampf Jakobs mit dem Engel darstellt, Symbol des Kampfes des Menschen gegen sich selbst. Wo immer oder was immer er malte, er wurde als israelischer Künstler wahrgenommen. In einem Bild, das den Harlem River in New York darstellt, säumen "israelische" Bäume den Pfad, und die Steinmauer einer Brücke könnte sich genauso gut in Jerusalem befinden wie in New York. 1948, kurz nach der Staatsgründung, wurde Rubin von Ben Gurion gebeten, der erste israelische Botschafter in Rumänien zu werden. "Ich kenne mich mit dem Botschafter-Sein nicht aus", antwortete Rubin, "ich bin ein Maler." "Ich weiss auch nicht, was es bedeutet, Ministerpräsident zu sein", antwortete Ben Gurion. Rubin verbrachte eineinhalb Jahre in Rumänien, wo seine diplomatischen Pflichten seine ganze Zeit beanspruchten. Ben Gurions Wahl stellte sich als richtig heraus: Rubin gelang es, tausende rumänische Juden nach Israel zu bringen. Olivenbäume und Granatäpfel, beides "geborene" Israelis, tauchen immer wieder in Rubins Bildern auf. Die Tore seines Wochenendhauses in Caesarea grüssten die Besucher mit schmiedeeisernen Granatäpfeln. Er verpflanzte zwei Olivenbäume in seinen Garten. Einer bildete mit seinen Ästen den hebräischen Buchstaben "Schin", der erste Buchstabe des Wortes "Schalom" - "Frieden". 1969 erschien Reuven Rubins Autobiographie "Mein Leben - meine Kunst". 1973 wurde er für seine künstlerischen Leistungen mit dem Israel Preis ausgezeichnet. 1974, kurz vor seinem Tod, unterschrieb Rubin ein Abkommen mit der Stadt Tel Aviv, dass sein Tel Aviver Heim in ein Museum umgewandelt wird. Im Rubin-Haus sind 45 seiner Gemälde zu sehen, es enthält eine biographische Ausstellung, Dokumente und Photographien. Im dritten Stock befindet sich Rubins Atelier, so, als ob er es gerade verlassen hätte.
  • 1.12.1893-22.5.1939: Ernst Toller, geb. in Samotschin, Posen; Suizid in New York (in einem Zimmer des Mayflower-Hotels am Central Park wegen unerträglicher psychischer Probleme, schon seit Jahren hatte er immer, wenn er auf Reisen ging, einen Strick im Koffer eingepackt; am 28. Mai 1939 wurde Ernst Toller im Krematorium in Ardsley N.Y. eingeäschert; seine Asche wurde jahrelang von niemandem abgeholt und wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt in einem schlichten Sammelurnengrab billigster Ausführung bestattet); expressionistischer Dramatiker, Politiker und Revolutionär; der jüngste Sohn des Getreidegrosshändlers Mendel (manchmal auch: Max) Toller und dessen Ehefrau Charlotte Cohn (nachdem sein Vater bereits 1911 gestorben war, führte seine Mutter das familiäre Geschäft weiter und konnte sogar expandieren; zu Beginn des Kriegs wurde der Fa. Toller die Versorgung der Stadt Bochum mit Kartoffeln übertragen; zum Vertragsabschluss reiste fast der gesamte Stadtrat Bochums nach Samotschin); im ersten Weltkrieg als Freiwilliger schwer verwundet; Wandlung zum leidenschaftlichen Kriegsgegner; nach dem Krieg Studium in München und Heidelberg; in Berlin lernte er Kurt Eisner kennen, dem er nach München folgte; nach der Ermordung Eisners Vorsitzender der bayerischen Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD); erhielt 1919 wegen Beteiligung an der bayerischen Räterepublik 5 Jahre Festungshaft (sein ehemaliger Lehrer Max Weber hatte im Prozess für ihn ausgesagt, so dass ihm wohl das Todesurteil erspart blieb), emigrierte 1933, im selben Jahr ausgebürgert, lebte ab 1936 in den USA; beklagte die Knechtung des Menschen im Maschinenzeitalter, verfasste Dramen (u. a. "Masse Mensch", 1920), Lyrik und die Autobiografie "Eine Jugend in Deutschland" (1933); im Einzelnen: "Die Wandlung", 1919; "Die Maschinenstürmer", 1922; "Der deutsche Hinkemann", 1923; "Des Gefangenen Schwalbenbuch", 1924; "Hoppla, wir leben", 1927; "Feuer aus den Kesseln", 1930; "Die blinde Göttin", 1933; "Nie wieder Friede", 1934; "Briefe aus dem Gefängnis", 1935; "Pastor Hall", 1939 (Drama, englisch); 6 Bände Gesammelte Werke, 1978 f.

Bücher

  • S. Buber (Hrsg.), Midrasch Mischle, Wilna 1893
  • S. Buber (Hrsg.), Midrasch Samuel, Krakau 1893
  • M. Steinschneider, Hebräische Übersetzungen des Mittelalters, Berlin 1893
  • J. Derenbourg, Oeuvres complètes de R. Saadja bar Josef Al-Fayyoûmî, Paris 1893-1899 (arabischer Bibeltext und Übersetzung)

Zeitungen und Zeitschriften

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