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1889
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Ereignisse
- 1889: Lessmann Verlag (Berlin SW 68, Lindenstr. 69) gegründet von Max Lessmann, verlegte hauptsächlich Zeitschriften
- 1889: B’nei Mosche, ein zunächst geheimer elitärer jüdisch-nationaler Verein, 1889 in Odessa von Achad Haam gegründet, mit dem Ziel, das jüdische Volk durch die Kolonisation Palästinas für die geistige und körperliche Wiedergeburt zu erziehen; die Zentrale kam 1890 nach Warschau und wurde 1893 nach Jaffa verlegt; nach Herzls Auftreten und der Gründung der zionistischen Organisation löste der Verein sich 1897 auf
- 1889: Rosa Luxemburg flieht vor einer drohenden Verhaftung in die Schweiz.
- 1889: Friedrich Ollendorff geboren, jüdischer Sozialpolitiker
- 1889: Eduard Heimann geboren, Volkswirtschaftler
- 1889: Felix Langer geboren, Schriftsteller (Dramen)
- 1889: Friedrich Raff geboren, Schriftsteller (Dramen, Gedichte)
- 1889: Fritz Schiff geboren, Mediziner (Blutgruppenforschung) in Berlin
- 1889: Walter Hirschberg geboren, Komponist; Spätromantiker
- 1889: Willibald Gurlitt geboren, Musikhistoriker
- 1889: Hans Behrendt in Berlin geboren, Regisseur (u. a. „Die Hose“) (umgekommen 1942 auf einem Transport von Paris nach Auschwitz)
- 1889: Otto Gutfreund geboren, jüdischer Bildhauer in Prag
- 1889: Waldo David Frank geboren, US-amerikanisch-jüdischer Schriftsteller
- 1889: Nathan Altman in Winniza (Ukraine) geboren. Maler, Graphiker und Bildhauer, suchte eine Verbindung ostjüdischer Volkskunst mit modernen Tendenzen.
- 1889: Eleasar Lipa Sukenik (auch: Elieser / Eliezer Lipa Sukenik) in Bialystok geboren, jüdischer Archäologe in Jerusalem, Ersterwerber der ersten Qumran-Rollen, Vater Jigael Jadins; E. L. Sukenik starb 1953 in Jerusalem
- 10.1.1889–8.1.1972: Paul Nettl, geb. in Hohenelbe/Böhmen, gest. in Bloomington 1972, Musikologe, Dr. iur. et phil., 1915-1918 Kriegsdienst bis zum Leutnant, 1924 Prof. in Prag, 1933-1939 Musikdirektor des deutschen Rundfunks in Prag, dann in die USA emigriert, wo er erst in Princeton lehrte, 1946-1959 Prof. der Univ. of Indiana in Bloomington, publizierte besonders über Mozart (1955 ff.): Mozart als Freimaurer und Mensch, 1956 (engl. 1957); Mozart und der Tanz, 1960; aber u. a. auch über Händel, 1958; weitere Werke: Alte jüdische Spielleute und Musiker, 1923; Mozart in Böhmen, 1940; Story of Dance Music, 1947; Luther and Music, 1948; Tanz und Musik, 1962; Folk and Traditional Music of the Western World, 1965; - Paul Nettl war zusammen mit seinem Bruder Anton 1915 zum Katholizismus konvertiert, schloss sich später jedoch der tschechoslowakischen nationalen Kirche (Hussiten) an; nach der Emigration in die USA besuchte er gelegentlich presbyterianische Gottesdienste
- 15.1.1889–Aug. 1942: Walter Serner (eigentlich Walter Eduard Seligmann), geb. in Karlsbad, Böhmen; ermordet in einem Lager bei Minsk, Essayist, Schriftsteller und Dadaist; sein Manifest Letzte Lockerung gilt als einer der wichtigsten Dada-Texte; er schrieb auch unter anderen Pseudonymen: Seinen ersten Prosatext unterzeichnete er mit Wladimir Senakowski, einen Brief an seinen Verleger mit A. D., eine Rezension seines eigenen Geschichtenbandes Zum blauen Affen unter dem Namen seines Freundes Christian Schad; der junge Walter Seligmann konvertierte kurz nach seinem Abitur 1909 vom Judentum zum Katholizismus und nahm den Nachnamen Serner an; im selben Jahr begann er ein Jurastudium in Wien und veröffentlichte parallel Beiträge zu Theater und bildender Kunst in der väterlichen Karlsbader Zeitung; 1912 siedelte er nach Berlin um und schloss 1913 sein Studium an der Universität Greifswald ab (Dr. iur.); zu dieser Zeit publizierte er