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1892
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Ereignisse
- 28.1.1892-30.11.1947: Ernst Lubitsch, deutsch-jüdischer Filmregisseur, geb. in Berlin als Sohn des jüdischen Damenschneiders Ssimcha (Simon) Lubitsch und dessen Frau Anna, geb. Lindenstaedt; gest. in Hollywood; machte zunächst eine Lehre als Stoffhändler; Schauspieler bei Max Reinhardt; da Lubitsch keine geeigneten Rollen für sich findet, schreibt er gemeinsam mit Freunden eine Serie von Einaktern (darunter "Fräulein Seifenschaum" von 1914), die er inszeniert und in denen er gleichzeitig die Hauptrolle spielt; er inszenierte dann mit Pola Negri, Henny Porten und Emil Jannings die ersten UFA-Grossfilme im Deutschen Reich: „Carmen“, 1918 (eine spannende Dreiecksgeschichte); „Die Augen der Mumie Ma“, 1918 (ein Abenteuerstreifen um eine junge Araberin); „Austernprinzessin“, 1919; „Madame Dubarry“, 1919 (darin spielt Pola Negri jene einfache Näherin, die zur Mätresse Ludwigs XV. aufsteigt und während der Französischen Revolution hingerichtet wird); „Die Puppe“, 1919; „Anna Boleyn“, 1921 (in dem Historienfilm spielt Henny Porten die Ehefrau des englischen Königs Heinrich VIII., dieser verkörpert von Emil Jannings, um derentwillen Heinrich mit dem Papst - der ihm die Scheidung von seiner Frau Katharina verweigert - bricht und die anglikanische Kirche begründet; da Anna ihm keinen Thronerben schenkt, wendet sich der Monarch von ihr ab und lässt sie unter dem Vorwurf des Ehebruchs hinrichten); 1922 Heirat mit der Schauspielerin Helene Kraus; 1923 Übersiedlung in die USA; ab 1924: Eine Reihe von Gesellschaftskomödien (darunter "The Marriage Circle" und "So is Paris") entsteht, deren Sujets vorwiegend aus der europäischen Literatur stammen; die Filme, hauptsächlich Dreiecksgeschichten, weisen einen engen stofflichen und stilistischen Zusammenhang auf; mit Rücksicht auf die strenge Zensur entwickelt Lubitsch eine ironische Technik der Andeutungen, Aussparungen und des indirekten Kommentars, die als "Lubitsch Touch" in die Filmgeschichte eingeht und mit der er die weitere Entwicklung der amerikanischen Filmkomödie stark prägt; 1929 erster Tonfilm „The Love Parade“; 1930 Scheidung von seiner Frau und Heirat mit der Künstleragentin Vivian Gaye (eigentlich: Sania Bezencenet), von der er 1943 geschieden wird, aus der Ehe geht eine Tochter hervor; 1935 Produktionschef von Paramount (1938 Wechsel zu MGM); ab 1937 enge Zusammenarbeit mit dem Filmkomponisten Werner Richard Heymann (1896-1961); Heymann, der vor 1933 in Deutschland grosse Erfolge mit den Filmmusiken zu u. a. "Die drei von der Tankstelle" oder "Der Kongress tanzt" feierte, aufgrund seiner jüdischen Abstammung aber aus Deutschland emigrieren musste, steuert die Filmmusik für insgesamt sechs Lubitsch-Filme bei, darunter "Ninotschka" und "To be or not to be", für den er eine Oscar-Nominierung erhält; 1939: In dem Film "Ninotschka" mit Greta Garbo in der Hauptrolle verbindet Lubitsch die politische Satire mit einer frivolen Liebesgeschichte; 1942: Der Film "To be or not to be", der sowohl eine Abrechnung mit dem Nationalsozialismus als auch eine Hommage an das Theater ist, wird sehr zwiespältig aufgenommen; 1943: Lubitschs letzter Film "Heaven can wait" entsteht; allen Filmen liegt Lubitschs Anschauung zugrunde, dass das Publikum nicht nach dem wirklichen Leben, sondern nach einer Welt des schönen Scheins verlangt; am 30. November 1947 stirbt Ernst Lubitsch in Hollywood an einem Herzinfarkt, bereits 1946 hatte er einen ersten Herzinfarkt erlitten, von dem er sich nie mehr vollständig erholte; Lubitsch war als autokratischer Regisseur bekannt, der seinen Darstellern wenig Interpretationsraum liess; sowohl Mary Pickford als auch seine Regiekollegen Josef von Sternberg und Clarence Brown meinten, die Schauspieler würden auf der Leinwand „Lubitsch spielen“, statt ihre eigene Persönlichkeit zu zeigen
- 26.5.1892-6.2.1954: Maxwell Bodenheim, Schriftsteller
- 22.6.1892-5.1.1992: Dr. jur. Max Zweig, deutsch-jüdischer Dramatiker, geb. Prossnitz in Mähren, gest. Jerusalem, Vetter von Stefan Zweig, lebte in Berlin, Wien und Prag, ab 1938 in Tel Aviv im unfreiwilligen Exil – Hebräisch hat er dennoch nie gelernt, aus Angst, durch die intensive Beschäftigung mit einer anderen Sprache seine literarische Ausdrucksfähigkeit im Deutschen einzubüssen; er verfasste 22 Dramen, die aber kaum noch bekannt sind, darunter: "Die Marranen", 1938; "Tolstois Flucht", 1946; "Ghetto Warschau", 1947; "König Saul", 1951; "Aufruhr des Herzens", 1956; "Die Entscheidung Lorenzo Morenos", 1965; "Davidia", 1972
- 28.7.1892: Franz Janowitz geboren, er gehörte wie sein Bruder Hans zu den Dichtern des Prager Kreises und war eine grosse lyrische Begabung; er wurde von Max Brod gefördert und war einer der wenigen, deren Talent Karl Kraus schätzte; der expressionistische Lyriker fiel sehr jung im Ersten Weltkrieg
- 3.12.1892: Lola Landau (eigentlich Leonore Landau) in Berlin geboren, Autorin, zunächst Lehrerin, bis 1933 in Berlin, ging 1936 nach Palästina, lebte dann in Jerusalem; Gedichte: "Schimmernde Gelände", 1916; "Lied der Mutter", 1918; "Noch liebt mich die Erde"; "Kind im Schatten", 1931; Jugendbuch: "Das Mädchen, das immer nein sagte", 1959; Novellen: "Variationen der Liebe", 1973; Memoiren, 1980; sie starb 1990 in Jerusalem
Bücher
- S. Buber (Hrsg.), Midrasch Tehillim, Wilna 1892 (Nachdruck Jerusalem 1966)
- A. Wünsche, Midrasch Tehillim oder haggadische Erklärungen der Psalmen, Trier 1892 (Nachdruck Hildesheim 1967)
- W. Bacher, Die Bibelexegese der jüdischen Religionsphilosophen des Mittelalters vor Maimûni, Budapest 1892
- Ch. Bäumker (Hrsg.), Avencebrolis (Ibn Gebirol) Fons Vitae ex arabico in latinum translatus, Münster 1892-1895
Zeitungen und Zeitschriften