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1893
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Ereignisse
- 1.12.1893-22.5.1939: Ernst Toller, geb. in Samotschin, Posen; Suizid in New York (in einem Zimmer des Mayflower-Hotels am Central Park wegen unerträglicher psychischer Probleme, schon seit Jahren hatte er immer, wenn er auf Reisen ging, einen Strick im Koffer eingepackt; am 28. Mai 1939 wurde Ernst Toller im Krematorium in Ardsley N.Y. eingeäschert; seine Asche wurde jahrelang von niemandem abgeholt und wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt in einem schlichten Sammelurnengrab billigster Ausführung bestattet); expressionistischer Dramatiker, Politiker und Revolutionär; der jüngste Sohn des Getreidegrosshändlers Mendel (manchmal auch: Max) Toller und dessen Ehefrau Charlotte Cohn (nachdem sein Vater bereits 1911 gestorben war, führte seine Mutter das familiäre Geschäft weiter und konnte sogar expandieren; zu Beginn des Kriegs wurde der Fa. Toller die Versorgung der Stadt Bochum mit Kartoffeln übertragen; zum Vertragsabschluss reiste fast der gesamte Stadtrat Bochums nach Samotschin); im ersten Weltkrieg als Freiwilliger schwer verwundet; Wandlung zum leidenschaftlichen Kriegsgegner; nach dem Krieg Studium in München und Heidelberg; in Berlin lernte er Kurt Eisner kennen, dem er nach München folgte; nach der Ermordung Eisners Vorsitzender der bayerischen Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD); erhielt 1919 wegen Beteiligung an der bayerischen Räterepublik 5 Jahre Festungshaft (sein ehemaliger Lehrer Max Weber hatte im Prozess für ihn ausgesagt, so dass ihm wohl das Todesurteil erspart blieb), emigrierte 1933, im selben Jahr ausgebürgert, lebte ab 1936 in den USA; beklagte die Knechtung des Menschen im Maschinenzeitalter, verfasste Dramen (u. a. "Masse Mensch", 1920), Lyrik und die Autobiografie "Eine Jugend in Deutschland" (1933); im Einzelnen: "Die Wandlung", 1919; "Die Maschinenstürmer", 1922; "Der deutsche Hinkemann", 1923; "Des Gefangenen Schwalbenbuch", 1924; "Hoppla, wir leben", 1927; "Feuer aus den Kesseln", 1930; "Die blinde Göttin", 1933; "Nie wieder Friede", 1934; "Briefe aus dem Gefängnis", 1935; "Pastor Hall", 1939 (Drama, englisch); 6 Bände Gesammelte Werke, 1978 f.
- 1893-1974: Reuben Rubin, israelischer Künstler. - Obwohl Rubin in Rumänien geboren wurde und in Paris und Rumänien Kunst studierte, ist er doch in vielerlei Hinsicht ein ausgesprochen israelischer Künstler. Rubin kam 1912 erstmals nach Palästina und studierte ein Jahr an der Bezalel Kunstakademie in Jerusalem, ein Jahr der Fehlschläge. Als der frühere Student 1922 zurückkehrte, war er 29 Jahre alt und bereits berühmt. Seine Ausstellung in New York hatte ihm ansehnliche Beachtung eingebracht. 1924 entstand eine Serie von zwölf Holzschnitten "Auf der Suche nach Gott", die stilistisch einerseits an den deutsche Expressionismus erinnern, andererseits an den Schweizer Künstler Hodler. Eine Einzelausstellung wurde am 9. April im Davidturm Museum eröffnet und später auch im Herzl Gymnasium in Tel Aviv gezeigt. Die Ausstellung wurde von Lesungen, Artikeln und Parties begleitet. Die Kunstkritik ehrte Rubins Bilder als grosse Innovation. Für das riesige Triptychon "Erste Früchte" (auch "Erste Pioniere") wurde ein nationales Komitee gebildet, das Geld für den Ankauf des Werkes durch die Nationalbibliothek sammelte. Rubin war glücklich, in diesen frühen Tagen in Eretz Israel präsent sein zu können. Die Herausforderung, etwas aus dem Nichts zu schaffen, die Wildnis zu zähmen. Rubin schlug