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1888
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Ereignisse
- 1888: Hias = Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society of America, jüdische Einwanderungshilfsorganisation Amerikas, gegründet 1888 New York, zunächst nur für jüdische Einwanderer aus Osteuropa, hat in Verbindung mit Hicem (vgl. 1927) Hilfstätigkeit auch auf andere Einwanderungsländer ausgedehnt
- 1888: Richard Katz geboren, Schriftsteller (Reiseschilderungen)
- 1888: Fritz Reiner geboren, Dirigent in Amerika, deutsch-jüdischer Herkunft
- 1888: Jakob Mann in Przemysl geboren, Dozent am Hebr. Union College Cincinnati; "The Jews in Egypt and in Palestine under the Fatimid Caliphs", 1920-1922
- 1888: H. Leiwik geboren, jiddischer Schriftsteller (Golem-Drama)
- 1888: Theodor Plaut geboren, Volkswirtschaftler
- 1888: Willy Cohn geboren, Historiker (Mittlere Geschichte)
- 1888: Richard Katz geboren, Reiseschriftsteller
- 1888: Ulrich Steindorff geboren, Schriftsteller (Dramen)
- 1888: Fritz Naphtali geboren, Journalist an der Frankfurter Zeitung, später Minister in Israel
- 1888: Wladimir W. Kaplun-Kogan geboren, Volkswirtschaftler (jüdische Wirtschaftsgeschichte, jüdische Wanderungsbewegungen)
- 1888: Richard Courant geboren, Mathematiker (Göttingen)
- 1888: Chana Orlowa geboren, jüdische Bildhauerin, dem Kubismus nahestehend
- 1888: Josef Bató geboren, ungarisch-jüdischer Maler
- 1888: Hugo Kander geboren, deutsch-jüdischer Komponist
- 1888: Afrem Kinkulkin geboren, Violoncellist
- 1888: Jean-Jacques Bernard geboren, französisch-jüdischer Schriftsteller
- 1888: Benjamin Crémieux geboren, französisch-jüdischer Prosa-Schriftsteller
- 1888: Herzl schickt sein Lustspiel „Der Schwanenhals“ an Georg II., Herzog zu Sachsen-Meinigen, der ihm helfen soll, dass das Stück aufgeführt werde.
- 8.1.1888–6.6.1971: Jitzchak Tabenkin (Yitzhak Tabenkin), Arbeiterführer und Aktivist der Kibbutzbewegung. - Jitzchak Tabenkin war einer der wichtigsten Theoretiker und die Stimme der Kibbutzbewegung. Tabenkin, der in Weissrussland geboren wurde, besuchte den Cheder und erhielt später auch eine säkulare Ausbildung. Er war einer der Gründer der Poalei Zion in Polen und ein starker Befürworter der landwirtschaftlichen Siedlungen. 1911 übersiedelte Tabenkin nach Eretz Israel, war Landarbeiter im Moschaw und Mitglied des Schomer (1920 Teilnahme an der Verteidigung von Tel Hai). Nach dem Ersten Weltkrieg beteiligte sich Tabenkin an allen Zionistischen Kongressen. Tabenkin schloss sich Trumpeldors Jüdischer Arbeiterlegion an und wurde 1921 ein Gründungsmitglied des Kibbutz Ein Harod, der später das Zentrum von HaKibbutz HaMeuchad, einer Kibbutzbewegung, werden sollte. Tabenkin glaubte fest an das Kibbutzleben und unterstützte die Idee grosser Kibbutzim oder kollektiver Siedlungen, die für viele Mitglieder offen sein sollten. Seine Philosophie war eher volkstümlich als elitär. Tabenkin war auch an der Politik der Arbeiterpartei beteiligt und war bei der Gründung von Ahdut HaAwodah (1944 Abspaltung der Bet-Fraktion von der Mapai unter seiner Führung), Mapai (1930) und Mapam (1948) dabei. Nach der Staatsgründung war Tabenkin Knessetabgeordneter (für die Vereinigte Arbieterpartei 24.1.1949-12.4.1951 und für die Fraktion der Ahdut Ha’avoda-Poalei Zion 26.7.1955-9.6.1958; beide Male vollendete er nicht die gesamte Amtsperiode) und eine zentrale Stimme der