bereits regelmässig in der Berliner Zeitschrift Die Aktion; 1914, kurz nach seiner Übersiedlung in die Schweiz, arbeitete er zuerst an der Zeitschrift Der Mistral mit; die letzte Ausgabe erschien unter seiner Leitung; anschliessend gab er eine eigene Publikation unter dem Titel Sirius heraus; seit seiner Übersiedlung nach Zürich hatte er vereinzelt Kontakt zu den Dadaisten; nach Hugo Balls Abschied von den Dadaisten und nachdem Tristan Tzara die Bewegung übernahm, verstärkte sich Serners Mitarbeit, er pendelte zwischen Italien, Paris, Genf und Zürich, schrieb Geschichten und Romane und verfasste 1918 das dadaistische Manifest Letzte Lockerung manifest dada, laut Jörg Drews eine „glänzende Analyse des Zeitalters des vollendeten Nihilismus“; 1920 wird das Manifest veröffentlicht; im selben Jahr wird Serner von einigen der Hauptvertreter des Dadaismus wie Tzara als „grössenwahnsinniger Aussenseiter“ bezeichnet; am 9. April 1919 trug Serner Teile aus Letzte Lockerung vor; dabei kam es auf der Dada-Soiree Non plus ultra in Zürich zu einem Aufruhr des Publikums, und Serner wurde von der Bühne gejagt; sein Manifest steht in eindeutigem Zusammenhang mit dem von Tristan Tzara verfassten Manifest Dada 1918 – jedoch hatte Serner sein Manifest bereits vor dem Erscheinen von Tzaras Text verfasst; wer wen wie beeinflusste, lässt sich letztlich nicht mehr nachweisen; nach seiner Abkehr von der dadaistischen Bewegung wandte sich Serner dem Schreiben von Kriminalgeschichten zu; sein Roman Die Tigerin erschien 1925 (verfilmt von Karin Howard 1992) und sorgte aufgrund des zwielichtigen Milieus und der sexuell offensiven Sprache für einen kleinen Skandal; nur ein Gutachten von Alfred Döblin verhinderte, dass das Buch der Zensur zum Opfer fiel; seine Erzählsammlung Der Pfiff um die Ecke wurde zeitweise beschlagnahmt; sein nächster Erzählband Die tückische Straße erschien zuerst als Privatdruck, ebenso sein „Gauner-Stück“ Posada oder der große Coup im Hotel Ritz, das am 6. März 1927 zum ersten (und letzten) Mal aufgeführt wurde: im Berliner Theater am Zoo; 1925 gab es erste antisemitische Anwürfe gegen Serner, der einen tschechischen Pass hatte und sein Reiseleben über die nächsten Jahre kontinuierlich fortsetzte; seine Bücher befanden sich zum Teil auf der „Liste der Schund- und Schmutzschriften“ und wurden nur privat per Post vertrieben; nach 1933 wurden Serners Arbeiten in Deutschland endgültig auf die „Liste 1 des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ der Reichsschrifttumskammer gesetzt; ab 1927 zog Serner sich ins Privatleben zurück; 1938 heiratete er Dorothea Herz und lebte mit ihr in Prag; ab 1939 betrieb er mehrere Versuche, nach Shanghai auszuwandern; am 10. August 1942 – Serner arbeitete inzwischen als Sprachenlehrer im Prager Ghetto – wurde er zuerst nach Theresienstadt, wenige Tage später nach Minsk deportiert und dort ermordet; Werke (Auswahl): Letzte Lockerung. manifest dada, 1920; Zum blauen Affen. Dreiunddreißig hanebüchene Geschichten, 1921; Der elfte Finger. Fünfundzwanzig Kriminalgeschichten, 1923; Der Pfiff um die Ecke. Zweiundzwanzig Spitzel- und Detektivgeschichten, 1925; Die Tigerin. Eine absonderliche Liebesgeschichte, 1925; Die tückische Straße. Neunzehn Kriminal-Geschichten, 1926; Posada oder Der Große Coup im Hotel Ritz. Ein Gauner-Stück in drei Akten, 1926; Letzte Lockerung. Ein Handbrevier für Hochstapler und solche die es werden wollen (erweiterte Ausgabe, 1927); Angst. Frühe Prosa, 1977; Hirngeschwür. Texte und Materialien. Walter Serner und Dada, 1977; Wong fun. Kriminalgeschichte, 1991