in den Dünen von Tel Aviv ein Zelt auf und eröffnete sein Atelier. Rubins Kunst wurde bald zur Chronik des Landes. Die ersten Bilder Rubins in Palästina waren so primitiv wie das Land selbst. Seine Farben sind die Farben des Landes, des Mittelmeeres, des Lichts und der Sonne. Die Liebe zu Eretz Israel steht an erster Stelle. Stark vom Werk des Franzosen Henry Rousseau beeinflusst (Das 1929 entstandene Porträt Achad Ha Ams malte er vor einem Hintergrund exotischer Pflanzen im Rousseau'schen Stil), wollte er dessen Stil mit östlichen Nuancen verbinden. Daher kam auch seine Gewohnheit, seinen Vornamen mit hebräischen und seinen Familiennamen mit lateinischen Buchstaben zu schreiben. 1932 wurde das Tel Aviver Kunstmuseum durch eine Reihe von Einzelausstellungen eröffnet. Eine gehörte Reuven Rubin. Zu Rubins denkwürdigsten Werken gehören seine Bilder des Jischuw, vor allem seine Landschaften und seine israelischen Arbeiter. Er malte Tel Aviv in den verschiedenen Stadien der Stadtentwicklung, Galiläa und die Hügel mit den Olivenbäumen, Araber und Jemeniten, Dichter und Milchverkäufer, Wüsten und Blumen, Liebende und Freunde, seine Vergangenheit und seine Träume. Auch biblische Themen tauchen oft in seinem Werk auf. 1948 zeigte Rubin den Kopf eines Palmachkämpfers als archetypischen biblischen Helden und als "Sabre", als Frucht der Feigenkakteen: aussen grün und innen rot. Sein Haus in Caesarea schmückte eine Metallskulptur, die den Kampf Jakobs mit dem Engel darstellt, Symbol des Kampfes des Menschen gegen sich selbst. Wo immer oder was immer er malte, er wurde als israelischer Künstler wahrgenommen. In einem Bild, das den Harlem River in New York darstellt, säumen "israelische" Bäume den Pfad, und die Steinmauer einer Brücke könnte sich genauso gut in Jerusalem befinden wie in New York. 1948, kurz nach der Staatsgründung, wurde Rubin von Ben Gurion gebeten, der erste israelische Botschafter in Rumänien zu werden. "Ich kenne mich mit dem Botschafter-Sein nicht aus", antwortete Rubin, "ich bin ein Maler." "Ich weiss auch nicht, was es bedeutet, Ministerpräsident zu sein", antwortete Ben Gurion. Rubin verbrachte eineinhalb Jahre in Rumänien, wo seine diplomatischen Pflichten seine ganze Zeit beanspruchten. Ben Gurions Wahl stellte sich als richtig heraus: Rubin gelang es, tausende rumänische Juden nach Israel zu bringen. Olivenbäume und Granatäpfel, beides "geborene" Israelis, tauchen immer wieder in Rubins Bildern auf. Die Tore seines Wochenendhauses in Caesarea grüssten die Besucher mit schmiedeeisernen Granatäpfeln. Er verpflanzte zwei Olivenbäume in seinen Garten. Einer bildete mit seinen Ästen den hebräischen Buchstaben "Schin", der erste Buchstabe des Wortes "Schalom" - "Frieden". 1969 erschien Reuven Rubins Autobiographie "Mein Leben - meine Kunst". 1973 wurde er für seine künstlerischen Leistungen mit dem Israel Preis ausgezeichnet. 1974, kurz vor seinem Tod, unterschrieb Rubin ein Abkommen mit der Stadt Tel Aviv, dass sein Tel Aviver Heim in ein Museum umgewandelt wird. Im Rubin-Haus sind 45 seiner Gemälde zu sehen, es enthält eine biographische Ausstellung, Dokumente und Photographien. Im dritten Stock befindet sich Rubins Atelier, so, als ob er es gerade verlassen hätte.
Bücher
- S. Buber (Hrsg.), Midrasch Mischle, Wilna 1893
- S. Buber (Hrsg.), Midrasch Samuel, Krakau 1893
- M. Steinschneider, Hebräische Übersetzungen des Mittelalters, Berlin 1893
- J. Derenbourg, Oeuvres complètes de R. Saadja bar Josef Al-Fayyoûmî, Paris 1893-1899 (arabischer Bibeltext und Übersetzung)
Zeitungen und Zeitschriften