Arbeiter- und Kibbutzideologien. Tabenkin war kein Territorialist, kannte und betonte aber die Wichtigkeit des Landes für Israel. Er lehnte den Teilungsplan von 1937 ab (anders als Ben Gurion und die Mehrheit der Sozialdemokraten) und glaubte an die jüdische Arbeit und die Notwendigkeit der Besiedlung Palästinas, hielt die den Juden zugesprochenen Gebiete für unzureichend. Daher auch, und hier unterschied er sich von vielen seiner politischen Kollegen, seine Unterstützung der „Gross-Israel"-Ideologie nach dem Sechs-Tage-Krieg. Tabenkin lebte bis zu seinem Tod in Ein Harod, publizierte seine Ansprachen und Schriften, von denen sich die meisten mit Israel, dem Kibbutz und der Arbeiterpolitik beschäftigen. – Jitzchak Tabenkin ist der Vater von Yosef Tabenkin; Yad Tabenkin, das Forschungs- und Dokumentationszentrum der Vereinigten Kibbuz-Bewegung, ist nach ihm benannt. Veröffentlichungen: „Der jüdische Staat und wie man ihn erreicht“, 1944; „Kibbuz-Gesellschaft“, 1954; „Lehren aus dem Sechstagekrieg“, 1970; „Streitfragen“ (vier Bände), 1967
- 19.1.1888–24.6.1952: Waxey Gordon (eigentl. Irving Wexler), jüdisch-amerikanischer Gangster, spezialisiert auf Schmuggel und illegales Spiel; Kind jüdischer Einwanderer in New Yorks Lower East Side, tat sich zunächst – noch als Kind – als geschickter Taschendieb hervor (daher der Spitzname „Waxey“: Er war so geschickt beim Herausfischen der Brieftaschen als ob sie mit Wachs überzogen gewesen wären …); traf dann ab 1910 oder später auf „Dopey“ Benny Feins Schlägertruppen, die er half mit aufzubauen, bevor Arnold Rothstein auf ihn aufmerksam wurde, der ihn von Fein abwarb und ihm während der ersten Jahre der Prohibition Aufgaben als „rum-runner“ (Alkoholschmuggel auf dem Seeweg) zuwies; Gordon war damit so erfolgreich, dass Rothstein ihm alle Alkoholschmuggel-Aktivitäten anvertraute (zumeist an der Ostküste, speziell New York, New Jersey), so dass Gordon riesige Mengen kanadischen Whiskey illegal über die Grenze brachte; Gordon verdiente damit ca. 2 Mio. US-Dollar pro Jahr, kaufte Brauereien, Branntweinbrennereien und erfolgreiche „Flüsterkneipen“ (= illegaler Ausschank von Alkohol), er wurde bekannt für seinen extravaganten Lebensstil, fuhr in grossen Limousinen, lebte in teuren Hotelsuiten in Manhattan, besass feine Immobilien, die nach seinen speziellen Wünschen in New York und Philadelphia gebaut wurden; nach Rothsteins Ermordung 1928 verschlechterte sich Gordons Position; er schmiedete Allianzen mit Luciano, Buchalter und Meyer Lansky; mit Lansky gab es aber ständige Auseinandersetzungen und Eifersüchteleien, so dass es in der Folge zu einem regelrechten Bandenkrieg zwischen den beiden kam – mit vielen Toten auf beiden Seiten; Lansky und Luciano lieferten Informationen an Staatsanwalt Thomas E. Dewey, die es möglich machten, dass Gordon, der mittlerweile über ein Imperium mit Lkw-Parks, Gebäuden, Fabriken, vielen Angestellten usw. verfügte, 1933 der Steuerhinterziehung überführt werden konnte; er wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt; Gordon war zu dieser Zeit mit der Tochter eines Rabbiners verheiratet, ihr gemeinsamer Sohn studierte Medizin und wollte vor Gericht zugunsten seines Vaters aussagen und ein milderes Urteil bewirken, bei der Anreise von seiner auswärtigen Ausbildungsstätte erlag er aber einem wetterbedingten Verkehrsunfall; Gordon hatte versucht, seine Familie von seinen kriminellen