- 8.2.1889-26.11.1966: Siegfried Kracauer (eigentlich: Krakauer), geb. Frankfurt a. M., gest. New York, Soziologe, Journalist und Schriftsteller, sicherlich einer der bedeutendsten Kulturphilosophen des 20. Jhdts.; ursprünglich Architekt (Dr.-Ing. 1914; arbeitete als Architekt bis 1920 u. a. in Osnabrück, München und Frankfurt/M.); ab 1920 bis 1933 (leitender) Film- und Literaturredakteur der Frankfurter Zeitung in Frankfurt, dann ab 1930 in Berlin (Zusammenarbeit mit Walter Benjamin und Ernst Bloch), 1933 Emigration (zunächst nach Paris, dann, 1940, nach grossen Schwierigkeiten, in die USA [New York; US-Staatsbürgerschaft 1946; wo er blieb, er wollte nicht zurückkehren nach Deutschland, zu den "Spukgestalten von damals", in eine "verpestete Luft", wo "man nicht weiss, wem man die Hand gibt"]); 1941-1943 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Museum of Modern Art Film Library; während des Krieges und auch danach Mitarbeiter der "Voice of America"; 1952-1958 tätig für das "Bureau for Applied Social Research" an der Columbia University; - Gesellschaftsanalysen und Romane über die Mittelschicht der Intellektuellen, der Angestellten und die sie umgebende Halb- und Oberflächenwelt; als Quellen und Dokumente dienten Operette, Revue, Boulevard, Reklame und Film, in deren Strukturen sich die Gesellschaft (auch die präfaschistische) spiegelt; Werke (u. a.): „Soziologie als Wissenschaft“, 1922; „Ornament der Masse“, 1927 (man erkennt die Auseinandersetzung mit Max Weber sowie seinem Lehrer Georg Simmel); Roman über den ersten Weltkrieg "Ginster", 1928; Die Biographie als neubürgerliche Kunstform, 1930; „Die Angestellten. Aus dem neuesten Deutschland“, 1930; "Orpheus in Paris" (über Jacques Offenbach), 1937; Kracauer blieb vor allem im Gedächtnis der Nachwelt durch seine filmtheoretischen Schriften (u. a. auch eine Geschichte des deutschen Films): From Caligari to Hitler, A psychological history of the German film, 1947; Theory of the film, 1960; -- Strassen in Berlin und anderswo, 1964; The last things before the last, 1969; Adorno sah in Kracauer einen der wichtigsten Anreger für seine eigenen kulturphilosophischen Arbeiten; auch Tucholsky schätzte Kracauers Schriften als erstklassiges wissenschaftliches Erzeugnis; von Kracauer stammt der Begriff der "Zerstreuungsfabrik", mit der die herrschende Schicht das breite Publikum in die Irre leite
- 19.3.1889: Uraufführung des Lustspiels "Wilddiebe" am Burgtheater in Wien (von Herzl gemeinsam mit Hugo Wittmann verfasst; es wurde in der Folge auf vielen bedeutenden Bühnen gegeben und war – ausnahmsweise – auch ein finanzieller Erfolg); auch ein harmlos-lustiger Einakter, "Der Flüchtling", den Herzl 1887 in wenigen Tagen zur Finanzierung seiner Italienreise geschrieben hatte, wurde Anfang Mai 1889 mit gutem Erfolg im Burgtheater erstaufgeführt
- 27.10.1889–23.8.1931: Arthur Sakheim, geb. in Libau, gest. in Berlin, Schriftsteller und Dramaturg in Hamburg und (seit 1926) Frankfurt/M.; Dr. phil.; Pilger und Spieler, 1915; Essays über Expressionismus, 1919; Das jüdische Element in der Weltliteratur 1924; Chassidim-Drama "Der Zaddik" (nach einem Fragment An-skis), 1929; er übersetzte Molière, Goldoni und Lermontow
Bücher
- Lewy, Ein Wort über die Mechilta des Rabbi Simon, Breslau 1889
- S. Buber, Textausgabe Samuel b. R. Nissim Masnut Ma'ajan Gannim ... al Sefer Ijob, Berlin 1889
- The survey of Eastern Palestine, 2 Bde., 1889
- Henry Baker Tristram, The Natural History of the Bible, 8 Bde., London 1889
- Names and Places in the Old and New Testament with their modern identification, London 1889
Zeitungen und Zeitschriften
- 1889: Der Jiddische Progress, in Baltimore herausgegebenes jiddisches Blatt (parteilos)
- 1889: El Sabado Segreto, in Mexiko in Spaniolisch erscheinende Zeitschrift
1889 in Wikipedia
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