Aktivitäten abzuschirmen und den Schein bürgerlicher Anständigkeit aufrechtzuerhalten, dies gelang nun nicht mehr, eine Welt brach zusammen, die Ehe verschlechterte sich dramatisch; nach Beendigung der Haft und Entlassung aus dem Gefängnis hatten sich die von ihm aufgebauten kriminellen Strukturen längst aufgelöst, die „guten Beziehungen“ zur Politik existierten nicht mehr, er nahm eine andere Identität an, einem Journalisten gegenüber formulierte er es so: „Waxey Gordon is dead. Meet Irving Wexler, salesman“, er ging nach Kalifornien als einsamer Mann; während des Zweiten Weltkrieges kam er an 10 000 Pfund rationierten Zuckers (der auch zur Herstellung illegaler Drogen Verwendung fand) und begann diesen auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen; wie das FBI später herausfand, hatte er schnell wieder beste Verbindungen zum organisierten Verbrechen und kontrollierte nach dem Verlust des Alkoholschmuggels an der Ostküste nun den Drogenhandel an der Westküste der Vereinigten Staaten; 1951 wurde er verhaftet, weil er Heroin an einen Strohmann der Polizei verkauft hatte; der 62 Jahre alte Gordon bot dem Polizeibeamten bei seiner Verhaftung all sein Geld dafür, dass man ihn laufen liess; als der Polizist ablehnte, bat Gordon scherzhaft darum, dann doch lieber erschossen zu werden, anstatt wegen dieser Lappalie verhaftet zu werden; Gordon wurde nun wegen seiner vielen Straftaten zu 25 Jahren Haft verurteilt, die er in Alcatraz abzusitzen begann, wo er am 24. Juni 1952 einer Herzattacke erlag und somit eines natürlichen Todes starb
- 23.1.1888: Arnold Bernstein in Breslau geboren, jüdischer Reeder („Bernstein-Linie“), begründete u. a. 1934 in Hamburg die erste jüdische Schifffahrtslinie „Palestine Shipping Co.“ mit Dampfer „Tel-Awiw“
- 11.5.1888 –10.6.1942: Fritz Hirsch, Schauspieler (Komiker) und Theaterleiter
- 1888–1975: Aliza Greenblatt, jiddische Dichterin und engagierte Jüdin, zeitweise Schwiegermutter der amerikanischen Folk-Legende Woody Guthrie (die Bekanntschaft mit ihr inspirierte ihn zu Songs über jüdische Themen); geboren in Bessarabien, übersiedelte sie mit ihrer Familie im Jahr 1900 nach Philadelphia; sieben Jahre später ging sie mit ihrem Mann (auch ein Immigrant aus Bessarabien) nach Atlantic City, wo sie einen jüdischen Wohlfahrtsverband – den "farband" – organisierte; nach der Balfour Deklaration gründete sie eine Zweigstelle der "Zionist Organization of America" in ihrer Stadt; obwohl sie und ihr Mann es nie schafften, Alija zu machen, widmete sie sich ganz dem Zionismus und beschaffte Gelder, war nationale Präsidentin der "Pioneer Women"; sie schrieb wohlklingende jiddische Lyrik; sie und ihr Mann hatten fünf Kinder, darunter Marjorie, die zweite Frau (Heirat 1947, sie kannten sich seit 1942, hatten gemeinsam vier Kinder) von Woody Guthrie, die bekannt wurde für ihr Engagement zur Erforschung und Bekämpfung von Erbkrankheiten (Woody Guthrie starb 1967 an der von seiner Mutter ererbten Krankheit Chorea Huntington)
Bücher
- Markus Hirsch Friedländer, Materialien zur Geschichte der Juden in Böhmen, Brünn 1888
- M. Duschak, Geschichte der Verfassung mit besonderer Berücksichtigung der oesterreichischen Israeliten, Wien 1888
Zeitungen und Zeitschriften
- Seit 1888: Bet Jisra'el, in Wien monatlich in hebräischer Sprache erscheinende wissenschaftliche Zeitschrift
1888 in Wikipedia
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